Billigimporte und hohe Kosten: Spargelbauern mit Sorgen

    Billigimporte und hohe Kosten:Spargelzeit: Bauern mit Sorgen

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    Nach einem schlechten Jahr starten Deutschlands Spargelbauern mit gedämpfter Stimmung in die neue Saison.

    Spargelsaison in Hessen
    Schon die Ägypter sollen ihn vor 5.000 Jahren kultiviert haben: Spargel - hier auf einem Feld in Hessen (Archiv)
    Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

    Der Deutsche Bauernverband warnt, dass wegen billigerer ausländischer Importware Spargel und Erdbeeren eines Tages von den heimischen Feldern verschwinden könnten. "Vergangenes Jahr wurden Erdbeer- und Spargelflächen teilweise nicht mehr abgeerntet", sagte Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied. "Die Produktion hat sich aufgrund der exorbitant gestiegenen Kosten und den Billigimporten aus dem Ausland schlicht nicht mehr gelohnt."
    Der Erntestart wird gegen Ende März erwartet, wie Claudio Gläßer von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft in Bonn sagte. "Vorher gibt es noch keinen deutschen Spargel auf dem Markt." Die ersten Spargelstangen der Saison wachsen unter Folien in beheizten Feldern. "Ob es sich für unsere Bauern lohnt, ist zum einen abhängig vom Ernteertrag und zum anderem von der Markt- und Preissituation", sagte Rukwied.
    Spargel und Erdbeeren: In der vergangenen Saison wurden viele deutsche Landwirte ihre Ware nur schwer los:

    Bauernverband hadert mit Importspargel und Mindestlohn

    Im vergangenen Jahr waren die Erzeugerverbände deutschlandweit guten Mutes in die Saison gestartet, verbunden mit der Hoffnung auf höhere Preise. Stattdessen gab es Absatzprobleme, weil von Ukraine-Krieg und Teuerung verunsicherte Bürger beim Lebensmitteleinkauf sparten. Die Supermarktketten importierten vermehrt billigeren ausländischen Spargel. Rukwied mahnte:

    Sollte wieder Dumpingware aus dem Ausland im Regal liegen wird es schwierig.

    Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands

    "Unsere Betriebe belastet auch der gestiegene Mindestlohn von 12 Euro im europäischen Wettbewerb", so Rukwied weiter. "Es ist eine reelle Gefahr, dass dadurch in Deutschland die Spargel- und Erdbeerproduktion verschwindet."
    ZDFzeit: Geldgier, Investoren und Getreide - die Wahrheit über unsere Landwirtschaft:
    01.11.2022 | 44:02 min

    Gute Ernte-Roboter sind teuer

    Wegen der weiter steigenden Lohnkosten werde eine weitere Mechanisierung der Ernte immer mehr zum Thema für die Branche, sagte Nils Kraushaar von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Bei den derzeit zur Verfügung stehenden Maschinen sind die Verluste nach Kraushaars Worten noch sehr hoch, die genauer arbeitenden Ernte-Roboter hingegen sind sehr teuer. Die Kammer arbeitet daher an verbesserten Anbaumethoden, um den Maschineneinsatz zu erleichtern.
    Die Ernte beginnt nicht überall gleichzeitig, abhängig von Region und Wetter. Spargel braucht Wärme. Fred Eickhorst, Geschäftsführer und Vorstandssprecher der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer in Niedersachsen, sagte: "Wir gehen davon aus, dass es zu Ostern Spargel gibt, aber das entscheidet sich in den nächsten Wochen." Er gehe davon aus, dass die Anbaufläche in diesem Jahr schrumpfen könnte. "Ich glaube schon, dass wir im Vergleich zum Vorjahr auf 10 bis 15 Prozent weniger Fläche ernten werden", so Eickhorst. Auch der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer erwartet vor Ostern erste Mengen regionalen Spargels im Verkauf.

    Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland laut Statistischem Bundesamt von 1.465 Betrieben rund 110. 300 Tonnen Spargel geerntet. Deutschlandweit an der Spitze lag Niedersachsen mit 26.100 Tonnen, gefolgt von Bayern mit 21.100 Tonnen und Nordrhein-Westfalen mit 19.300.

    Quelle: dpa

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