Türkei: Mob zündet nach Festnahme Geschäfte von Syrern an
Reaktion auf Festnahme:Türkei: Mob zündet Geschäfte von Syrern an
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In einer türkischen Stadt kam es zu Ausschreitungen gegen von Syrern betriebene Einrichtungen. Zuvor war ein Syrer wegen mutmaßlicher Belästigung eines Kindes festgenommen worden.
Die Türkei hat Millionen von syrischen Flüchtlingen aufgenommen, doch die Stimmung gegen die Syrer verschärft sich seit Monaten. (Symbolbild)
Quelle: AP
In der Türkei hat ein Mob Geschäfte von Syrern angegriffen. Es seien auch Häuser und Fahrzeuge im zentraltürkischen Kayseri beschädigt worden, schrieb Innenminister Ali Yerlikaya auf X. Insgesamt seien 67 Menschen nach den Angriffen festgenommen worden.
Auf Videos war zu sehen, wie Menschen durch die Straßen zogen und Sprechchöre wie "Syrer raus" und "Trete zurück, Erdogan" riefen.
Es ist inakzeptabel, Häuser anzuzünden, Vandalismus zu betreiben und Straßen in Brand zu setzen.
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Recep Tayyip Erdogan, türkischer Präsident
Verhaftung eines Syrers löste Ausschreitungen aus
Nach Berichten, wonach ein syrischer Mann ein siebenjähriges syrisches Mädchen sexuell belästigt haben soll, war es in der Region Melikgazi in Kayseri am Sonntagabend zu Unruhen gekommen. Der Verdächtige wurde mittlerweile verhaftet.
In Onlinediensten veröffentlichte und von der Nachrichtenagentur AFP überprüfte Videos zeigen, wie Männer die Schaufenster eines angeblich von Syrern betriebenen Lebensmittelgeschäfts einschlagen und es in Brand setzen.
Auf anderen Aufnahmen sind junge Männer zu sehen, die mit Steinen und Metallobjekten Fahrzeuge angreifen.
Kein anderes Land hat so viele Geflüchtete aus Syrien aufgenommen wie die Türkei: mehr als drei Millionen. Doch die Stimmung gegen die Syrer verschärft sich seit Monaten.13.02.2024 | 8:38 min
Bei Protesten im von der Türkei kontrollierten Nordwesten Syriens kam es laut Aktivisten unter anderem in Reaktion auf die Übergriffe zu tödlichen Auseinandersetzungen. Insgesamt seien vier Menschen getötet worden. Zudem seien 20 Menschen verletzt worden.
Erdogan macht Opposition für Ausschreitungen mitverantwortlich
Der türkische Präsident sagte, einer der Gründe für die tragischen Ereignisse in der Provinz Kayseri sei der "giftige Diskurs der Opposition". Man erreiche gar nichts, indem man Hass auf Flüchtlinge schüre, sagte Erdogan am Montag in einer Ansprache.
Erdogan-Kontrahent vor Stichwahl: Kilicdaroglu wettert gegen Flüchtlinge
Innenminister Yerlikaya betonte, die Beschädigung von Häusern, Geschäften und Autos, die Syrern gehörten, seien "nicht mit unseren menschlichen Werten" zu vereinbaren. Der Gouverneur von Kayseri rief die Menschen zur Zurückhaltung auf.
Allein in diesem Jahr wurden 80 Schleuser und 2.155 Migranten, beim Versuch die Türkei Richtung Europa illegal zu verlassen, festgenommen.18.01.2024 | 2:37 min
Zunehmend feindliche Stimmung gegenüber Syrern
Nach Beginn des Bürgerkriegs in Syrien hatte die Türkei rund 3,2 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. In den vergangenen Jahren wurde der Ruf nach einer Rückkehr der Syrer immer lauter, auch von Oppositionsparteien in der Türkei.
Zudem kam es mehrfach zu rassistischen Vorfällen, die nicht selten durch in Online-Netzwerken kursierende Gerüchte ausgelöst wurden.
In der Türkei leben knapp 3,6 Millionen syrische Kriegsflüchtlinge. Die schlechte wirtschaftliche Lage im Land verschärft die Situation.10.05.2023 | 2:14 min
Während des Wahlkampfs für die Präsidentschaftswahl im Mai 2023 hatte Erdogan versprochen, die "freiwillige" Rückkehr einer Million Syrer "vorzubereiten". Innerhalb eines Jahres sind mehr als 100.000 Syrer in ihre Heimat zurückgekehrt, seit 2016 mehr als 650.000, wie Yerlikaya Mitte Juni erklärte.
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