Nach Flaute '22: Mehr Start-ups, auch abseits der Metropolen

    Nach Flaute 2022:Mehr Start-ups, auch abseits der Metropolen

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    Steigende Zinsen und Konjunktursorgen haben die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland sinken lassen. Nun gibt es wieder mehr Start-ups - nicht nur in Berlin und München.

    Das Team eines Start-Ups sitzt in ihrem Büro in Berlin.
    Nach dem Krisenjahr für Gründer 2022 sind wieder deutlich mehr Start-ups in Deutschland entstanden.
    Quelle: Imago

    Nach dem Krisenjahr für Gründer 2022 sind wieder deutlich mehr Start-ups in Deutschland entstanden. Im ersten Halbjahr 2023 stieg die Zahl der Start-up-Neugründungen um 16 Prozent gemessen am zweiten Halbjahr 2022 auf knapp 1.300, wie eine am Dienstag in Berlin veröffentlichte Studie des Bundesverbands Deutsche Startups zeigt.
    Vor allem die Hauptstadt sei nach dem Einbruch von Gründungen im vergangenen Jahr mit 40 Prozent mehr Neugründungen (262) zurückgekommen, hieß es. Berlin hatte das raue Umfeld für Start-ups 2022 mit schwierigen Finanzierungsbedingungen besonders zu spüren bekommen. Prozentual ähnlich stark legte Hamburg mit 90 Gründungen zu. In München wuchs die Zahl der Gründungen dagegen nur leicht um zwei Prozent auf 95.
    Tweet des Bundesverbands Deutsche Start-ups
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    ... sind junge innovative Unternehmen mit Wachstumsambitionen: Sie zeichnen sich durch ein innovatives Geschäftsmodell, ein innovatives Produkt oder eine innovative Dienstleistung aus. Außerdem haben sie Skalierungspotenzial, das heißt, Potenzial zu wachsen und sich zu entwickeln.

    Start-ups sind schon jetzt in einer Vielzahl von Branchen tätig, beispielsweise in der Informations- und Kommunikationstechnologie, im Gesundheitsbereich oder in der Industrie. Viele Start-ups richten ihre Geschäftsmodelle dabei auch auf internationale Märkte aus. In Deutschland sind 415.000 Menschen in einem Start-up beschäftigt.

    (Quelle: Start-up-Strategie der Bundesregierung, Bundesverband Deutsche Startups e.V.)

    München bei Start-ups an der Spitze

    Allerdings blieb die bayerische Metropole in Relation zur Einwohnerzahl an der Spitze: In München gab es demnach in den zwölf Monaten von Juli 2022 bis Juni 2023 rechnerisch 12,6 Neugründungen von Start-ups pro 100.000 Menschen, etwas mehr als in Berlin (12,3).
    Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) zeigte sich optimistisch, dass die Hauptstadt künftig auch bei den Neugründungen pro Einwohner wieder vorne liegen werde. Der Anstieg der Neugründungen um 40 Prozent zeige, dass "unser Ökosystem für Neugründungen gute Bedingungen bietet". "Schon heute ist Berlin zusammen mit London die beliebteste Start-up-Metropole in Europa", sagte Giffey.

    Die Hälfte aller Investitionen in Deutschland in dem Bereich gehen nach Berlin.

    Franziska Giffey (SPD), Wirtschaftssenatorin

    Das Start-up Quantum Systems baut High-Tech-Drohnen in der Nähe von München:

    Start-ups: Schub durch Pandemie, Flaute durch Ukraine-Krieg

    Der Startup-Verband wertete starke Gründungszahlen im Frühjahr sowie im Juni als Rückkehr zum Aufwärtstrend der vergangenen Jahre in Deutschland.

    Nach dem Einbruch der Neugründungen im Jahr 2022 ist das ein wichtiges Signal für die Wirtschafts- und Innovationskraft unseres Landes.

    Christian Miele, Vorstandsvorsitzender des Startup-Verbands

    Deutsche Start-ups hatten einen langen Boom erlebt und 2021 Rekorde bei der Finanzierung durch Investoren verzeichnet. In der Corona-Pandemie bekam die Digitalisierung einen Schub - ob bei Finanzgeschäften, Essenslieferungen oder beim Online-Shopping.
    Doch mit dem Krieg in der Ukraine, steigenden Zinsen und Unsicherheit in der Wirtschaft hatte sich der Markt gedreht: Investoren hielten sich zurück, Start-ups strichen reihenweise Jobs. Auch bei den Neugründungen ging es laut Startup-Verband bergab - von knapp 3.200 im Rekordjahr 2021 auf 2.619 im Jahr 2022. Mit fast 1.300 Neugründungen im ersten Halbjahr 2023 liegt die Zahl also weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau.
    Eva Kaili kehrt ins EU-Parlament zurück
    Seetang ist natürlich und vollständig biologisch abbaubar und kann zur Herstellung mehrerer Verpackungsprodukten verwendet werden. Das nutzt das Startup "Notpla".13.06.2023 | 2:07 min
    Das Londoner Start-up-Unternehmen "Notpla" will zeigen, dass die Zukunft nicht aus Plastik, sondern aus Seetang besteht:

    Uni-Städte beweisen Gründungs-Potential

    Bemerkenswert sei, dass sich im Ranking der Gründungen pro Kopf Karlsruhe, Darmstadt und Heidelberg als drei forschungsnahe Standorte unter den Top Fünf befänden. Das zeige das Potenzial jenseits von Start-up-Hotspots wie Berlin und München.

    Um unsere Stärke in der Forschung besser zu nutzen, müssen wir das Thema Unternehmertum in den Hochschulen prominenter machen und rechtlich-bürokratische Hürden bei der Ausgründung senken.

    Christian Miele, Vorstandsvorsitzender des Startup-Verbands

    "Gelingt das, werden wir an deutschen Universitäten noch viele Start-up-Gründungen sehen", so Miele.
    Quelle: dpa

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