Italien: Homosexuelle Katholiken dürfen Priester werden
Kirche öffnet Ausbildung:Italien: Homosexuelle dürfen Priester werden
|
Die Katholische Kirche in Italien erlaubt schwulen Männern, sich zu Priestern auszubilden zu lassen. Diese Lockerung könne zu "größerer Reife" der Kandidaten beitragen.
Katholische Priester im Petersdom in Rom (Archivfoto).
Quelle: action press/zuma press
Die Italienische Bischofskonferenz (CEI) hat entschieden, Homosexuelle künftig nicht mehr grundsätzlich vom Priesteramt auszuschließen. Dies geht aus neuen Regeln der CEI hervor, die vom Vatikan gebilligt wurden und am Donnerstag in Kraft getreten sind. In dem 68-seitigen Dokument heißt es:
Wenn im Ausbildungsprozess von homosexuellen Neigungen die Rede ist, ist es auch angebracht, die Unterscheidung nicht nur auf diesen Aspekt zu beschränken, sondern wie bei jedem Kandidaten seine Bedeutung im Gesamtrahmen der Persönlichkeit des jungen Menschen zu erfassen.
„
Italienische Bischofskonferenz (CEI)
Sex bleibt für homosexuelle Seminaristen jedoch tabu - wie auch für ihre heterosexuellen Kollegen in der katholischen Kirche.
Deutliche Lockerung der bisherigen Zugangsregeln
Mit dieser Entscheidung lockern die italienischen Bischöfe die bisherigen Zugangsregeln zur Priesterausbildung deutlich.
Bei der Katholischen Weltsynode wollten knapp 370 Teilnehmende Lösungen für schwierige Fragen finden, etwa zur Rolle der Frauen in der Kirche.02.10.2024 | 2:48 min
In den 2016 vom Vatikan veröffentlichten Richtlinien heißt es, "praktizierende Homosexuelle" seien ebenso wie Männer, die "tiefsitzende homosexuelle Tendenzen haben oder eine sogenannte homosexuelle Kultur unterstützen", grundsätzlich von der Priesterausbildung ausgeschlossen.
Bischöfe werben für "offene Diskussionen"
In der mehrjährigen Ausbildung müsse die Begleitung und Reifung der persönlichen Sexualität eine wichtige Rolle spielen, so die Bischöfe in den neuen Richtlinien. Sie werben für offene Diskussionen in den Ausbildungskursen. Einem Kandidaten müsse es ermöglicht werden, "sich seiner selbst, seiner Persönlichkeit und aller Teile, die zu ihrer Definition beitragen, einschließlich seiner Sexualität und seiner Orientierung, immer bewusster zu werden, um sie zu integrieren und mit ausreichender Freiheit und Gelassenheit zu handhaben".
Papst Franziskus hat in Rom das Heilige Jahr der katholischen Kirche eingeläutet. Nach der Öffnung der "Heiligen Pforte" im Petersdom fand die traditionelle Christmette statt.25.12.2024 | 0:29 min
Papst äußerte sich abwertend über Homosexuelle
Die Frage nach Homosexualität in der katholischen Priesterausbildung und im Klerus wird immer wieder diskutiert. Die offizielle katholische Kirchenlehre besagt immer noch, dass gleichgeschlechtliche Handlungen "von Natur aus ungeordnet" sind. Im Jahr 2013, nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt, hatte Papst Franziskus zwar erklärt:
Wenn jemand schwul ist und den Herrn sucht und guten Willen hat, wer bin ich dann, ihn zu verurteilen?
„
Papst Franziskus im Jahr 2013
Im Juni des vergangenen Jahres äußerte sich der Papst nach Berichten italienischer Medien bei einem Treffen der italienischen Bischofskonferenz allerdings abwertend über Homosexuelle in der katholischen Kirche. Er forderte die Bischöfe demnach auf, keine offen homosexuellen Männer in die Priesterseminare aufzunehmen, weil es dort schon genug "Schwuchtelei" gebe. Nach heftiger Kritik entschuldigte sich der Papst für seine Äußerung.
Quelle: dpa
Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Zur Anmeldung: ZDFheute-WhatsApp-Channel.
Um dir eine optimale Website der ZDFmediathek, ZDFheute und ZDFtivi präsentieren zu können, setzen wir Cookies und vergleichbare Techniken ein. Einige der eingesetzten Techniken sind unbedingt erforderlich für unser Angebot. Mit deiner Zustimmung dürfen wir und unsere Dienstleister darüber hinaus Informationen auf deinem Gerät speichern und/oder abrufen. Dabei geben wir deine Daten ohne deine Einwilligung nicht an Dritte weiter, die nicht unsere direkten Dienstleister sind. Wir verwenden deine Daten auch nicht zu kommerziellen Zwecken.
Zustimmungspflichtige Datenverarbeitung • Personalisierung: Die Speicherung von bestimmten Interaktionen ermöglicht uns, dein Erlebnis im Angebot des ZDF an dich anzupassen und Personalisierungsfunktionen anzubieten. Dabei personalisieren wir ausschließlich auf Basis deiner Nutzung der ZDFmediathek, der ZDFheute und ZDFtivi. Daten von Dritten werden von uns nicht verwendet. • Social Media und externe Drittsysteme: Wir nutzen Social-Media-Tools und Dienste von anderen Anbietern. Unter anderem um das Teilen von Inhalten zu ermöglichen.
Du kannst entscheiden, für welche Zwecke wir deine Daten speichern und verarbeiten dürfen. Dies betrifft nur dein aktuell genutztes Gerät. Mit "Zustimmen" erklärst du deine Zustimmung zu unserer Datenverarbeitung, für die wir deine Einwilligung benötigen. Oder du legst unter "Einstellungen/Ablehnen" fest, welchen Zwecken du deine Zustimmung gibst und welchen nicht. Deine Datenschutzeinstellungen kannst du jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in deinen Einstellungen widerrufen oder ändern.