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Aufgaben gleichzeitig erledigen? : Warum wir alle kein Multitasking können

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Mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen: Viele versprechen sich von Multitasking mehr Produktivität und eine höhere Leistungsfähigkeit. Kann unser Gehirn das wirklich leisten?

Junge Geschäftsfrau mit Kopfhörern Smartphone und Laptop sitzt am Schreibtisch
Alles gleichzeitig: Die Digitalisierung verstärkt unseren Drang zu Multitasking.
Quelle: imago

Während einer Videokonferenz noch schnell E-Mails beantworten oder beim Kochen nebenbei mit Freund*innen telefonieren: Wir alle versuchen hin und wieder, aus Zeitdruck mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Doch entgegen der Erwartung benötigt das Gehirn für das Hin- und Herwechseln zwischen mehreren Aufgaben insgesamt sogar mehr Zeit. 

Die Erklärung: Unser Gehirn ist zu Multitasking, wie wir es uns vorstellen, überhaupt nicht in der Lage. "Menschen können nicht mehrere konzentrationsbedürftige Sachen gleichzeitig erledigen, weil die Kapazitäten des Arbeitsspeichers begrenzt sind", sagt die Psychologin Ulrike Kipman. Vielmehr wechselt es schnell zwischen den jeweiligen Aufgaben hin und her.  

Unser Gedächtnis reagiert auf Umweltreize. Sie sprechen unser sensorisches Gedächtnis an. Widmen wir etwas unsere Aufmerksamkeit, spricht das unser Arbeitsgedächtnis an - das die Informationen lernt und im Langzeitgedächtnis abspeichert.

Welche negativen Folgen hat Multitasking? 

Laut einer aktuellen Tagebuchstudie bearbeiten Arbeitnehmer*innen im Durchschnitt mindestens zwei Mal pro Stunde mehrere Aufgaben parallel. Der Studienautorin Vera Starker zufolge verlieren sie dadurch im Durchschnitt zwischen 15 und 28 Prozent der Zeit.  

"Das ist schon wirklich eine relevante Größenordnung", sagt die Wirtschaftspsychologin. Weiter geht aus der Studie hervor, dass Arbeitnehmer*innen durch das Wechseln zwischen Aufgaben mehr Fehler machen - durchschnittlich 18 Prozent. 

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Zudem werden relevante kognitive Funktionen des Gehirns beeinflusst: Probleme werden nicht so schnell erkannt, Lösungen gefunden oder Aufgaben schwerer priorisiert. "Für mich ist aber die gravierendste Folge, dass wir dadurch auch unsere Fähigkeiten zur Selbstreflexion und Empathie mildern", sagt Starker. 

Welche Folgen hat Multitasking für die Gesundheit? 

Langfristig kann Multitasking auch gesundheitliche Folgen haben: Betroffene fühlen sich erschöpft und das Gedächtnis ist geschwächt. Zudem kann der Cortisolspiegel steigen, was Schlafstörungen oder Depressionen begünstigen und das Immunsystem schwächen kann. 

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung? 

Durch die zunehmende Digitalisierung verstärkt sich unser Drang zu Multitasking, sagt Kipman. Der Psychologin zufolge werden Arbeitnehmer*innen durchschnittlich etwa alle elf Minuten durch eingehende E-Mails oder Nachrichten unterbrochen. "Das führt dazu, dass wir schneller abgelenkt sind", so die Professorin.  

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Was hilft, um die eigene Leistung wirklich zu verbessern? 

  • To-Do-Listen führen  
  • Konzentrationsübungen, etwa lesen oder handwerkliche Tätigkeiten  
  • Tür im Büro schließen  
  • Handy und E-Mailbenachrichtigungen auf stumm schalten  
  • Störquellen wie Radio und Fernseher ausschalten 

Sind Frauen besser in Multitasking als Männer? 

Der Mythos, dass Frauen Multitasking besser beherrschen als Männer, ist falsch: Es gibt keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Aber es gibt individuelle Unterschiede: Laut Wirtschaftspsychologin Starker falle es Kindern und älteren Menschen schwerer, schnell zwischen Aufgaben hin- und herzuwechseln.  

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