Das Gute zum Wochenende: Regen nachhaltig nutzen

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    Das Gute zum Wochenende:Regenwasser nachhaltig nutzen

    Christian Dezer
    von Christian Dezer
    |
    ZDFheute Good News

    Guten Morgen,

    es mag überraschen, aber ich freue mich gerade sehr über den Regen der letzten Tage und über die Wetterprognose für die nächsten, die Regen und Schnee verspricht. Denn jeder Tropfen zählt. Experten sprechen schon von einer Winterdürre, Italien klagt aktuell über massiven Wassermangel, und viele Fachleute prognostizieren eine noch schlimmere Sommertrockenheit als im letzten Jahr.
    Der Regen allein wird nicht reichen, der Umgang mit ihm und mit Wasser insgesamt ist ausschlaggebend. Und wenn es um moderne und kluge Wasserplanung geht, gibt es zahlreiche Ansätze für Städte und Kommunen.
    Das Schlüsselwort heißt: "BlauGrün". Das steht für angepasstes Wasser- und Klimamanagement, zum Beispiel durch Schwammstädte, die Regenwasser dort halten, wo es fällt. Das geht über Grünanlagen, begrünte Dächer oder Fassaden.
    Stadt, Land - unter? plan b.:
    Große Wiesen, wo sich Wasser nach einem starken Regenguss sammeln kann, gehören ebenso dazu, wie Zisternen, also unterirdische Wasserspeicher, die das Wasser für Trockenperioden speichern. Vorreiter sind hier Kopenhagen und Singapur, Berlin und Leipzig ziehen inzwischen nach.
    Aber auch jede kleinere Gemeinde kann sich blaue Infrastrukturen zulegen, mit kleinen Teichen, Kanälen oder Seen. Ein Beispiel, wie Umstrukturierung gelingt, ist die Emscher - ein Abwasserfluss im Ruhrgebiet. Dort werden Teile des Flusses und der Nebenbäche renaturiert und auenähnliche Rückhaltebecken geschaffen, mit positiven Nebenwirkungen.
    Extreme Niederschläge können besser aufgenommen werden und das Wasser kann leichter in tiefere Schichten eindringen. Die neue Wasserlandschaft sorgt auch noch für ein angenehmeres Klima.
    Cool & clever - plan b.:
    In extremen Trockengebieten, wie in Israel und Marokko, setzen Landwirte erfolgreich auf Tröpfchenbewässerung, ein Lösungsansatz, der selbst in unseren Breiten immer häufiger zum Einsatz kommt.
    Auch eine ganzheitliche Weidewirtschaft, wie sie im südlichen Afrika entwickelt wurde und bereits im trockenen Ost-Niedersachsen erprobt wird, hilft, Wasser zu sparen. Statt Viehherden mehrere Tage auf derselben Weide zu halten, werden sie jeden Morgen und jeden Abend auf neue, kleine Weideflächen getrieben. Die Tiere fressen Klee und Gras nur oberflächlich ab, so dass die Pflanzen schnell nachwachsen und deutlich weniger Wasser brauchen.
    Zukunftsweisend ist auch die Agroforstwirtschaft. Dabei werden auf einer Fläche Bäume und Ackerkulturen, Wiesen und Weiden so kombiniert, dass es für Landwirte, Natur und Klima gleichermaßen vorteilhaft ist.
    Symbolbild Dürre
    27.08.2022 | 29:45 min
    SOS Dürre-Alarm - plan b.:
    Weltweit gehen 45 Prozent des Trinkwassers durch Lecks und Rohrbrüche verloren. In Deutschland sind es zwischen fünf und zehn Prozent. Um das zu verhindern, bieten erste Firmen Hilfe bei der Früherkennung an.
    Dabei wird eine spezielle Software mit Informationen gefüttert: Wie viel Wasser fließt normalerweise durch die Rohre und mit welchem Druck? Anhand dieser Daten erkennt das System Abweichungen durch Rohrbrüche oder Lecks sehr viel schneller, als Wasserwerke sie normalerweise bemerken.
    In Australien, Israel und Finnland ist das "Smart-Water-Monitoring" schon im Einsatz. Und "smart" und weitsichtig müssen wir bei unserem kostbarsten Gut dringend werden.
    Wie gesagt, es geht um jeden Tropfen, also genießen Sie den Regen am Wochenende.
    Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und viel Spaß beim Weiterlesen.
    Ihr Christian Dezer, Redaktionsleiter plan b

    Was noch gut war diese Woche

    Rekordhoch bei Ausgaben für Forschung: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung haben in Deutschland mit 113 Milliarden Euro einen Höchststand erreicht. Das Bundesamt für Statistik hat jetzt die Zahlen für 2021 bekanntgegeben. Der größte Anteil entfiel auf Naturwissenschaften und Mathematik, das prozentual höchste Wachstum hatte - coronabedingt - der Medizin- und Gesundheitsbereich. Deutschland hat damit zum fünften Mal das Ziel der EU erfüllt, das vorsieht drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung auszugeben.
    Darmspiegelung senkt Sterberisiko: Seit der Einführung des Darmkrebs-Screenings gibt es in Deutschland mehr als ein Fünftel weniger Erkrankungen. Studien belegen, dass die Häufigkeit von Neudiagnosen von Dickdarmkarzinomen bei Männern um 22,5 Prozent und bei Frauen sogar um 25,5 Prozent zurückgingen. Der Beobachtungszeitraum reichte von 2000 bis 2016. Die Krebshilfe empfiehlt ein Darm-Screening ab dem 45. Lebensjahr.
    Pflanzenwurzeln als Lebensspender: Ein Forscherteam der Universität Göttingen hat die Bedeutung von Pflanzenwurzeln für das Leben im Boden untersucht, insbesondere in den Tropen. Die Studie umfasste sowohl Regenwald als auch Gummi- und Ölplantagen in Sumatra. So fanden sie heraus, dass ohne lebende Wurzeln die Anzahl der Kleinstlebewesen, wie zum Beispiel Regenwürmer im Regenwald, um 42 Prozent und in den Plantagen um 30 Prozent abnimmt. Damit bietet die Studie neue Erkenntnisse, um nachhaltige Agrarlandschaften in den Tropen zu entwickeln.

    Ihre Portion Konstruktives am Wochenende

    Das Leben im Meer ist gefährdet. In der plan b-Dokumentation "SOS-Ozean - Hilfe für einen bedrohten Lebensraum" sehen Sie, wie man nachhaltiger mit unseren Weltmeeren umgehen kann.
    Ein Taucher im Meer ist umgeben von Korallen und Fischen
    09.03.2023 | 43:51 min
    SOS Ozean - plan b.:
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    Zusammengestellt von Christian Dezer und Jan Schüßler.