König Charles besucht Hamburg: Gedenken und Klimaschutz

    Dritter Tag des Staatsbesuchs:Gedenken und Klimaschutz: Charles in Hamburg

    Porträt Ralf Zimmermann von Siefart, ZDF-Studioleiter Hamburg
    von Ralf Zimmermann von Siefart
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    Am letzten Tag ihres Staatsvisite besuchen König Charles und Gemahlin Camilla die Hansestadt Hamburg. Ein volles Programm: Gedenken, Hafenrundfahrt - und zum Abschluss eine Party.

    König Charles III. und seine Ehefrau Camilla sind für den letzten Tag ihres dreitägigen Staatsbesuchs in Deutschland mit einem regulären Zug von Berlin nach Hamburg gefahren. 31.03.2023 | 2:10 min
    Sie kommen nicht zum ersten Mal gemeinsam nach Deutschland. Der britische König und seine Königsgemahlin ("Queen Consort"). Aber zum ersten Mal nach Hamburg. Charles war schon häufiger hier.
    Legendär sein Besuch 1987 als Prince of Wales mit Prinzessin Diana an seiner Seite. Sie mehr schmollend als wollend, da kriselte es schon arg in ihrer Beziehung und das Interesse der Presse galt eher den Zwischentönen der beiden untereinander als der royalen Glanzrolle, in die sie auch in der Hansestadt nicht so recht hinein fanden.
    Am 3. Tag des Staatsbesuchs geht es für den 74-Jährigen - einst "ewiger Prinz", nun noch ungekröntes Staatsoberhaupt - mit Gemahlin Camilla also in die Freie und Hansestadt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reist mit den beiden an die Elbe, per Bahn.
    "Auch in Hamburg gibt sich König Charles sehr volksnah", so ZDF-Korrespondent Ralf Zimmermann von Siefart.31.03.2023 | 3:07 min
    Nachhaltig soll es vonstattengehen, aber auch möglichst pünktlich - so verlangt es das immer noch strenge Protokoll, wie man es in England kennt. Die Deutsche Bahn sollte sich also kundenfreundlich präsentieren bei dieser Reise.

    Erinnerung an bittere Momente deutsch-britischer Geschichte

    Ankunft Hamburg-Dammtor 12.32 Uhr am heutigen Freitag. Dann ein vierstündiges Programm ohne Punkt und Komma, bevor die beiden per Flieger auf die Insel zurückkehren. Ein erstes Innehalten am Denkmal für die jüdischen Kinder, die von ihren Eltern nach England geschickt wurden, um sie vor dem Zugriff der NS-Schergen zu bewahren. Ein berührendes Monument deutsch-britischer Geschichte, die beim Besuch in Hamburg wichtiger Bestandteil sein soll.
    So auch die geplante Kranzniederlegung in der kriegszerstörten und mahnenden Kirchenruine von St. Nikolai. Zerstört von alliierten Bombern im Zweiten Weltkrieg. Mit zehntausenden Toten bei der alliierten "Operation Gomorrha". Ein weiterer bitterer Moment deutsch-britischer Geschichte, die erstmals durch ein britisches Staatsoberhaupt in dieser Weise gewürdigt wird.

    Hamburg präsentiert klimapolitische Aktivitäten

    Nach Eintragung in das Goldene Buch und einem Fototermin auf dem Balkon des Rathauses wird der König in Begleitung von Bundespräsident Steinmeier und Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher eine Fahrt durch den Hamburger Hafen dazu nutzen, um sich über die klima- und umweltpolitischen Aktivitäten und Ziele der Hamburgischen Politik und Unternehmerschaft zu informieren.
    Für kaum ein Thema hat sich der britische Monarch, seit über 40 Jahren selbst Biobauer, so umfassend interessiert wie für das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz.
    Ehefrau und Königsgemahlin Camilla unterdessen wird eine Grundschule besuchen, an der nicht nur Englisch gelehrt, sondern auch "Britishness" vermittelt wird. Die Ehefrauen des Bundespräsidenten und des Bürgermeisters an ihrer Seite. Ein wenig riecht das nach protokollarischem Damenprogramm wie eh und je.
    Hier können Sie sich die gesamte Rede von König Charles III. im Bundestag anhören.30.03.2023

    König Charles' Besuch endet mit Party

    Zum Abschluss wird es eine von der britischen Botschaft ausgerichtete Party mit geladenen Gästen geben, an einem bis zuletzt geheim gehaltenen Ort am Wasser. Angeblich will der König noch das Tanzbein schwingen, was er sehr gerne tut. Wenn er gut gelaunt ist. Also wird man sich in Hamburg besondere Mühe geben für diesen Tag.
    Auch mit der Musik auf der Party. Im Angebot zum Beispiel Lord of the Lost, Deutschlands ESC-Teilnehmer, die Deutschland in sechs Wochen in Liverpool vertreten. Aber die spielen angeblich erst, wenn das Königspaar die Party bereits wieder verlassen hat und auf dem Weg zurück in die Heimat ist.

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