Das Klaasohm-Fest auf der Insel Borkum ist friedlich und ohne gewaltvolle Zwischenfälle verlaufen. Auf den Brauch, Frauen mit Kuhhörnen zu schlagen, wird jetzt verzichtet.
Rund um den Klaasohm-Brauch auf der Nordseeinsel Borkum gab es zuletzt immer wieder Diskussionen.
Quelle: dpa
Der Nikolausbrauch Klaasohm auf der Nordseeinsel Borkum, bei dem es zuletzt zu gewaltsamen Übergriffen auf Frauen gekommen war, ist nach Einschätzung von Polizei und Stadt in diesem Jahr friedlich verlaufen. "Wir konnten keine Körperverletzungsdelikte oder körperliche Übergriffe feststellen, die mit dem diesjährigen Klaasohm-Fest in Verbindung stehen", sagte Malte Hagspihl, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück. Es habe eine Sachbeschädigung sowie eine gefährliche Körperverletzung gegeben, die aber nicht im Zusammenhang mit Klaasohm stehe.
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Mit Kostümen, aber ohne Gewalt
500 bis 600 Menschen nahmen am Fest teil. Der Brauch war am Donnerstagnachmittag gestartet. Bei der Tradition, die seit Generationen auf der ostfriesischen Insel gefeiert wird, verkleiden sich am Vorabend vor dem Nikolaustag sechs junge Männer mit Masken, Schafsfellen und Vogelfedern als sogenannte Klaasohms. Gegen Mitternacht sprangen sie schließlich von einer meterhohen Säule in eine Menschenmenge - dies gilt als Höhepunkt des Fests.
Borkumerinnen hatten für den Erhalt des Klaasohm-Festes demonstriert
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Ein Bericht des ARD-Magazins "Panorama" über die Tradition, deren Bestandteil zuletzt auch das Schlagen von Frauen mit Kuhhörnern war, hatte bundesweit Empörung ausgelöst. In dem Beitrag berichteten Borkumerinnen anonym von aggressiven Übergriffen. Ein Team filmte im vergangenen Jahr, wie die Klaasohms mit einem Kuhhorn Frauen auf den Hintern schlugen. Nach heftiger Kritik hatten die Veranstalter, der Verein Borkumer Jungens, angekündigt, den "Brauch des Schlagens" dieses Jahr abzuschaffen. Die Bilanz der Polizei fällt positiv aus:
Uns ist es heute hier gelungen, einen friedlichen Verlauf der Veranstaltung zu gewährleisten. Wir haben unser polizeiliches Ziel erfüllen können.
„
Malte Hagspihl, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück
Die Polizei war nach eigenen Angaben mit "starken Kräften" im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen.
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Bürgermeister: "Borkumer haben Zeichen gesetzt"
Borkums Bürgermeister Jürgen Akkermann (parteilos) sagte am späten Abend: "Das war eines der schönsten Klaasohm-Feste, die ich erlebt habe." Nachdem klar kommuniziert worden sei, dass Gewalt nicht toleriert werde, habe sich das Fest nun auf den eigentlichen Kern konzentriert. Weiter sagte Akkermann:
Die Borkumerinnen und Borkumer haben heute ein Zeichen gesetzt, wie sehr sie dieses Fest lieben. Es gab eine große Beteiligung.
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