Antarktis: Riesiger Eisberg löst sich vom Festland

    Antarktis:Riesiger Eisberg löst sich vom Festland

    |

    Chasm-1, so heißt der riesige Eisberg, der sich jetzt in der Antarktis vom Festland gelöst hat. Ursache sei nicht der Klimawandel, betonen Forscher.

    Eisberg in der Antarktis.
    Immer wieder brechen in der Antarktis Brocken vom ewigen Eis ab.
    Quelle: Liu Shiping/XinHua/dpa/Symbolbild/Archiv

    In der Antarktis ist ein enorm großer Eisberg abgebrochen. Der rund 1550 Quadratkilometer - also fast den Ausmaßen der Millionenstadt London samt Außenbezirken entsprechend - große Eisklotz habe sich am vergangenen Sonntag während einer Springflut vom sogenannten Brunt-Eisschelf in der Antarktis gelöst, teilte die Polarforschungsorganisation British Antarctic Survey (BAS) mit.

    Ursache war nicht der Klimawandel

    "Diese Abspaltung haben wir erwartet, sie ist Teil des natürlichen Verhaltens des Brunt-Schelfeises. Das hängt nicht mit dem Klimawandel zusammen", sagte der BAS-Gletscherforscher Dominic Hodgson einer Mitteilung zufolge.
    Den Abbruch eines rund 1200 Quadratkilometer großen Eisberges im vergangenen Jahr hatten Forscher hingegen mit der Erderwärmung in Zusammenhang gebracht, da sich das Schmelzen des Meereises durch höhere Temperaturen deutlich beschleunigt hat. Der Spalt in der Eisdecke, der mit "Chasm-1"sogar einen Namen trug, ist bereits vor Jahren von Forschern entdeckt worden. Über die Jahre hinweg vergrößerte er sich, bis sich der Eisbrocken nun ablöste.
    Auf dem Schelfeis befindet sich die britische Forschungsstation Halley VI, von der aus Glaziologen seit Jahren die Ausdehnung riesiger Risse im Eis beobachten.
    Glaziologe Prof. Alun Hubbard steht vor einem reißenden Schmelzwasserfluss auf dem Eis, während hinter ihm tosend Gischt emporsteigt.
    Ein türkisfarbene Fluss aus Schmelzwasser schlängelt sich durch eine Eislandschaft.
    Luftaufnahme eines Schmelzsees inmitten des Eises.
    Im Sonnenlicht treibende Eisberge im Meer vor der Westküste Grönlands.
    Eine große Eismasse bricht vom Grönländischen Eisschild in den Ozean.
    Bei Nacht bereitet sich ein Kamerateam unter einem meterdicken isländischen Gletscher auf die Dreharbeiten vor. Durch eine Öffnung im Gletscher ist am Nachthimmel der Mond zu sehen.
    Die Gipfellandschaft der europäischen Alpen.
    Luftaufnahme einer arktischen Tundra, die von Wasserwegen durchzogen ist.
    Eine Luftaufnahme der Tundra im Sommer.
    Eine mächtige Lawine bewegt sich einen Berghang am Schchara im Kaukasus hinab.
    Ein Gletscher trifft auf das Meer. Im Hintergrund erheben sich Berggipfel und ein Vogel fliegt über die Szenerie.
    Nachtaufnahme von Polarlicht am Himmel über verschneitem Wald.
    Schneeverwehungen auf der Oberfläche des Untersees in der Ost-Antarktis.
    Luftaufnahme eines Waldgebietes, in dessen Mitte ein riesiger Krater zu sehen ist.
    Ein großes Stück Eis bricht von einem Gletscher ins Meer.

    Schmelzendes Gletscherwasser

    Glaziologe Prof. Alun Hubbard beobachtet die Kraft des schmelzenden Gletscherwassers am Grönländischen Eisschild auch an sogenannten "Gletschermühlen", die das Wasser in die Eisdecke fräst. (Aus Folge 1: "Planet im Wandel")

    Quelle: ZDF/BBC


    Geringste Eis-Ausdehnung 2022 gemessen

    Das Entstehen von Eisbergen ist ein natürlicher Prozess, der allerdings durch die Erderwärmung erheblich beschleunigt werden kann. Seit dem 19. Jahrhundert hat sich die Oberflächentemperatur der Erde im Schnitt um ein Grad erwärmt - genug, um Dürren, Hitzewellen und Tropenstürme zu verursachen.
    Üppiges Leben im Südpolarmeer trifft auf den lebensfeindlichsten Kontinent der Erde: die Antarktis. Dirk Steffens erkundet auf abenteuerlicher Expedition den siebten Kontinent.23.02.2020 | 43:30 min
    In der Antarktis ist die Klimaerwärmung stark zu spüren. Wie an vielen Orten des Planeten wurden in der Region im vergangenen Jahr Rekordtemperaturen gemessen. Im Februar 2022 wurde die geringste Eis-Ausdehnung in der Antarktis seit Beginn der Satellitenbeobachtung vor 44 Jahren registriert.
    Die Eisschilde auf Grönland und in der Westantarktis enthalten genug gefrorenes Wasser, um die Pegel der Ozeane um ein Dutzend Meter anzuheben. Viele Küstenstädte und ganze Inseln würden dadurch unbewohnbar.
    Quelle: dpa, AFP

    Mehr zur Antarktis