Bahngewerkschaft EVG: Streiks an Ostern ausgeschlossen

    Bahngewerkschaft:EVG: Streiks an Ostern ausgeschlossen

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    Laut Eisenbahngewerkschaft EVG müssen Reisende über Ostern keine Streiks befürchten. Ziel der Streiks seien die Arbeitgeber und nicht die Reisenden, so die EVG.

    Ein Regionalexpress fährt am Berliner Hauptbahnhof ein.
    Während am Montag der Zugverkehr weitestgehend stillsteht, soll es an Ostern laut EVG keine Streiks geben.
    Quelle: Christoph Soeder/picture alliance/dpa/obs

    Nach dem großen Verkehrsstreik kommenden Montag müssen Zugreisende in Deutschland für Ostern laut Eisenbahngewerkschaft EVG keinen Bahn-Streik befürchten. "Da wir mit Streiks die Arbeitgeber und nicht die Reisenden treffen wollen, werden wir rund um die Osterfeiertage nicht verhandeln", erklärte die EVG nach Angaben der "Bild am Sonntag".

    Damit können Streiks rund um die Feiertage für alle Reisenden ausgeschlossen werden.

    EVG

    Die EVG hat ihre Mitglieder für Montag zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen. Gleichzeitig legen auch Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Arbeit nieder. Die Deutsche Bahn stellt ihren Fernverkehr am Montag daher komplett ein, mit Verzögerungen und Ausfällen müssen Zugreisende aber voraussichtlich schon am Sonntagabend und noch bis Dienstag rechnen.
    Wegen des Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen und bei der Bahn kommen auf Deutschland die umfangreichsten Streiks seit vielen Jahren zu. 25.03.2023 | 2:17 min

    Luftverkehr auch von Streiks betroffen

    Auch bei DB Regio, die den Regionalverkehr betreibt, wird nach Angaben der Bahn größtenteils kein Zug rollen. Betroffen von den Streiks sind außerdem der Luftverkehr sowie in einigen Bundesländern auch der öffentliche Nahverkehr.
    Die EVG verhandelt bundesweit in 50 Bahn- und Busunternehmen über einen neuen Tarifvertrag. Sie fordert bei einer Laufzeit von einem Jahr Lohnerhöhungen von insgesamt zwölf Prozent, mindestens aber 650 Euro als "soziale Komponente".

    Verdi-Chef: Mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit

    Verdi-Chef Frank Werneke riet den Bürgern gegenüber "Bild am Sonntag" dazu, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren oder zu Fuß zu gehen. Streik wirke nur dann, wenn er ein unmissverständliches Signal aussende.

    Trotz all des Trommelfeuers gegen uns verzeichnen wir seit Anfang des Jahres 70.000 neue Mitglieder. Das ist der stärkste Mitgliederanstieg seit unserer Gründung vor mehr als 20 Jahren.

    Frank Werneke, Verdi-Chef

    Streiks dienten zwar nicht der Gewinnung von Neumitgliedern, viele, die sich erstmals an einem Arbeitskampf beteiligten, würden dann aber eintreten.
    Ein Zusammentun zwischen Gewerkschaften, wie jetzt bei Verdi und EVG, ist eher selten. Eine Einschätzung von ZDF-Reporter Peter Wagner aus Frankfurt.23.03.2023 | 0:50 min

    Arbeitgeber: Streik schädigt Ansehen des öffentlichen Dienstes

    Die Präsidentin der Vereinigung Kommunaler Arbeitgeber (VKA), Karin Welge, hat den geplanten Großstreik in dem Vorabbericht scharf kritisiert.
    Das Bestreiken von Nahverkehr, Fernverkehr und Flughäfen sei überzogen und schädige nicht nur das Ansehen des öffentlichen Dienstes, sondern insgesamt das Ansehen des Standortes Deutschland, der auf Mobilität angewiesen sei, sagte Welge laut "Bild am Sonntag".
    Quelle: AFP, Reuters

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