Tarifstreit: EVG zu Schlichtung mit Bahn bereit

    Tarifstreit:EVG zu Schlichtung mit Bahn bereit

    |

    Nach der gescheiterten Tarifrunde mit der Deutschen Bahn ist die Bahngewerkschaft EVG zu Schlichtungsgesprächen bereit. An der Urabstimmung über Streiks hält sie aber fest.

    ICE fährt in den Kieler Hauptbahnhof ein
    Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft behält sich weiterhin Streiks vor.
    Quelle: dpa

    Im festgefahrenen Tarifstreit bei der Bahn sollen nun externe Vermittler eine Lösung finden. Man nehme den Vorschlag der Deutschen Bahn zu einem Schlichtungsverfahren an, teilte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nach einer Sitzung des Bundesvorstands mit.

    EVG hält an Urabstimmung fest

    Komme es zu einer Schlichtung, würde die EVG von Streiks während der Urlaubszeit möglichst absehen. Zugleich halte man an der Urabstimmung über unbefristete Streiks fest. EVG-Verhandlungsführer Kristian Loroch sagte:

    Wir sind bereit, mit den Vorbereitungen einer Schlichtung so schnell wie möglich zu beginnen.

    EVG-Verhandlungsführer Kristian Loroch

    Zugleich warnte Loroch: "Sollte das Ergebnis nicht überzeugen, droht ein heißer Herbst, mit massiven Auswirkungen bei Eisenbahn und Bus im Bereich der Deutschen Bahn." Dann werde es unbefristete Streiks geben.

    Verhandlungen für 230.000 Beschäftigte

    Vorige Woche hatte die EVG die Verhandlungen mit dem Staatskonzern DB für gescheitert erklärt und ihre Mitglieder zur Urabstimmung aufgerufen. Dies dürfte etwa vier bis fünf Wochen dauern, danach wären unbefristete Streiks möglich. Zuletzt hatte die EVG Gewerkschaftskreisen zufolge auch über einen möglichen 24-stündigen Warnstreik am 4. Juli beraten.
    Zu sehen ist ein "Durchfahrt verboten"-Schild an einem HBF vor dem Logo der Deutschen Bahn.
    Die Tarifgespräche der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft mit der Bahn sind gescheitert. Durchkreuzen Streiks jetzt Reisepläne für den Sommerurlaub von Millionen Reisenden? 22.06.2023 | 1:32 min
    Die Gewerkschaft verhandelt für rund 230.000 Beschäftigte bei rund 50 Bahn- und Busunternehmen, darunter etwa 180.000 bei der Deutschen Bahn.

    EVG-Forderung und Bahn-Angebot

    Die EVG hatte ursprünglich zwölf Prozent mehr Lohn gefordert, mindestens aber 650 Euro im Monat mehr - bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
    Die Bahn hatte zuletzt einen "hohen Festbetrag" sowie einen zusätzlichen Inflationsausgleich von 2.850 Euro netto bei 27 Monaten Laufzeit und weiteren strukturellen Verbesserungen in Aussicht gestellt. EVG-Tarifvorständin Cosima Ingenschay erklärte vorige Woche, Verhandlungsstand mit der Bahn sei zuletzt ein Festbetrag von 400 Euro in zwei Schritten gewesen - im Dezember 2023 und im August 2024. Dies sei nicht ausreichend.
    Quelle: Reuters, dpa

    Mehr zur Deutschen Bahn