Landtagswahl am 1. September:Wer in Thüringen auf dem Wahlzettel steht
Am 1. September wird in Thüringen gewählt. Eines ist sicher: Die Wahl wird die Verhältnisse im Erfurter Landtag verändern. Die Parteien für die Wahl und ihre Ziele im Überblick.
Parteien für die Wahl in Thüringen
Familienzentren, Senioren- und Pflegestützpunkte sollen gefördert, das Programm "AGATHE - älter werden in der Gemeinschaft" zur aktiven Teilnahme älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben ausgebaut werden. In der Migrations- und Asylpolitik will die Partei unter anderem den Zugang zum Arbeitsmarkt für geflüchtete Menschen durch Aufhebung von Arbeitsverboten erleichtern. Zudem fordert die Linke die Einführung eines Thüringer Lobbyregisters zur Transparenz der politischen Einflussnahme sowie die Modernisierung des Wahlrechts für langjährig in Thüringen lebende Menschen.
Für den ländlichen Raum fordert sie mehr Infrastrukturmaßnahmen. In der Energiepolitik richtet sich die AfD gegen den Neu- und Ausbau von Windkraftanlagen und setzt zur Stromerzeugung auf Gas, importiert aus Russland. Zudem fordert sie eine Rückkehr zur Kernenergienutzung. Durch steuerliche Entlastungen soll die Abwanderung von Fachkräften aufgehalten werden, zudem setzt die AfD auf mehr direkte Demokratie.
Mit der Einrichtung einer Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) will die Partei für Thüringer Unternehmen und potenzielle Fachkräfte ein zentraler Ansprechpartner schaffen. Verfahren von Asylbewerbern mit geringer Bleibeperspektive sollen beschleunigt werden. Zudem will die CDU Thüringen zum digitalsten Bundesland machen, Gründungen erleichtern ("eine Gründung anzumelden darf nicht länger dauern als ein Fußballspiel"), Kernkraft weiter nutzen und den Anteil der Bürgerenergiegenossenschaften erhöhen. Familien sollen von der Grunderwerbsteuer befreit werden und gleichzeitig einen Eigenheim-Zuschuss bekommen.
Zudem will die SPD ein Programm zur Stärkung der Gemeinwesensarbeit einführen und gesetzlich verankern. Menschen, die Angehörige pflegen, sollen besser unterstützt werden. Für Thüringer mit geringer Rente will die SPD eine jährliche Einmalzahlung einführen, der Mindestlohn soll erhöht werden. Die Partei will ein Ausbildungsprogramm zur Gewinnung von ausländischen Fachkräften auflegen, das maßgeschneiderte Betreuung und Sprachkurse enthält. Die SPD setzt sich außerdem für eine erhöhte Polizeipräsenz sowie den Schutz von Sicherheits- und Rettungskräften ein.
Die Grünen setzen zudem auf längeres gemeinsames Lernen und mehr Ganztagsschulen. Sie fordern eine landesweite Mobilitätsgarantie. Damit sollen alle Gemeinden in Thüringen zwischen 5 und 22:30 Uhr mindestens einmal in der Stunde mit Bus, Bahn oder Rufbus erreicht werden. Zudem tritt die Partei ein für gesellschaftliche Vielfalt sowie gegen Diskriminierung. Gefordert wird unter anderem ein Ausbau von Barrierefreiheit, Frauenhäusern und queeren Zentren. In der Migrationspolitik setzen die Grünen in Thüringen unter anderem auf den Ausbau von Erstaufnahmeeinrichtungen, die Ausweitung von Sprachkursangeboten und die Vereinfachung der Anerkennung ausländischer Abschlüsse.