Northvolt: Weg für Bau von Batteriefabrik frei

    Bei Heide in Schleswig-Holstein:Weg für Northvolt-Batteriefabrik frei

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    Northvolt bekommt grünes Licht für Megaprojekt: Mit der Zustimmung des Gemeinderats von Norderwöhrden kann der Bau einer Batteriefabrik bei Heide in Schleswig-Holstein losgehen.

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    In Schleswig-Holstein wird eine hochmoderne Batteriefabrik des Unternehmens Northvolt entstehen. Der Gemeinderat des Dorfs Norderwöhrden hat dem Milliarden-Projekt nun zugestimmt. 23.01.2024 | 0:21 min
    Eines der größten Industrieprojekte in Schleswig-Holstein seit Jahrzehnten kann losgehen: Der Gemeinderat von Norderwöhrden hat den Plänen von Northvolt für den Bau einer Batteriefabrik bei Heide zugestimmt - mit vier zu drei Stimmen. Damit ist die letzte Hürde für das Milliardenprojekt ausgeräumt. Zuvor hatte die zweite Standortgemeinde Lohe-Rickelshof das Projekt bereits einstimmig gebilligt.
    Nun muss das Landesamt für Umwelt in Zusammenarbeit mit dem Kreis Dithmarschen die Baugenehmigung erlassen. Das Werk soll auf dem Grund von Norderwöhrden und Lohe-Rickelshof entstehen. Die entscheidende Sitzung fand im vollbesetzten Saal eines Gasthofs statt.

    Norderwöhrdens Bürgermeister sieht große Chancen

    Seit zweieinhalb Jahren beschäftige das Projekt die Gemeinde, sagte Norderwöhrdens Bürgermeister Kay Uwe Evers. Auf die Region kämen große Herausforderungen beim Ausbau der Infrastruktur zu.

    Dafür brauchen wir zwingend Unterstützung von Bund und Land.

    Kay Uwe Evers, Norderwöhrdens Bürgermeister

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    Das Projekt biete aber auch große Chancen. "Wir schauen Euch auf die Finger und erwarten auch was", sagte er in Richtung des ebenfalls anwesenden Chefs der Staatskanzlei, Dirk Schrödter.

    Northvolt-Batteriefabrik soll 3.000 Arbeitsplätze schaffen

    Northvolt will in der Fabrik Batteriezellen für E-Autos herstellen. Die Produktion soll 2026 anlaufen. Durch die 4,5 Milliarden Euro schwere Investition sollen 3.000 Arbeitsplätze entstehen. Das Unternehmen habe in das Bauvorhaben in Heide bereits rund 100 Millionen Euro an eigenen Mitteln investiert, heißt es aus dem Projektumfeld.
    Angedacht ist auch eine Anlage zum Recycling von Altbatterien ausrangierter E-Autos. "In Dithmarschen entstand einst der erste Windpark Deutschlands, nun entstehen hier bald die nachhaltigsten Batteriezellen", sagte der Geschäftsführer von Northvolt in Deutschland, Christofer Haux.
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    Nicht nur Unterstützung für das Projekt

    In dem Ort gab es aber auch Widerstand gegen die Pläne. Es gebe die Sorge, der Infrastrukturausbau komme nicht hinterher, und es gebe eine große Verkehrsbelastung, sagte ein Landwirt, der gegen das Projekt stimmte:

    Der eigentliche Hauptgrund: Es gibt keinen Vorteil für Norderwöhrden.

    Landwirt aus Norderwöhrden

    700 Millionen Euro Förderung von Bund und Ländern

    Northvolt hatte in der vergangenen Woche mit der Unterzeichnung eines Durchführungsvertrags seine endgültige Entscheidung für den Standort getroffen. Dabei hatte es vor einiger Zeit noch so ausgesehen, als könne sich der Bau verzögern. Als Gründe hatte Northvolt-Chef Peter Carlsson die vergleichsweise hohen Strompreise in Deutschland und höhere Subventionen in den USA genannt.
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    Am 8. Januar machte die EU-Kommission den Weg für Fördermittel und Garantien von Bund und Land von 902 Millionen Euro für Northvolt frei. Sie fördern das Projekt mit rund 700 Millionen Euro. Hinzu kommen Garantien über weitere 202 Millionen Euro. Von den Fördermitteln entfallen etwa 564 Millionen auf den Bund und bis zu 137 Millionen Euro auf das Land. Die Förderung verteilt sich auf mehrere Jahrestranchen.
    Quelle: dpa

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