Iran stimmt Überwachung von Atomanlagen zu

    Einigung mit IAEA:Iran stimmt Überwachung von Atomanlagen zu

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    Der Iran hat zugestimmt, wieder Kameras in seinen Atomanlagen zu installieren. Auch bei den Inspektionen kam die Atomenergiebehörde weiter.

    IAEA-Direktor Rafael Mariano Grossi wird von Irans Präsident Ebrahim Raisi empfangen
    IAEA-Direktor Rafael Mariano Grossi (l.) wird bei seinem Besuch von Irans Präsident Ebrahim Raisi empfangen.
    Quelle: epa

    Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat mit dem Iran eine genauere Überwachung von Nuklear-Anlagen vereinbart. Das gaben die IAEA und die iranische Atom-Organisation AEOI am Samstagabend bekannt. Zuvor hatte IAEA-Chef Rafael Grossi in Teheran Gespräche mit Irans Präsidenten Ebrahim Raisi geführt.
    Der Iran hatte zuletzt die Anreicherung von Uran bis zu einem sehr hohen Reinheitsgrad von 60 Prozent vorangetrieben und damit internationale Sorgen befeuert, dass dieses Material für Atomwaffen weiterverarbeitet werden könnte. Dafür wäre ein nur knapp höherer Grad von 90 Prozent nötig.

    Spuren von sehr reinem Uran entdeckt

    Außerdem hatten IAEA-Experten vor kurzem in der Atom-Anlage in Fordo Spuren von Uran mit einem Reinheitsgrad von 84 Prozent gefunden. Seitdem versucht die IAEA zu klären, ob der Iran dieses Niveau gezielt erreichte, oder ob es sich um einen unbeabsichtigten, kurzfristigen Spitzenwert handelte, wie Teheran argumentiert.
    Baut der Iran an der Atombombe? Diese Sorge treibt die Welt um. Und einiges spricht dafür, dass die Mullahs mehr wollen als nur die friedliche Nutzung der Nukleartechnik.15.03.2023 | 44:05 min
    Voriges Jahr musste die IAEA im Iran Kameras und andere Überwachungsgeräte abbauen. Nun sollen diese in Kürze wieder in Betrieb gehen, kündigte Grossi nach seiner Rückkehr von Teheran nach Wien an. Der IAEA-Chef beschrieb die neue Vereinbarung in einer Pressekonferenz als ein "Abbinden, um das Ausbluten des Informationsflusses zu stoppen."

    Iran erlaubt mehr Inspektionsbesuche

    Teheran erlaube auch häufigere Besuche von Inspektoren in Fordo, sagte Grossi. Details zu dem verbesserten Inspektionsmodus müssten jedoch noch von den beiden Seiten geklärt werden, hieß es in der gemeinsamen Erklärung.
    Grossi war in den Iran gereist, um einen besseren Zugang für IAEA-Inspektoren zu erreichen, und um Fragen zu mutmaßlichen geheimen Atom-Aktivitäten in der Vergangenheit anzusprechen. Dabei geht es vor allem um die ungeklärte Herkunft von Spuren radioaktiven Materials an drei Orten.

    Generalsekretär Djir-Sarai
    :FDP: Atomverhandlungen mit Iran abbrechen

    FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai spricht sich im ZDF für Sanktionen gegen Iran aus. Neben "personenbezogenen Sanktionen" sei auch "die Aussetzung des Atomabkommens" notwendig.
    von Stefanie Reulmann
    Bijan Djir-Sarai, FDP-Generalsekretär spricht beim FDP-Bundesparteitag
    Der Iran sei bereit, dazu weitere Informationen bereitzustellen und Inspektionen zu erlauben, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. "Bislang bekamen wir nicht die Kooperation die wir anstrebten", stellte Grossi in Wien klar. Die jahrelangen Gespräche zu den offenen Fragen würden nun schon "zu lange" dauern, sagte er.

    • Der Iran verpflichtete sich 2015, sein Atomprogramm einzuschränken.
    • Im Gegenzug wurden westliche Sanktionen aufgehoben. Der Pakt sollte verhindern, dass das Land Atomwaffen entwickelt.
    • Nachdem die USA 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen waren, machte Teheran die Beschränkungen rückgängig.
    • Verhandlungen zur Rettung des Abkommens liegen auf Eis.
    • Der Iran hatte immer wieder beteuert, sein Atomprogramm nur zivil zu nutzen.

    Grossi: Kooperative Atmosphäre in Teheran

    In Teheran sprach Grossi von einer kooperativen Atmosphäre. Irans Atomchef sagte, mit der IAEA sei ein Plan erarbeitet worden, die offenen Streitpunkte zu klären.

    Wir hoffen, dass der Besuch von Grossi zu einer professionellen Zusammenarbeit in der Zukunft führen wird.

    Mohammed Eslami, Atomchef

    Nach seinen Worten reichert der Iran das Uran nicht über einen Reinheitsgrad von 60 Prozent an. Eslami kündigte eine internationale Atomkonferenz in Teheran an.
    Teheran machte die Zugeständnisse nur kurz vor Beginn einer regulären Sitzung des IAEA-Gouverneursrates am Montag. Das Gremium hatte den Iran voriges Jahr zweimal wegen mangelnder Kooperation mit der IAEA verurteilt.
    Quelle: dpa
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