Frankreich - Aktion im Fußball: Wirbel um Regenbogen-Trikots

    Aktion im französischen Fußball:Spieler wollen Regenbogen-Trikot nicht tragen

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    Die Toleranzaktion am Tag der Homophobie im französischen Fußball ist zumindest teilweise missglückt. Denn einige Profis wollten die Regenbogen-Trikots nicht überstreifen.

    Paris Saint Germain, Lionel Messi (L) und Kylian Mbappe (R) mit Regenbogentrikots.
    Leuchtendes Beispiel: Lionel Messi und Kylian Mbappe von Paris Saint Germain in Regenbogen-Trikots.
    Quelle: epa

    Die Weigerung einiger Fußballprofis in Frankreich, an einer Toleranzaktion der ersten und zweiten Liga teilzunehmen, hat für Aufruhr gesorgt. "Das ist miserabel", kommentierte Frankreichs Regierungssprecher Olivier Véran ihr Verhalten im Sender France 2.

    Wir müssen Werte verteidigen, die uns einen, und der Sport ist auch da, um das zu tun.

    Olivier Véran

    Homophobie sei keine Meinung, sondern ein Delikt.
    Anlässlich des Tages gegen Homophobie hatten die Spieler der Ligue 1 und 2 in Frankreich am Wochenende Trikots getragen, die ihre Nummer in Regenbogenfarben zeigten. Auf dem Rasen wurde vor dem Spiel zudem das Banner platziert: "Homo oder Hetero: Wir tragen alle das gleiche Trikot".

    Forderung nach mehr Engagement der Klubs

    Doch nicht alle Spieler beteiligten sich an der Aktion. Unmut gab es besonders wegen der Partie Toulouse - Nantes, bei der insgesamt vier Spieler das Regenbogen-Trikot nicht tragen wollten. Die als relativierend gewerteten Aussagen eines Trainers sorgten für weitere Verärgerung. Auch in den Vorjahren hatte es Ärger um Spieler gegeben, die sich der Aktion verweigert hatten.
    Der um den Klassenerhalt kämpfende FC Nantes teilte am Montag mit, den Spieler, der sich gegen Toulouse geweigert hatte, in dem Toleranz-Trikot auf den Rasen zu gehen, finanziell zu sanktionieren. Die Summe solle an den Verein SOS Homophobie gespendet werden. 

    Wir bitten nicht darum, bei der Pride auf einem Wagen mitzufahren. Wir bitten nur darum, solidarisch gegen Homophobie zu sein.

    ...zitierte das Sportmagazin "L'Équipe" Yoann Lemaire, den Präsidenten der Organisation Foot Ensemble, die sich gegen Diskriminierung im Fußball einsetzt. Im Sender France Info forderte Lemaire mehr Engagement der Klubs bei dem Thema.
    Thomas Hitzlsperger und Benjamin Näßler (beim Fußballspielen)
    Für viele ist Fußball alles, nur nicht schwul! Aber klar gibt es homosexuelle Spieler. Wie groß ist der seelische Druck, nicht offen zu seiner Sexualität stehen zu können? Wie hält man das aus?22.11.2022 | 29:35 min

    Vorbildlich: Messi und Co.

    Lionel Messi und Kylian Mbappe von Paris Saint Germain jedenfalls bekannten wie die anderen Akteure im Liga-Spiel gegen AC Ajaccio Farbe in ihren Regenbogen-Trikots - und gewannen 5:0.
    Quelle: dpa

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