Herzinsuffizienz: Telemonitoring hilft bei Herzschwäche
Telemedizin bei Herzinsuffizienz:Herzschwäche: Symptome digital überwachen
von Thomas Förster
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Betroffene von Herzschwäche merken oft zu spät, wenn sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Unter Lebensgefahr müssen sie dann in die Notaufnahme. Telemedizin kann das ändern.
Herzschwäche ist nicht heilbar. Aber das Leben von Patienten wie Sirko Heusinger lässt sich mit Telemedizin erleichtern und die Lebenserwartung erhöhen.27.09.2024 | 5:21 min
Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist mit rund vier Millionen Betroffenen in Deutschland eine Volkskrankheit. Die Erkrankung ist der häufigste Grund für eine Klinikeinweisung, knapp 40.000 Patienten sterben jedes Jahr daran.
Was ist eine Herzinsuffizienz?
Bei einer Herzinsuffizienz kann die Funktion des Herzens so gestört sein, dass es sich nicht mehr ausreichend dehnen und entspannen kann. Auch die Pumpleistung kann geschwächt sein. Dann pumpt das Herz unter Umständen nicht mehr ausreichend Blut in den Körper.
Die Krankheit kann eine Folge verschiedener Vorerkrankungen wie Herzinfarkt oder von langjährigem Bluthochdruck sein. Vor allem aber tritt Herzschwäche in Verbindung mit einer koronaren Herzerkrankung auf. Dabei verengen sich die Herzkranzgefäße durch Ablagerungen. In der Folge können sie nicht mehr ausreichend sauerstoffreiches Blut zum Herzmuskel transportieren. Die Pumpleistung des Organs nimmt kontinuierlich ab. Es kommt zu einer chronischen Schwäche des Herzens.
Herzschwäche entsteht oft aufgrund einer koronaren Herzerkrankung. Bei dieser kann es zu Durchblutungsstörungen durch Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen kommen. Das führt im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt. 05.12.2022 | 0:59 min
Wie man Herzschwäche behandelt
Die Herzinsuffizienz ist eine chronische Krankheit - und unheilbar. Ärzte können nur ihr Fortschreiten verlangsamen, vor allem durch Medikamente. Die sollen das Herz entlasten und Symptome wie Atemnot, Müdigkeit und Schwäche lindern. In schweren Fällen ist der Einsatz eines Herzschrittmachers oder Defibrillators notwendig.
Früher war Schonung das oberste Gebot, heute gilt Ausdauertraining als einer der wichtigen Therapiebausteine. Gut für die Herzgesundheit ist darüber hinaus eine Begrenzung der Trinkmenge auf maximal 1,8 Liter pro Tag.
Bei jedem Dritten in Deutschland ist der Blutdruck zu hoch. Das kann zu schweren Folgeerkrankungen führen. Um das zu verhindern, können unkonventionelle Methoden sinnvoll sein.
von Thomas Förster
mit Video
Kardiale Dekompensation als Gefahr
Die gefährlichste Situation für die Patienten ist eine sogenannte Dekompensation. Dann kann das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen. Es sammelt sich Wasser in der Lunge und es kommt zu starker Kurzatmigkeit. "Dann muss der Patient schnell in die Notaufnahme", so der Kardiologe Friedrich Köhler, Leiter der kardiovaskulären Telemedizin im Deutschen Herzzentrum der Charité.
Eine Dekompensation führt immer zu der stationären Aufnahme und ist lebensbedrohlich. Jede Krankenhauseinweisung wegen Herzschwäche verkürzt die Lebenserwartung erheblich.
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Prof. Friedrich Köhler, Kardiologe, Deutsches Herzzentrum der Charité Berlin
So betrage die Lebenserwartung von Patienten nach einem Klinikaufenthalt aufgrund einer Dekompensation im Schnitt maximal drei Jahre.
Mit Smartwatches können Patienten ihre Herzgesundheit kontrollieren, immer ergänzend zum Arztbesuch. Annelies Priefer hat erst durch ihre Smartwatch herausgefunden, dass sie Vorhofflimmern hat.01.11.2023 | 5:07 min
Wie Telemedizin unterstützen kann
Bei Patienten mit Telemonitoring werden jeden Tag wichtige Gesundheitsdaten zu Hause überwacht, wie zum Beispiel Blutdruck, EKG und Gewicht. Die Geräte für die Messung bekommen sie gestellt. Die Daten werden automatisch an ein telemedizinisches Zentrum gesendet, dort kontrollieren sie Spezialisten täglich.
Bei Auffälligkeiten werden die Patienten angerufen. Je nach Situation müssen sie ihre Medikation anpassen, zeitnah einen Kardiologen aufsuchen oder in dringenden Fällen direkt in eine Notaufnahme. Es handelt sich beim Telemonitoring um ein zusätzliches Sicherheitsnetz neben den regelmäßigen Kontrollen beim Arzt.
Für wen Telemedizin infrage kommt
Die telemedizinische Überwachung ist für Patienten mit einer Herzschwäche ab Schweregrad zwei eine Kassenleistung. Deren Belastbarkeit ist so stark eingeschränkt, dass sie keine 27 Treppenstufen ohne Pause schaffen. Das betrifft rund 150.000 Menschen in Deutschland, aber nur rund jeder Zehnte wird auch telemedizinisch betreut. Friedrich Köhler kritisiert, dass dafür auch die Skepsis einiger Kollegen gegenüber der modernen Technik verantwortlich sei. Er fordert:
Das Ziel muss sein, dass die Mehrzahl der Patienten, die das wollen, in zwei Jahren ein Angebot zur Telemedizin bekommen.
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Prof. Friedrich Köhler, Zentrum für kardiovaskuläre Telemedizin, Deutsches Herzzentrum der Charité Berlin
Warum Telemedizin wertvolle Zeit spart
Durch die telemedizinische Überwachung können Ärzte eine Verschlechterung des Gesundheitszustands anhand der Gewichtsentwicklung und des EKGs frühzeitig erkennen. Und zwar Tage bevor der Patient überhaupt Symptome hat. So kann eine Dekompensation verhindert werden.
Die Charité testet gerade in einer Studie, ob künstliche Intelligenz Verschlechterungen des Zustands noch frühzeitiger erkennen kann. Dabei soll eine Stimmanalyse weiterhelfen. Denn die Stimme der Patienten verändert sich bei einer Herzschwäche schon lange bevor sie selbst eine Verschlechterung ihres Zustands bemerken. In der Studie testet das Universitätsklinikum gemeinsam mit einem Startup, ob künstliche Intelligenz die relevanten Stimmmuster rechtzeitig präzise analysieren kann.
Ziel ist es, mit Medikamenten frühzeitig gegenzusteuern. Dadurch kann rund ein Drittel aller Krankenhausaufenthalte von Patienten mit Herzschwäche verhindert werden. Sie leben also länger und besser als ohne Telemedizin.
Immer mehr Ärztinnen und Ärzte bieten Videosprechstunden an - Telemedizin nennt sich das. Wie das funktioniert und warum datenschutzrechtliche Bedenken unbegründet sind.
von Thilo Hopert
FAQ
Quelle: dpa
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