Einschätzung zum Ursprung:Corona: CIA geht eher von Laborpanne aus
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Kaum im Amt, ändert der neue CIA-Chef die Einschätzung seiner Behörde zum Corona-Ursprung: Wahrscheinlicher als ein natürlicher sei eine Laborpanne in China.
Anti-Corona-Maßnahmen: Leere Straßen in Wuhan im Januar 2020
Quelle: reuters
Die CIA geht jetzt offiziell davon aus, dass das Coronavirus ursprünglich aus einem chinesischen Labor entwichen ist. Der neue Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes, John Ratcliffe, änderte in einer seinen ersten Amtshandlungen die entsprechende Einschätzung seiner Behörde.
Die Theorie eines "forschungsbedingten Ursprung" sei "wahrscheinlicher als ein natürlicher" - also die Übertragung durch Tiere, zitieren US-Medien aus der Mitteilung. Man untersuche den Ursprung aber weiter und halte weiterhin auch die Theorie eines natürlichen Ursprungs für "plausibel".
John Ratcliffe neuer CIA-Chef unter Trump
Die CIA hatte zuvor die Position vertreten, es gebe nicht ausreichend Informationen, um zu beurteilen, ob das Virus von einem Tier auf den Menschen übergesprungen sei - oder auf eine Panne in einem chinesischen Labor zurückgehe. Ratcliffe dagegen hatte in der Vergangenheit die Labortheorie vertreten und Peking vorgeworfen, den Ursprung des Virus zu verschleiern.
Der US-Senat hatte Ratcliffe am Donnerstag vom US-Senat als neuen CIA-Chef bestätigt. Er war bereits während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump für mehrere Monate Geheimdienstkoordinator.
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Auch Ausschuss hegte Zweifel
Anfang Dezember hatte bereits ein Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses einen Bericht vorgelegt, der ebenfalls von einem wahrscheinlichen Ursprung des Erregers in einem Labor ausgeht. Zur Begründung hieß es unter anderem, in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan, wo das Virus zuerst registriert wurde, gebe es ein Labor, das mit unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen an Coronaviren forsche. Mitarbeiter seien dort schon im Herbst mit Covid-ähnlichen Symptomen erkrankt, lange bevor das Virus auf einem Markt von Wuhan entdeckt wurde. Zudem, so heißt es in dem Bericht, hätte im Fall eines natürlichen Ursprungs des Virus ein wissenschaftlicher Beleg dafür auftauchen müssen.
Aus wissenschaftlicher Sicht lässt sich die Frage nach der Herkunft des Erregers derzeit nicht klären. Eine im September im Fachblatt "Cell" veröffentlichte Studie hatte zwar Indizien darauf ergeben, dass der Erreger von Wildtieren stammt, die auf dem Markt in Wuhan gehandelt wurden. Eindeutige Rückschlüsse hatten die analysierten mehr als 800 Proben aber nicht zugelassen.
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Drosten: China soll Beweise vorlegen
Das liegt auch daran, dass die von den chinesischen Behörden zur Verfügung gestellten Proben erst ab Januar 2020 auf dem Huanan Seafood Market in Wuhan genommen wurden. Infektionen bei Menschen gab es jedoch nach Einschätzung von Fachleuten schon im November 2019.
Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité sagte in der "taz", er halte einen natürlichen Ursprung des Erregers "immer noch für wahrscheinlich". Allerdings hätte ein Beweis dafür eigentlich von China erbracht werden können. "Chinesische Wissenschaftler haben dafür alle technischen Möglichkeiten." Er fügte hinzu:
Je mehr Zeit vergeht, desto skeptischer werde ich.
„
Christian Drosten, Virologe
Eine andere Erklärung wäre, dass Sars-CoV-2 kein natürliches Virus gewesen sei, so Drosten weiter. "Die Politik sollte nach all den Jahren deutlicher die Forderung an China stellen, jetzt wirklich zu beweisen, dass es aus der Natur kommt."
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