Wahlgeräte defekt, ein Anschlag: Pannen bei Wahl in Nigeria

    Viele Pannen überschatten Wahlen:Nigeria: Gewalt und Verzögerungen bei Wahlen

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    Lange Schlangen, Pannen mit Wahlgeräten, ein Bombenanschlag - bei den Wahlen in Nigeria kommt es zu Problemen und Verzögerungen. Wahllokale bleiben teils einen Tag länger geöffnet.

    Wahlbüro in Lagos, Nigeria
    Hohe Beteiligung: Wahlbüro im nigerianischen Lagos
    Quelle: epa

    Die Wahlen in Nigeria werden von Verzögerungen und teils auch von Gewalt überschattet. Stunden nach offizieller Schließungszeit der Wahllokale standen am Samstagabend wegen organisatorischer und technischer Probleme vielerorts noch Menschen Schlange, um ihre Stimmen abzugeben. Die Wahlkommission ordnete an, dass in manchen Landesteilen die Wahl am Sonntag weitergehen sollte.

    Premiere mit elektronischen Wahlgeräten - viele Ausfälle

    Zum ersten Mal wurden elektronische Wahlgeräte eingesetzt, um Betrug zu verhindern. Jedoch fielen die Geräte mancherorts aus, zudem öffneten einige Wahllokale mit Verspätung.
    Viele äußerten sich verärgert. "Das ist nicht normal", sagte die Studentin Blessing Mbanefo, die vor einem Wahllokal in der südöstlichen Stadt Akwa ausharrte.

    Ich werde die ganze Nacht warten, ich bin zum Wählen gekommen, und ich werde das auch tun.

    Blessing Mbanefo, Wählerin

    "Wir werden von unserem Wahlrecht Gebrauch machen, egal, wie lange das dauert", sagte Kabiru Sani vor einem Wahllokal in der nordwestlichen Stadt Kano.

    Mörserbomben vor Wahllokal auf Menschen geworfen

    In Borno, im Norden des Landes, kam es zu Zwischenfällen. Dort wurden zwei Mörserbomben auf Menschen geworfen, die anstanden, um ihre Stimme abzugeben. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt. Viele blieben anschließend der Wahl fern, aus Angst vor weiteren Angriffen. Es wird vermutet, dass die Terrororganisation Boko Haram für die Attacke verantwortlich ist.
    Rund 400.000 Sicherheitskräfte waren im ganzen Land im Einsatz, um die Wahl abzusichern. Wahlen in Nigeria waren in früheren Jahren häufig von Gewalt, logistischen Problemen und Vorwürfen der Wahlfälschung begleitet gewesen.

    Wahlen im Chaos
    :Nigeria sucht einen neuen Präsidenten

    Das bevölkerungsreichste Land Afrikas stimmt über ein neues Staatsoberhaupt ab. So viele Menschen wie nie haben sich registrieren lassen - trotz Terror und Gewalt.
    Susann von Lojewski, Nairobi
    Wahlplakate in Lagos

    Wahl gilt als richtungsweisend

    Mehr als 93 Millionen Menschen hatten sich für die Wahl eines neuen Präsidenten und eines neuen Parlaments registrieren lassen. Die nigerianische Zeitung "The Guardian" berichtete von einer hohen Beteiligung. Die Abstimmung in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas gilt als richtungsweisend.
    Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Peter Obi von der politisch bisher kaum bedeutsamen Arbeiterpartei, Bola Tinubu von der Regierungspartei APC und Atiku Abubakar von der größten Oppositionspartei PDP. Das Wahlergebnis wird innerhalb der nächsten Woche erwartet.

    Trotz Ölreichtums leben viele in Armut

    Obwohl Nigeria riesige Ölvorkommen hat, leben viele Menschen in dem westafrikanischen Land in Armut. Nach Angaben der Weltbank hat sich die Wirtschaft nach der durch Corona bedingten Rezession zwar erholt. Aber die mehr als 200 Millionen Nigerianerinnen und Nigerianer leiden unter anderem unter der hohen Inflation.
    Wegen einer stockenden Währungsreform war zuletzt zudem das Bargeld knapp. Auch Benzin ist vielerorts kaum zu haben.
    Quelle: AFP, epd, Reuters

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