Wechsel zum FC Bayern: Kane kommt, kommt nicht, kommt...

    Bayern und der Tottenham-Stürmer:Harry Kane kommt, kommt nicht, kommt ...

    von Maik Rosner
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    Der Poker um einen möglichen Wechsel von Harry Kane zum FCB spitzt sich zu, angeblich gibt es einen Durchbruch. Bei allem Optimismus rechnet Bayern aber mit einem zähen Ringen.

    Harry Kane (England) jubelt nach seinem Tor im Spiel gegen Nordmazedonien.
    Harry Kane (England) jubelt nach seinem Tor im Spiel gegen Nordmazedonien.
    Quelle: AP

    Die vielen Gerüchte zum Transfermarkt sollte man immer mit Vorsicht betrachten. Im Fall des besonders begehrten Mittelstürmers Harry Kane von Tottenham Hotspur gilt das umso mehr. Das zeigt sich auch daran, dass zum Wechselpoker mit dem FC Bayern gerade sehr widersprüchliche Meldungen im Umlauf sind.

    Levy soll Bayern "bluten lassen" wollen

    Besondere Aufmerksamkeit erzeugte am Donnerstag ein Bericht der "tz" und des "Münchner Merkur". Demnach spricht man bei den Bayern "intern von einem Durchbruch". Weiter stand in dem Text: "Nun sehe es sehr gut aus, heißt es aus Führungskreisen." Zugleich kursierten Meldungen, die genau das Gegenteil behaupteten.
    Tottenhams Präsident Daniel Levy sei "stinksauer" und wolle die Bayern "bluten lassen", hieß es in der Onlineausgabe der "Sport Bild". Bei der "Bild" wurde die Frage aufgeworfen, ob es bei Kane zu einer "irren Wende" komme, weil Tottenham ihm ein "Mega-Angebot" unterbreitet habe. Das nahm Bezug auf einen Text im englischen "Guardian", in dem allerdings relativiert wurde, dass Kane derzeit gar nicht bereit sei, die hochdotierte Offerte zur Verlängerung seines noch ein Jahr gültigen Vertrags anzunehmen.
    Es ist fast wie mit dem Zupfen Verliebter an einem Gänseblümchen: Kane kommt, kommt nicht, kommt… Die widersprüchlichen Meldungen haben auch damit zu tun, dass zweifelsfrei wahrheitsgetreue Informationen aus erster Hand kaum nach außen dringen.

    Kanes Wechselwunsch

    Als gesichert darf zumindest gelten, dass sie beim FC Bayern optimistisch sind, den Ende Juli 30 Jahre alt werdenden Angreifer zu bekommen. Schließlich hat der Kapitän des englischen Nationalteams längst hinterlegt, sich den Münchnern anschließen zu wollen. Zudem gehen sie beim FC Bayern davon aus, dass es sich der als schwieriger Verhandlungspartner bekannte Levy kaum leisten kann, eine Ablöse von rund 100 Millionen Euro auszuschlagen und Kane 2024 zum Nulltarif ziehen zu lassen.
    Dennoch könnte es nicht nur der teuerste, sondern auch der komplizierteste Transfer der Münchner Klubgeschichte werden. Das gilt vor allem, wenn Levy ein Nervenspiel betreiben und den Poker bis zur Transferfrist am 1. September ausreizen sollte. Dann müssten die Bayern stets das Risiko einkalkulieren, dass der Wechsel platzt. Erschwerend käme hinzu, dass sie sich parallel mit einer Alternative wappnen müssten, um nicht am Ende ohne Hochkaräter im Angriffszentrum dazustehen. Wie in der vergangenen Saison, nachdem sich ihr langjähriger Neuner Robert Lewandowski im Sommer 2022 zum FC Barcelona verabschiedet hatte.

    Poker spitzt sich zu

    Viel zu tun hat der derzeitige Optimismus in München auch mit Trainer Thomas Tuchel, der Kane den Wechsel frühzeitig und im persönlichen Gespräch in London schmackhaft gemacht hatte, unter anderem mit den aufgezeigten Titelchancen. Dass Tuchel Kane im Mai zu Hause zusammen mit dem damaligen Sportvorstand Hasan Salihamidzic der "Sport Bild" zufolge besucht hatte, soll Levy erzürnt haben.
    Auf jeden Fall spitzt sich der Kane-Poker gerade weiter zu. Am kommenden Donnerstag nimmt der FC Bayern als letzter Bundesligist die Vorbereitung auf, ehe es für die Mannschaft zwei Tage später ins Trainingslager an den Tegernsee geht und vom 24. Juli an auf PR-Reise nach Japan und Singapur.

    Tottenhams Asien-Pazifik-Tour

    Zugleich startet Tottenham Mitte Juli eine Asien-Pazifik-Tour nach Australien, Thailand und Singapur, die die Spurs auf ihrer Internetseite übrigens mit Kane als Hauptprotagonisten bewerben.
    Ginge es nach den Bayern und Kane, würden sie den Transfer vorher abwickeln, um den Angreifer möglichst früh in ihre Vorbereitung einzubinden und ihm zugleich die Tottenham-Tour zu ersparen. Doch die Münchner ahnen, dass ein schnelles Ende des Pokers wohl kaum möglich sein wird. Vorerst dürfte es also weiter heißen: Kane kommt, kommt nicht, kommt…

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