Vorläufige Einigung zu Löhnen:Hafenarbeiter an US-Ostküste beenden Streik
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"Vorläufige Einigung erzielt": Nach drei Tagen Streik kehren die US-Hafenarbeiter an Häfen der Ost- und Golfküste an die Arbeit zurück. Der Ausstand hatte Panikkäufe ausgelöst.
An der Ostküste der USA haben zehntausende Hafenarbeiter ihren Streik nach drei Tagen vorerst beendet. Gewerkschaft und Arbeitgeber haben eine vorläufige Einigung erzielt. 04.10.2024 | 0:24 min
Zehntausende Hafenarbeiter an der US-Ostküste haben ihren Streik nach wenigen Tagen gestoppt. Die Gewerkschaft International Longshoremen's Association (ILA) und der Reeder- und Hafenbetreiberverband USMX hätten "eine vorläufige Einigung über die Löhne erzielt", hieß es am Donnerstagabend (Ortszeit) in einer gemeinsamen Erklärung.
Offenbar Lohnerhöhung um knapp 62 Prozent erzielt
"Der Streik ist vorbei", sagte der lokale Gewerkschaftschef Scott Cowan in Baltimore dem Sender CBS. Nach seinen Angaben will die Gewerkschaft das Angebot einer Einkommenserhöhung um 61,5 Prozent über die sechsjährige Laufzeit des Vertrages annehmen. Außerdem sollen in den kommen Monaten Maßnahmen ausgehandelt werden, die einen Abbau von Arbeitsplätzen durch Automatisierung verhindern.
Die Gewerkschaft und die Hafenbetreiber erklärten außerdem, dass sie ihren Rahmenvertrag bis zum 15. Januar 2025 verlängern würden, um dann an den Verhandlungstisch zurückzukehren und über alle offenen Fragen zu sprechen.
Die Arbeiter waren in der Nacht zum 1. Oktober in den Streik getreten. Auch ein neues Arbeitgeber-Angebot mit einer Einkommenserhöhung von nahezu 50 Prozent hielt sie nicht davon ab. Die ILA-Mitglieder beladen und entladen Schiffe und sind für die Wartung der Hafentechnik zuständig. Die Gewerkschaft verweist auf die Milliardenprofite in der Container-Schifffahrt. Dem "Wall Street Journal" zufolge verlangte sie in den Verhandlungen ein Einkommensplus von 77 Prozent.
Größte Arbeitsniederlegung seit fast 50 Jahren
Die Einigung beendet die größte Arbeitsniederlegung dieser Art seit fast einem halben Jahrhundert. Durch den Streik war das Entladen von Containerschiffen von Maine bis Texas blockiert und es kam zu Engpässen bei allen möglichen Waren, von Bananen bis zu Autoteilen.
Nach Angaben von Everstream Analytics lagen am Mittwoch mindestens 45 Containerschiffe, die nicht entladen werden konnten, vor den bestreikten Häfen an der Ost- und Golfküste vor Anker. Der Streik betraf 36 Häfen, darunter New York, Baltimore und Houston, die eine Reihe von Containergütern umschlagen.
Über die Ostküsten-Häfen wird rund die Hälfte des Containerumschlags im US-Außenhandel abgewickelt.
Streik löste Panikkäufe aus
In den USA löste der Streik Panikkäufe von Toilettenpapier aus. Käufer berichteten auf Online-Plattformen von leeren Regalen oder schwindendem Angebot in großen Läden wie Walmart oder Costco - ganz ähnlich wie zu Beginn der Corona-Krise. Dabei werden mehr als 90 Prozent des in den USA verkauften Toilettenpapiers im Land selbst produziert.
Der Streik dürfte mehrere hundert Millionen Dollar pro Tag gekostet haben. Zudem brauche man pro Streiktag sieben bis zehn Tage, um den Stau in den Häfen abzubauen, sagte etwa der Chef des Logistikers Flexport, Ryan Petersen, dem TV-Sender CNBC. Da der Streik schon seit Monaten absehbar war, bauten viele Unternehmen Vorräte zumindest für einige Wochen auf.
US-Präsident Joe Biden begrüßte die Einigung am Donnerstagabend. "Ich möchte den Gewerkschaftern, den Spediteuren und den Hafenbetreibern dafür danken, dass sie patriotisch gehandelt haben, um unsere Häfen wieder zu öffnen und die Verfügbarkeit wichtiger Güter für die Erholung und den Wiederaufbau nach dem Hurrikan 'Helene' sicherzustellen", erklärte der Demokrat
Quelle: dpa
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