Ethikrat: Mensch nicht durch Künstliche Intelligenz ersetzen

    Regeln und Grenzen gefordert:Diese Risiken birgt KI laut Ethikrat

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    Künstliche Intelligenz darf Menschen nicht ersetzen, fordert der Ethikrat. Denn die Technologie bringt auch Risiken mit sich. Welche das sind, haben die Experten analysiert.

    Der Deutsche Ethikrat fordert Regeln und Grenzen für den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in Kernbereichen des Zusammenlebens. Softwaresysteme verfügten nicht über Vernunft, würden nicht selbst handeln und könnten daher keine Verantwortung übernehmen, heißt es in einer Stellungnahme des Ethikrats.
    Die Vorsitzende des Gremiums, die Medizinethikerin Alena Buyx, erklärte am Montag:

    KI darf den Menschen nicht ersetzen.

    Alena Buyx, Medizinethikerin

    Künstliche Intelligenz müsse menschliche Entfaltung erweitern und dürfe sie nicht vermindern. Das seien grundlegende Regeln für die ethische Bewertung.
    Wozu ist Künstliche Intelligenz in der Lage? Experte Sascha Lobo ordnet den aktuellen Stand zur ein - auch mit Blick auf Fake News und Propaganda. 10.03.2023 | 1:41 min

    Ethikrat analysiert Risiken von KI in vier Bereichen

    Das interdisziplinäre Gremium hat in der fast 300-seitigen Stellungnahme die möglichen Risiken des Einsatzes von KI in vier Kernbereichen analysiert: in der Medizin, der schulischen Bildung, der öffentlichen Kommunikation und Meinungsbildung sowie der öffentlichen Verwaltung.
    Die Wissenschaftler unterstreichen, dass in allen Bereichen der Mensch das letzte Wort haben muss.
    Zudem dürften durch die Nutzung von KI insbesondere in der Medizin nicht Schlüsselqualifikationen beim Fachpersonal beispielsweise in der Diagnostik verloren gehen, mahnen die Experten.
    In der Verwaltung dürften KI-Empfehlungen nicht blind befolgt und Maßnahmen zum Schutz vor Diskriminierung ergriffen werden, empfiehlt das Gremium.

    Der Deutsche Ethikrat ist ein unabhängiges Gremium in Deutschland, das sich mit ethischen Fragen und Herausforderungen im Bereich der Naturwissenschaften, Medizin und Gesundheitsversorgung beschäftigt.

    Die 26 Mitglieder werden von der Präsidentin des Deutschen Bundestages ernannt.

    Der Bundestag oder die Bundesregierung können den Ethikrat beauftragen, zu bestimmten Themen zu beraten.

    Quelle: dpa

    Ethikrat: Zunahme von Hass und Hetze im Internet

    In der Bildung dürfe Technologie kein Selbstzweck sein, sondern müsse das Ziel der Selbstbestimmung und reflektierten Persönlichkeitsbildung unterstützen.
    Im Bereich der öffentlichen Kommunikation problematisiert der Ethikrat die Wirkung von Algorithmen auf die Meinungsbildung und die Zunahme von Hass und Hetze im Netz. Er empfiehlt eine Weiterentwicklung der Regeln für Auswahl und Moderation von Inhalten, zu personalisierter Werbung und Datenhandel auf Online-Plattformen.
    Dem Gremium gehören 24 Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen, darunter Medizin, Recht, Philosophie und Theologie, an.

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