UN beklagen gezielte Angriffe auf Zivilisten im Sudan
Hunderte Tote in Nord Darfur:UN beklagen gezielte Angriffe auf Zivilisten
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Der blutige Machtkampf im Sudan sorgt für Tausende Tote und Verletzte. Ein neuer UN-Bericht wirft nun ein Schlaglicht auf die Situation in Nord Darfur.
Seit eineinhalb Jahren herrscht Krieg im Sudan. Fast eine Million Menschen haben im Nachbarland Südsudan Zuflucht gesucht – und leben dort unter katastrophalen Bedingungen. 18.12.2024 | 2:49 min
Im Konflikt im Sudan sind im seit sieben Monaten anhaltenden Kampf um die Hauptstadt des Bundesstaates Nord Darfur allein Hunderte Menschen getötet worden. Die Vereinten Nationen sprachen in einem Bericht von mindestens 782 Toten und mehr als 1.143 Verletzten in El Fasher.
Für den Bericht wurden 52 Menschen interviewt, die aus der Stadt geflüchtet sind. Ihnen zufolge werden dicht besiedelte Wohngebiete regelmäßig und intensiv beschossen und auch aus der Luft angegriffen. Die Aussagen der Befragten seien von mehreren anderen unabhängigen Quellen bestätigt worden.
Im Sudan sind mindestens 176 Menschen bei Angriffen auf zivile Einrichtungen getötet worden. Im ostafrikanischen Land tobt seit eineinhalb Jahren ein brutaler Bürgerkrieg. 11.12.2024 | 0:25 min
UN schließen Kriegsverbrechen nicht aus
Seit Monaten missachteten die Konfliktparteien das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte. Diese Handlungen "könnten Kriegsverbrechen darstellen", warnte Li Fung, die Vertreterin des UN-Hochkommissars für Menschenrechte im Sudan.
UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk forderte das Ende der Belagerung von El Fasher. Die Situation werde das Leiden der Zivilbevölkerung auf "ein katastrophales Niveau heben und die ohnehin schon katastrophale humanitäre Lage, einschließlich der Hungersnot, noch weiter verschärfen", sagte Türk.
Der Konflikt im Sudan treibt Millionen in die Flucht – viele suchen Schutz im Südsudan. In Malakal spitzt sich die humanitäre Krise zu, täglich kommen Tausende an und benötigen Hilfe. Mima-Reporterin Susann von Lojewski berichtet.18.12.2024 | 4:33 min
Machtkampf zwischen al-Burhan und Ex-Stellvertreter
Im Sudan am Horn Afrikas herrscht seit April 2023 ein blutiger Machtkampf zwischen de facto-Machthaber Abdel Fattah al-Burhan und dessen früherem Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo. Daglos Miliz RSF kontrolliert den größten Teil Darfurs. El Fasher ist die letzte große Stadt, in der die Regierung noch die Kontrolle hat. Mehr als elf Millionen Menschen sind vor den landesweiten Kämpfen geflohen, etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche.
Von der Belagerung durch die Konfliktparteien seien Tausende Einwohner El Fashers betroffen. Wer versuche, die Stadt zu verlassen, sei wahllosen Angriffen von beiden Seiten ausgesetzt, hieß es.
Fast 26 Millionen Menschen sind von akutem Hunger bedroht, das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung. 755.000 Menschen stehen am Rande einer Hungersnot, wie UN-Analysen zeigen. Im Flüchtlingslager Samsam in Nord-Darfur mit 500.000 Flüchtlingen wurde bereits eine Hungersnot deklariert. 10,7 Millionen Menschen sind im Land auf der Flucht, mehr als zwei Millionen weitere sind über die Grenzen in Nachbarländer geflohen.
Nach UN-Schätzungen sterben im Sudan täglich mindestens hundert Menschen an den Folgen von Hunger; mindestens 30 Prozent der Kinder gelten als akut unterernährt. Neben dem Konflikt haben jetzt auch noch schwere Regenfälle und Überschwemmungen Häuser und Straßen zerstört und Zehntausende in die Flucht getrieben.
"Die Lage ist schlimmer als sie je zuvor im Sudan und in den meisten Staaten Afrikas war", so Volker Perthes, Politikwissenschaftler und ehemaliger UN-Sonderbeauftragter für Sudan.26.06.2024 | 4:51 min
Mitarbeiter des Welternährungsprogramms getötet
Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) äußerte sich "empört über die Tötung drei seiner Mitarbeiter" bei einem Luftangriff im Sudan am Donnerstag.
X-Post des WFP
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Bei dem Angriff sei ein WFP-Büro getroffen worden, hieß es in einer Mitteilung auf der Plattform X. Weitere Details, wie der genaue Ort des Angriffs oder die Nationalität der Mitarbeiter, waren zunächst nicht bekannt.
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