Sturz bei Tour de France: Cavendishs Rekord-Traum geplatzt

    Nach Sturz bei Tour de France:Cavendishs Rekord-Traum geplatzt

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    Die Jagd nach dem alleinigen Etappenrekord der Tour de France ist für Mark Cavendish beendet. Der Brite stürzte auf der achten Etappe und musste das Rennen verletzt aufgeben.

    Der Brite Mark Cavendish erhält medizinische Hilfe nach einem Unfall während der achten Etappe des Radrennens Tour de France über 201 Kilometer (125 Meilen) mit Start in Libourne und Ziel in Limoges, Frankreich, am Samstag, 8.07.2023.
    Mark Cavendish nach einem Unfall während der achten Etappe der Tour de France.
    Quelle: AP

    Mark Cavendish saß mit leerem Blick in einem Kleinbus auf einer Landstraße in der Dordogne. Der Traum vom Aufstieg zum alleinigen Rekord-Etappensieger der Tour de France war wohl aufgrund einer Unachtsamkeit etwa 60 Kilometer vor dem Ziel der achten Etappe zerplatzt.

    Diagnos: Schlüsselbeinbruch

    Der 38-Jährige kam auf einer langen Geraden mit dem Spanier Pello Bilbao zu Fall. Cavendishs Teamkollege Gianni Moscon fuhr unmittelbar neben ihm und schilderte nach dem Rennen den Unfall so: "Cav hat mit dem Vorderrad das Hinterrad eines anderen Fahrers berührt und dann war es das."
    Der Arzt der Rundfahrt legte dem Briten umgehend eine Bandage an, der knarzende Tour-Funk vermeldete: "Cavendish abandon" - Cavendish gibt auf. Statt weiter auf den 35. Etappensieg zu hoffen, ging es zum Röntgen. Rechtes Schlüsselbein gebrochen, lautete am Abend die Diagnose.

    Es zerreißt einem das Herz.

    Cavendishs früherer Rivale Marcel Kittel

    Rücktrittsankündigung schon im Mai

    Cavendish hatte im Mai bekanntgegeben, seine Laufbahn am Jahresende zu beenden. Der Ex-Weltmeister wollte bei seiner 14. und letzten Tour seine insgesamt 35. Etappe gewinnen. Damit hätte er die Legende Eddy Merckx überflügelt, mit der er aktuell mit 34 Tageserfolgen gleichauf auf Platz eins liegt.
    Am Freitag war Cavendish in Bordeaux vor den Augen seiner Familie nah dran an einem Erfolg, doch aufgrund eines Problems mit der Schaltung musste er den Belgier Jasper Philipsen noch vorbeiziehen lassen.

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    Cavendishs letzte Tour im Zeichen des Rekords

    Für sein großes Ziel hatte Cavendish vor der Saison noch einmal das Team gewechselt. Da er bei QuickStep keinen neuen Vertrag erhielt und in Fabio Jakobsen übermächtige Konkurrenz hatte, unterschrieb er bei Astana. Seine letzte Tour stand nur im Zeichen des Rekords.
    "Ich werde es bedauern, dass ich nicht den Moment und die ganzen Tour-Erfahrungen genießen kann. Ich habe aber einen Job zu erledigen", sagte der Profi von der Isle of Man.

    Zwischen Erfolgen und Stürzen

    Die Tour-Geschichte des Sprinters war von großen Erfolgen, aber auch immer wieder von Stürzen und Rückschlägen geprägt. 2014 verunfallte er beim Grand Départ in Yorkshire gleich auf der ersten Etappe.
    Drei Jahre später nahm ihn Peter Sagan mit einem gefährlichen Manöver im Massensprint aus dem Rennen. 2018 fiel Cavendish in den Bergen aus dem Zeitlimit, in den folgenden beiden Jahren verpasste er die Tour de France und stand 2020 schon vor dem Karriereende.

    Vertrag zum Mindestlohn

    QuickStep-Chef Patrick Lefevere bot ihm jedoch einen Vertrag zum Mindestlohn an. Cavendish schlug ein und wurde aufgrund der Formschwäche des Iren Sam Bennett überraschend für die Tour 2021 nominiert. Dort verblüffte der Brite wie zu besten Zeiten, gewann vier Etappen und das Grüne Trikot.
    Ende Mai gewann er die letzte Etappe des Giro und schraubte sein Siegkonto auf 162 Erfolge.

    Pedersen gewinnt achte Tour-Etappe

    Die achte Etappe der diesjährigen Tour de France gewann Mads Pedersen und beendete damit die Siegsserie von Jasper Philipsen. Im anspruchsvollen Sprintfinale in Limoges setzte sich der Däne vor dem dreimaligen Etappensieger aus Belgien und dessen Landsmann Wout van Aert durch. Phil Bauhaus spielte an seinem 29. Geburtstag an der steilen Schlussrampe keine Rolle.
    Im Gesamtklassement gab es an der Spitze keine Veränderungen. Titelverteidiger Jonas Vingegaard wird als Führender durch das Zentralmassiv fahren. Sein Vorsprung vor Tadej Pogacar beträgt 25 Sekunden. Das deutsche Bora-Team ist mit Kapitän Jai Hindley als Dritter aktuell auf dem Podium. Der Australier hat 1:34 Minuten Rückstand auf Vingegaard.
    Quelle: dpa, sid
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