Nürnberg: Lange Haft für Polizisten wegen Vergewaltigung

    Landgericht Nürnberg-Fürth :Vergewaltigung: Polizist muss lange in Haft

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    Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat einen 34-jährigen Polizisten zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt - unter anderem wegen Vergewaltigung und Unterschlagung.

    Strafjustizzentrum des Landgerichts Nürnberg-Fürth
    Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat einen Polizisten wegen Vergewaltigung verurteilt.
    Quelle: dpa

    Ein Polizeibeamter ist wegen mehrerer Sexualdelikte und Unterschlagung zu einer Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.
    Das Landgericht Nürnberg-Fürth sprach den 34-Jährigen an diesem Mittwoch der Vergewaltigung in zwei Fällen, der sexuellen Nötigung und Belästigung sowie der Unterschlagung in zwei Fällen schuldig (Az.: 253 Js 11112/22).

    Angeklagter spricht von "einvernehmlichen Handlungen"

    Der Mann hatte ab dem Jahr 2017 mit vier Frauen zeitweise Beziehungen geführt und die Sexualdelikte vor Gericht bestritten. Stattdessen hatte der Angeklagte von "einvernehmlichen Handlungen" gesprochen.
    Vom Vorwurf der zweifachen Vergewaltigung einer weiteren Frau sprach das Gericht den Mann frei. Die mutmaßlich betroffene Frau konnte aufgrund ihres psychischen Zustands nach Angaben der Sprecherin nicht umfänglich vernommen werden. Deshalb habe das Gericht im Zweifel für den Angeklagten entschieden.
    Polizeigewalt
    Das Schlimme an Polizeigewalt sei, "wie die Behörden anschließend damit umgehen: ablehnen, leugnen, negieren", kritisiert der Polizeiwissenschaftler Rafael Behr.17.05.2023 | 6:01 min
    Dagegen schilderten die weiteren Zeuginnen während des Prozesses den Angaben nach zwei weitere Vergewaltigungen durch den 34-Jährigen, die nicht Teil der Anklage waren. Das Gericht berücksichtigte sie demnach im Strafmaß.

    Beamter stiehlt Geld aus Anwesen Verstorbener

    Der Beamte aus Nürnberg hatte zudem laut Anklage in den Jahren 2020 und 2022 während seines Dienstes in Anwesen von zuvor Gestorbenen Geld gestohlen. Das Gericht wertete das als Unterschlagung und ordnete die Einziehung von 4.600 Euro an.
    Aus Sicht des Gerichts nutzte der Mann seine Position als Polizist aus und beschädigte auch durch seine übrigen Taten das Ansehen der Polizei erheblich. Der Mann saß seit März 2022 in Untersuchungshaft und war vom Dienst suspendiert worden.
    Quelle: dpa

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