Nach Kauf: Elon Musk übernimmt alleinige Twitter-Führung

    Machtausweitung nach Kauf:Elon Musk übernimmt alleinige Twitter-Führung

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    Elon Musk hat kurz nach dem Kauf des Kurznachrichtendienstes Twitter den Verwaltungsrat aufgelöst. Der Milliardär hat somit die alleinige Macht bei dem Online-Netzwerk übernommen.

    Kurz nach dem Kauf übernimmt der neue Eigner Elon Musk selbst die Führung beim US-Kurznachrichtendienst Twitter. Der Millardär steht nun allein an der Spitze der Plattform, wie aus einer Mitteilung des Gründers des Elektroauto-Bauers Tesla an die US-Börsenaufsicht hervorgeht. Das Direktorium wurde aufgelöst.

    Musk entlässt nach Übernahme Spitzenkräfte

    Nach einem monatelangen Tauziehen ist der als exzentrisch geltende Milliardär seit ein paar Tagen offiziell der Eigentümer des Social-Media-Netzwerks, das er sich 44 Milliarden Dollar kosten ließ. Unmittelbar danach feuerte Musk Twitter-Chef Parag Agrawal, Finanzchef Ned Segal und Chef-Justiziarin Vijaya Gadde.
    Musk hatte den Twitter-Führungskräften vorgeworfen, ihn und die Investoren über die Zahl gefälschter Konten auf der Social-Media-Plattform getäuscht zu haben. Nach offiziellen Angaben sind es weniger als fünf Prozent "Fake Accounts". Im Streit um die Unterlagen hatte Musk gedroht, die im Frühjahr verkündete Übernahme deswegen ganz abzublasen.

    Biselli: Twitter für Musk "Spielzeug"

    Anna Biselli von "netzpolitik.org" erklärt im ZDF-Morgenmagazin, was ihrer Ansicht nach nach der Twitter-Übernahme durch Musk zu erwarten ist. Biselli beschreibt Musk als unberechenbar. Aufgrund vergangener Handlungen könne niemand wissen, wie Musk weiter vorgehen werde. Viele Fragen blieben nach der Übernahme bisher offen, so unter anderem der künftige Umgang mit gesperrten Konten.

    Er hat Ankündigungen gemacht, was er mit Twitter machen will. Wir wissen aber gar nicht, wie ernst die zu nehmen sind und wie er es schaffen will, mit Twitter Geld zu verdienen.

    Anna Biselli, Chefredakteurin netzpolitik.org

    Weiter blickt Biselli besorgt auf Musks Verständnis von Redefreiheit. Musk sei nicht bewusst, was dies überhaupt bedeute. Er sei sich der Verantwortung, die mit dem Twitter-Kauf einhergeht, "null bewusst" und betrachte den Nachrichtendienst "als sein persönliches Spielzeug".
    Der "Absolutist der Meinungsfreiheit" sei sich der Verantwortung, die mit dem Kauf einhergeht, "null bewusst" und sehe Twitter "als seinen persönlichen Spielplatz", so Anna Biselli von "netzpolitik.org".01.11.2022 | 4:57 min
    Quelle: Reuters, ZDF