Selbstbewusst für ein weiter unabhängiges ZDF

Newsletter ZDF-Fernsehrat:Selbstbewusst für ein weiter unabhängiges ZDF

Rückblick auf die ZDF-Fernsehratssitzung vom 25. September 2026.

Blick in einen großen Konferenzraum während einer Sitzung des ZDF-Fernsehrats. Zahlreiche Menschen sitzen an hufeisenförmig angeordneten Tischen; im Vordergrund sind einige von hinten zu sehen. In der Mitte des Raums stehen Kameras auf Stativen

Der ZDF-Fernsehrat während seiner Sitzung am 25. September 2026 im Konferenzzentrum des ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg.

Quelle: ZDF/ Torsten Silz

Der ZDF-Fernsehrat steht für die Vielfalt der Gesellschaft – und doch spricht er in grundsätzlichen Fragen mit einer Stimme. Das hat das Gremium gleich zu Beginn seiner Sitzung deutlich gemacht und mit einem Votum zu den aktuellen Herausforderungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Position bezogen.

In dem Papier betont der Fernsehrat den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dabei stehen drei Punkte im Zentrum: "Vielfalt sichern", "Reformen konsequent fortsetzen" und "Qualitätsjournalismus im digitalen Raum gemeinsam mit privaten Medien stärken". Vor diesem Hintergrund hebt der Fernsehrat auch die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den Öffentlich-Rechtlichen ebenso wie mit den privaten Rundfunkanbietern zur Stärkung der Meinungs- und Medienvielfalt hervor. Erste Kooperationen zeigten bereits Erfolg. Als unabhängiges und gesellschaftlich breit verankertes Aufsichtsgremium werde der ZDF-Fernsehrat diesen Weg weiterhin aktiv begleiten.

Fernsehrat verabschiedet Positionspapier einstimmig 

Der Thüringer Minister für Bundes-, Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt Stefan Gruhner, der für sein Bundesland im ZDF-Fernsehrat sitzt, betonte, dass der Fernsehrat mit Selbstbewusstsein, unaufgeregt, aber auch mit Klarheit seine Position vertrete. Gruhner verwies dabei auch darauf, dass die wesentliche Konfliktlinie heute nicht mehr zwischen den Öffentlich-Rechtlichen und den Privaten, sondern in Konkurrenz mit Plattformen verlaufe.

Fernsehrätin Kathrin Sonnenholzner unterstrich, dass nicht nur alle Landesvertreter, sondern auch alle Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen im Fernsehrat das Positionspapier ausdrücklich unterstützten – über alle Verschiedenheiten der entsendenden Organisationen stünden sie zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und zum ZDF.

Drei-Stufen-Test für Telemedienänderungskonzepte

Der Fernsehrat hat sich in der Folge mit dem Drei-Stufen-Tests zu den Telemedienänderungskonzepten von ZDF, 3sat und phoenix befasst. Die entsprechenden Verfahren hatte der Fernsehrat im März auf Grundlage der Staatsvertraglichen Vorgaben eingeleitet. Aufwand und Kosten für den Prozess wurden kritisch hinterfragt. Mit dem Drei-Stufen-Test wird überprüft, ob Telemedienangebote vom öffentlich-rechtlichen Auftrag gedeckt sind.

Für Stufe eins hat der Fernsehrat die Stellungnahmen Dritter geprüft, für Stufe zwei bekam der Fernsehrat ein Gutachten zu den Auswirkungen auf alle relevanten Märkte zur Kenntnis, in Stufe drei prüfte der Fernsehrat den Beitrag der Telemedienänderungen in qualitativer Hinsicht zum publizistischen Wettbewerb. Die entsprechenden Ausschüsse formulierten Anregungen an das ZDF für die Änderungskonzepte. Nun folgt beim ZDF die Fortschreibung der Konzepte - das für das ZDF kommt vermutlich schon in der nächsten Sitzung zur Wiedervorlage, die Konzepte von 3sat und phoenix als Gemeinschaftsprogramme werden zunächst auch Thema bei den ARD-Gremien.

Führungspositionen fast geschlechtsparitätisch besetzt 

Ein weiteres wichtige Thema der Sitzung war der Bericht der Gleichstellungsbeauftragten des ZDF. "Wir brauchen Frauen in Verantwortung und nähern uns der Parität", leitet ZDF-Gleichstellungsbeauftragte Stephanie Keppler ihren Bericht zur Gleichstellung ein. Das vergangene Jahr war mit einem Spitzenwert von 47,6 Prozent der weiblichen Führungskräfte beinahe paritätisch.

In der anschließenden Debatte zum Bericht wurden die Zahlen gewürdigt – etwa von Fernsehrätin Cornelia Berger, die auch erfolgreiche Aktionen in der Außendarstellung wie die Orange Days lobte. Steffen Kampeter warb dafür, Angebote für Frauen in technischen Berufen auch im Programm stärker sichtbar zu machen, und Karin Haug plädierte für mehr Sichtbarkeit von Frauen in den Programmen des ZDF insgesamt.  

Beschwerdebericht online abrufbar 

Außerdem genehmigte der Fernsehrat bei seiner Sitzung den Jahresabschluss 2025 und beschäftigte sich etwa mit der Umsetzung des Reformstaatsvertrages oder der Nachhaltigkeit im ZDF. Zwei Programmbeschwerden wurden als unbegründet abgewiesen, in diesem Zusammenhang wies die Fernsehrats-Vorsitzende Gerda Hasselfeld darauf hin, dass der Beschwerdebericht mit allen – auch den bereits in den Programmausschüssen abschließend behandelten – Beschwerden, und auch mit den noch laufenden Verfahren jetzt im Internet abrufbar ist.

Ebenfalls im Internet abrufbar sind die Zusammenfassungen der weiteren Tagesordnungspunkte. Neben den hier dargestellten Themen hat der ZDF-Fernsehrat über den Tätigkeitsbericht des Intendanten, den Entwicklungsplan "Access 2028" für die Barrierefreiheit, den Reformstaatsvertrag, die Nachhaltigkeit im ZDF, und den Diversity-Bericht beraten.

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