37 Grad - die Einzeldokus - Unser Wunschkind und der Krieg
Ungewollt kinderlos
Rund 45.000 Euro kostet eine Leihmutterschaft in der Ukraine. In den USA kann eine Fruchtbarkeitsklinik sogar bis zu 150.000 Euro fordern. In einer Kiewer Klinik wurden Svens Samen und Doreens Eizelle erfolgreich vereinigt und in den Uterus von Leihmüttern eingesetzt. Doch drei Kinder sterben noch vor der Geburt, eines kurz danach. "Viele haben gefragt, warum gebt ihr nicht auf? Aber wir konnten nicht. Wir haben uns so sehr ein Kind gewünscht!" erzählt Doreen.
Endlich schwanger - dann Krieg
"37°" begleitet Sven und Doreen auf ihrer Reise zu Tochter Lena in die Zentralukraine. Der Film beobachtet Ängste, Erwartungen und Vorfreude der Wunscheltern, hinterfragt aber auch das "Geschäftsmodell Leihmutterschaft". Die Reise ist nicht ungefährlich. Doch das deutsche Paar will sein Kind so schnell wie möglich nach Deutschland holen. Während eines Bombenalarms treffen Doreen und Sven ihre Tochter das erste Mal in der Geburtsklinik. "In dem Moment haben wir gewusst, es hat sich alles gelohnt! Wir können der Leihmutter gar nicht sagen, wie dankbar wir ihr sind."
Traumatische Erfahrungen
Leihmutter Olena trägt dagegen schon zum zweiten Mal ein Kind für deutsche Wunscheltern aus. "Mir macht es einfach Freude, Paaren, die kinderlos sind, ein Baby zu schenken. Und ich kann damit meiner eigenen Familie helfen und uns etwas aufbauen." Der Durchschnittsverdienst der Ukrainer liegt bei 350 Euro im Monat. Eine Leihmutter verdient 15.000 Euro. Deshalb will Olena auch ein drittes Mal Leihmutter werden. Selbst wenn dann immer noch Krieg herrschen würde.
Viele offene Fragen
In der "37°"-Reportage wird klar: Noch immer sind durch den ungeklärten rechtlichen Status der Leihmutterschaft in Deutschland viele Fragen offen. Das bringt Probleme für die deutschen Wunscheltern, die ukrainischen Leihmütter, aber vor allem auch für die Wunschkinder, die im Krieg geboren werden.