Frankreich-Profis bei Leipzig: Upamecano machte den Weg frei
Französische Profis bei Leipzig:"Türöffner" Upamecano machte den Weg frei
von Ullrich Kroemer
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Dayot Upamecano war der erste französische Profi, der sich bei RB Leipzig ausbilden ließ. Nun kehrt er im Spiel gegen die Niederlande an die alte Wirkungsstätte zurück.
Dayot Upamecano
Quelle: IMAGO / osnapix
Wenn Dayot Upamecano an diesem Freitag zum Gruppengipfel der Franzosen gegen die Niederlande (21 Uhr/ARD) im Leipziger Stadion aufläuft, ist das auch eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Im Winter 2017 war er der damals 18-jährige Upamecano zu RB Leipzig gekommen, nachdem er 2015 mit 16 aus Valenciennes nach Salzburg gewechselt war.
"Ich war der einzige Franzose in der Umkleidekabine", erinnerte sich der bullige Verteidiger der französischen Nationalmannschaft jüngst im Fachblatt "L’Equipe". Seine Landsleute fragten ihn damals verwundert, was er denn in Salzburg wolle.
Ich war der Erste, der diesen Weg gegangen ist. Es war ein Risiko, aber es hat mir viele Türen geöffnet.
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Dayot Upamecano
"Es hat mich verändert", betonte der Innenverteidiger.
Rangnick erschließt Frankreich-Markt für RB
Über die Kontakte des mittlerweile verstorbenen Beraters und früheren Nationaltrainers Gérard Houllier erschloss der damalige Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick den französischen Markt. Upamecano, der von seiner Statur her an einen Türsteher erinnert, war sozusagen der Türöffner für zahlreiche weitere Landsleute. Eine ganze Dynastie französischer Innenverteidiger reifte und reift unter der Obhut der Leipziger zu Auswahlspielern heran.
Ibrahima Konaté etwa kam einst ebenfalls blutjung und ablösefrei nach Leipzig, macht beim FC Liverpool große Karriere und gehört ebenfalls zu Frankreichs EM-Kader. Auch Nordi Mukiele wurde in Leipzig A-Nationalspieler; der nächste wird der derzeitige Leipziger Castello Lukeba sein, der in der "Equipe Tricolore" aufschlägt. Der hochveranlagte und technisch äußerst beschlagene Innenverteidiger ist in diesem Sommer zunächst für Frankreichs Olympiateam vorgesehen.
Doch diese Entwicklung gefiel zunächst nicht jedem. Der frühere Bundesligaprofi (Karlsruher SC) und französische Funktionär Marc Keller etwa äußerte damals Kritik, dass RB in Frankreich wildere und Talente abwerbe. Inzwischen bilden Franzosen mit 30 Profis die größte Gruppe ausländischer Spieler in der Bundesliga.
Und für RB Leipzig ist die Ligue 1 der interessanteste Markt. Allein im vergangenen Sommer überwies der Klub 85 Millionen Euro für die Franzosen Lukeba (Olympique Lyon) und El Chadaille Bitshiabu (Paris Saint-Germain) sowie den Belgier Lois Openda (RC Lens) an die Klubs im französischen Oberhaus.
Vor ein paar Jahren noch hätte den Klub niemand gekannt. Aber mittlerweile weiß man unter den jungen Spielern sehr gut, dass RB ein Verein ist, wo man sich auf hohem Niveau entwickeln kann.
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Dayot Upamecano über RB Leipzig
Frankreichs Nationalteam profitiert
Als Upamecano 2018 einmal mit Übergewicht aus dem Urlaub gekommen war, echauffierte sich Rangnick, dass selbst der RB-Busfahrer weniger Körperfett habe als der französische Profi. Doch Rangnick durfte das und wusste, was seinem Schützling guttat. "Das war nicht ganz grundlos. Aber das ist halt Ralf, er wollte mir eben weiterhelfen und mich anspornen", sagte Upamecano zwei Jahre später. "Man macht Fehler und wiederholt sie nicht, wenn man aufmerksam ist."
Nationaltrainer Didier Dechamps und der EM-Titelanwärter aus Frankreich profitieren von der Ausbildungsunterstützung aus Deutschland. Anders als beim FC Bayern München, wo Upamecano wegen sportlichen Aussetzern immer wieder in der Kritik steht, ist er im Nationalteam gesetzt. "Viel Kraft und Ruhe" habe er im ersten Spiel des Favoriten gegen Österreich ausgestrahlt. "Das brauchten wir gegen einen solchen Gegner", so Dechamps.
Gegen die Niederlande wird Upamecano wieder das Abwehrzentrum bilden. Die Rückkehr in die alte Heimat in das Stadion, wo sein Stern aufging, dürfte ihn zusätzlich beflügeln.
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