Deutsche in Formel 1: Ein Stammfahrer und viele Gerüchte

    Deutsche in der Formel 1 :Ein Stammfahrer, ein Ersatzmann und Gerüchte

    von Karin Sturm
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    Mit Wieder-Einsteiger Nico Hülkenberg ist in der neuen Saison der Formel 1 nur noch ein Deutscher dabei. Schlagzeilen machte zuletzt aber vor allem Sebastian Vettel.

    23.02.2023, Formel-1-Testfahrten in Bahrain. Nico Hülkenberg sitzt in seinem Rennwagen des Teams Haas.
    Der letzte verbliebene deutsche Stammpilot in der Formel 1: Nico Hülkenberg, hier bei Testfahrten in Bahrain.
    Quelle: Hasan Bratic/dpa

    Irgendwann wurde es zu einem der Hauptthemen der Gerüchteküche rund um die Testfahrten vor dem Formel-1-Auftakt in Bahrain (Sonntag, 16 Uhr MEZ): Gibt es etwa ein kurzfristiges Comeback von Sebastian Vettel? In den vergangenen Tagen befeuert durch die seltsame Geheimniskrämerei von Aston Martin rund um die Blessur von Stammfahrer Lance Stroll, der sich bei einem Fahrradsturz am rechten Handgelenk ernsthafter verletzt hat.

    Drugovich ersetzt Stroll bei Haas

    Bis das Team am Donnerstag klarstellte: Stroll kann in Bahrain nicht fahren, Aston-Ersatzmann Felipe Drugovich sitzt im Cockpit. Teamchef Mike Krack hatte ja sowieso gesagt, ein Vettel-Einsatz käme nur bei einem längeren Ausfall von Stroll in Frage.
    Doch auch das ist mehr als unwahrscheinlich: "Vettel kann bei so einer Aktion doch nur verlieren. Ohne entsprechendes Fitnesstraining im Winter, ohne Tests, mit maximal ein paar Tagen im Simulator - und dann gegen einen hochmotivierten, voll austrainierten Fernando Alonso als Teamkollegen?", sagt der Schweizer Ex-GP-Pilot Marc Surer:

    Was soll denn das bringen? Und das weiß er garantiert auch selbst am besten.

    Marc Surer

    Nico Hülkenberg - was geht mit dem Haas?

    Nico Hülkenberg, der ja bei Haas Mick Schumacher ersetzt, kassierte nach seinem Comeback bei den Testfahrten großes Lob von Haas-Teamchef Günther Steiner: "Nico stieg am Morgen ins Auto und fühlte sich gleich wohl. Er kam auch gleich auf Touren und erledigte die Arbeit, die er machen sollte. Es schien, als sei er schon ein Jahr lang dabei. Ich übertreibe nicht, das war wirklich beeindruckend."
    Hülkenberg, in den vergangenen drei Jahren insgesamt vier Mal als Ersatzfahrer eingesprungen und dabei immer auf Anhieb schnell, hat sich den Winter über perfekt vorbereitet:

    Ich bin fit wie noch nie.

    Nico Hülkenberg

    Die Frage ist, was in dieser Saison mit dem Haas möglich ist. Im Mittelfeld geht es wieder einmal sehr, sehr eng zu. Wenige Zehntelsekunden Unterschied können da schon einmal zehn Plätze ausmachen.
    "Hulks" erstes Ziel natürlich: Den Teamkollegen Kevin Magnussen hinter sich zu lassen, der das Team deutlich besser kennt. Die beiden waren ja in der Vergangenheit alles andere als beste Freunde, derzeit wird aber gern die sehr gute Zusammenarbeit betont.

    Mick Schumacher - was kann er bei Mercedes lernen?

    Die Rolle als Ersatzfahrer bei Mercedes war das Beste, was für Mick Schumacher nach seinem Ruswurf bei Haas noch möglich war.

    Zum einen kann er in einem großen Top-Team noch vieles lernen. Er ist ja an den Rennwochenenden immer hautnah bei allen Briefings dabei, bekommt Einblick in alle Daten und die entsprechenden Analysen.
    Zudem besteht natürlich die Möglichkeit, durch den Ausfall eines Stammpiloten doch einmal einen Renneinsatz zu bekommen - in einem konkurrenzfähigen Auto, in dem er dann sein Potenzial zeigen könnte.

    Audi - eine Chance für Mick Schumacher?

    Und wer weiß, wie lange Lewis Hamilton noch weiterfährt - gerade, wenn es mit dem achten WM-Titel wieder nicht klappen sollte.
    Außerdem: Ein bei Mercedes ausgebildeter Fahrer, der die Arbeitsweise eines großen Teams gut kennt, könnte natürlich in Zukunft auch für Audi interessant werden - je größer die Rolle der Ingolstädter bei Alfa-Sauber vor dem endgültigen F1-Einstieg 2026 wird.

    Ab 2026 in der Formel 1
    :Audi fährt mit Sauber

    Audi hat für seinen Formel-1-Einstieg 2026 ein Team gefunden. Der Schweizer Rennstall Sauber wird mit Motoren der VW-Tochter unterwegs sein.
    Audi-Vorstandschef Markus Duesmann (r), Audi-CTO Oliver Hoffmann stehen hinter einem ein Show-Formel-1-Rennwagen von Audi, aufgenommen am 26.08.2022
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