Wirtschaftliche Interessen:Wie Elon Musk von der Trump-Nähe profitiert
von Torben Heine
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Elon Musk mischt lautstark in der US-Politik mit. Der Tech-Milliardär verfolge dabei "knallharte wirtschaftliche Interessen", sagt die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier.
Elon Musk mischt als Trump-Einflüsterer in der US-Politik mit. Die Ökonomin Ulrike Malmendier meint, dahinter steckten "knallharte wirtschaftliche Interessen".03.01.2025 | 10:59 min
Robert Habeck macht sich "Sorgen um die USA". Das sagt der Grünen-Kanzlerkandidat im Interview mit dem "Spiegel". Der Grund: Elon Musk, der reichste Mensch der Welt und seit Monaten eng an der Seite des designierten US-Präsidenten Donald Trump.
Wegen dieser engen Beziehung fürchtet Habeck, die Vereinigten Staaten könnten sich zu einem "neofeudalen System" entwickeln, "einer Art Geldadel, in dem Milliardäre bald in der Regierung sind und ihren Einfluss nutzen, um Geschäftsinteressen zu verfolgen". Wie viel Wahrheit steckt darin? Wie groß ist Musks Einfluss auf die US-Wirtschaftspolitik? Welche unternehmerischen Interessen verfolgt er?
Tesla-Börsenwert auf mehrwöchigem Höhenflug
Dass sich der Schritt in die Politik für Musk finanziell auszahlen könnte, zeigt schon ein Blick auf die Börse: Seit Trumps Wahlerfolg im November erlebte die Aktie von Musks Elektroautohersteller Tesla einen mehrwöchigen Höhenflug. Das Unternehmen ist mit 1,15 Billionen Euro weitaus mehr wert als die Konkurrenten Volkswagen, Daimler und BMW zusammen. "Der Wert des Unternehmens sollte [...] im Grunde schon reflektieren, wie gut das Wirtschaftsmodell ist", sagt die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier von der University of California, Berkeley, bei ZDFheute live.
Abnehmende Verkaufszahlen und mangelnde Ingenieurskunst: "Vom wirtschaftlichen Modell des Unternehmens her gesehen, gibt es im Augenblick eigentlich nur schlechte Nachrichten", so die Ökonomin über Tesla. Für den Höhenflug müsse es also noch eine andere Erklärung geben.
Ich würde sagen, es sind nicht nur der politische Einfluss [...] und die möglichen Gewinne, die sich daraus ergeben können, sondern wirklich die Persona von Elon Musk.
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Ulrike Malmendier, Wirtschaftweise
Derzeit glaubten viele Experten, der Marktwert von Tesla spiegele die Begeisterung für Musk als Person wider.
Der reichste Mann der Welt besitzt mehrere milliardenschwere Firmen. Mit Tesla hat Musk den E-Auto-Markt aufgemischt, mit X nimmt er Einfluss auf die öffentliche Meinung.03.01.2025 | 1:11 min
Wirtschaftsweise: Musk setzt Themen abseits des "MAGA-Mainstreams"
Außerdem stehe Musk aus Investoren-Sicht für etwas, das Donald Trump nicht liefert. Unter Trump, der offen für fossile Brennstoffe ist, würde es laut der Expertin grundsätzlich für die Zukunft der E-Mobilität eher schlecht aussehen. "Dank Musk kann man sich, glaube ich, darauf verlassen, dass dieses Businessmodell weitergehen wird", sagt Malmendier.
Das müssen wir ihm eben auch zugutehalten, dass er unbeirrt auf die Elektrofahrzeuge setzt [...].
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Ulrike Malmendier, Wirtschaftweise
Darüber hinaus habe Musk auch in der Migrationsdebatte zuletzt auf ein Thema gesetzt, das weniger zu Trump passt. Der Tech-Milliardär habe sich "sehr deutlich für die sogenannten H-1B-Visa eingesetzt - das Programm, das hochqualifizierte Arbeitskräfte ins Land holt, die seiner Meinung nach gut für die amerikanische Wirtschaft sind".
Es gibt ab und zu Themen, die vielleicht gar nicht so mit dem 'MAGA-Mainstream' übereinstimmen.
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Ulrike Malmendier, Wirtschaftweise
Die Investoren würden also "ganz klar" auch politische Vorteile in Musks Einfluss sehen. "Man kann sich sicher sein, dass Trump mit Musk einen Einflüsterer hat, der die wirtschaftlichen Interessen in den Vordergrund stellen wird."
Musk vertrete die Haltung, Autoritarismus sei erfolgreicher als Demokratie. Fände er in Europa mehr Verbündete, könne es gefährlich werden, so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.03.01.2025 | 17:37 min
Hält das Bündnis zwischen Trump und Musk?
Inwieweit Trump umgekehrt von Musks Unterstützung weiter profitieren könne, sei unklar. "Die materielle Unterstützung, die er bekommt, war ihm jetzt im Wahlkampf schon wichtig, die könnte wieder wichtig sein an anderen Stellen", gibt Malmendier zu bedenken.
Dass das Bündnis irgendwann platzen könnte, will sie dennoch nicht ausschließen: "Dass es mit zwei Alphatierchen in einem Raum nicht ewig gut gehen könnte, diese Frage haben sich, glaube ich, schon sehr viele gestellt." Einer, der genau darauf hoffen könnte, dürfte wohl Robert Habeck sein.
Das Interview bei ZDFheute live führte Carsten Rüger.
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