In diesem Jahr ist die Zahl einsatzbereiter Atomwaffen von 9.576 im Jahr 2023, auf 9.585 gestiegen. Das geht aus einem Bericht des Friedensforschungsinstituts Sipri hervor.17.06.2024 | 0:32 min
Die Anzahl der einsatzbereiten Atomwaffen ist im vergangenen Jahr abermals gestiegen. Zwar würden Sprengköpfe ausrangiert und die weltweite Zahl der Kernwaffen sinke seit Jahrzehnten, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri in seinem am Montag veröffentlichten Jahresbericht schreibt.
Zugleich würden aber immer mehr Sprengköpfe einsatzbereit gehalten. Das Institut bezog sich dabei auf Daten vom Januar 2024 im Vergleich zum Januar 2023.
Auch die Zahl von Kernwaffen in der Entwicklung hat zugenommen
Zugenommen hat laut Sipri auch die Zahl von Kernwaffen, die sich in der Entwicklung befinden, da Staaten ihr Vertrauen in die nukleare Abschreckung verstärkten.
Vom weltweiten Gesamtbestand der schätzungsweise 12.121 Sprengköpfe im Januar 2024 befanden sich etwa 9.585 in militärischen Lagerbeständen für den potenziellen Einsatz.
Rund 3.904 dieser Sprengköpfe waren auf Raketen und Flugzeugen bestückt - 60 mehr als im Januar 2023. Der Rest befand sich laut Bericht in Zentrallagern.
Experten: Der Trend wird sich beschleunigen
Die Experten erwarten, dass sich der Trend in den kommenden Jahren fortsetzen und noch beschleunigen wird, was "äußerst besorgniserregend" sei. Sipri zufolge verfügen neun Länder über Atomwaffen. Spitzenreiter sind dabei
USA und
Russland. In ihren Beständen befinden sich etwa 90 Prozent aller nuklearen Sprengköpfe.
Russlands Militär hat mit Übungen begonnen, die die Vorbereitung auf den Abschuss von Atomwaffen simulieren sollen. Dies teilte das russische Verteidigungsministerium mit.22.05.2024 | 0:19 min
Friedensforscher in großer Sorge
Die Transparenz in Bezug auf die Nuklearstreitkräfte der beiden führenden Länder hat nach Beginn des russischen
Angriffskriegs in der Ukraine im Februar 2022 abgenommen, kritisieren die Sipri-Experten.
"Wir haben seit dem Kalten Krieg nicht mehr erlebt, dass Atomwaffen eine so herausragende Rolle in den internationalen Beziehungen spielen seit dem Kalten Krieg", sagte Wilfred Wan, Leiter des Sipri-Programms für Massenvernichtungswaffen.
Quelle: dpa