Olympia: IOC-Chef Thomas Bach verteidigt Russland-Kurs

    Wiedereingliederung von Athleten:IOC-Chef verteidigt Russland-Kurs für Olympia

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    Kommen Russen zurück in den Weltsport? IOC-Chef Thomas Bach widerspricht erneut der scharfen Kritik an einer möglichen Eingliederung. Für den Vorstoß spürt er breite Rückendeckung.

    IOC-Chef Thomas Bach zufolge gibt es international eine große Unterstützung für die Wiederzulassung von Sportlern aus Russland und Belarus.
    "Diese Überlegungen werden getragen - weltweit, durch eine riesengroße Mehrheit", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees dem ZDF.

    Es ist nicht die Rede davon, russische oder belarussische Athleten bei Wettbewerben zu haben.

    IOC-Chef Bach

    Vielmehr gehe es dem 69-Jährigen um "individuelle Athleten ohne jeden Bezug einer Nationalität".
    Olympia
    Das Internationale Olympische Komitee plant, den aktuellen Ausschluss von russischen und belarussischen Athleten lockern zu wollen. Die Ukraine droht mit einem Boykott.27.01.2023 | 1:30 min

    Sportler sollen unter neutraler Flagge antreten

    Bach verwies unter anderem auf die Rückendeckung der Nationalen Olympischen Komitees aus Afrika und Asien. Zuletzt hatte die IOC-Spitze eine Kontroverse mit der Ankündigung ausgelöst, Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus trotz des Krieges in der Ukraine Möglichkeiten zur Teilnahme an internationalen Wettkämpfen eröffnen zu wollen. Damit könnte diesen Sportlern unter neutraler Flagge auch der Weg zu den Sommerspielen 2024 in Paris offen stehen.
    Maximilian Klein | Sprecher Verein Athleten Deutschland
    Die "voreilige Entscheidung" des IOC, russische und belarussische Athleten wieder an Olympischen Spielen teilnehmen zu lassen, sendet "ein verheerendes Signal", sagt Athletensprecher Maximilian Klein.27.01.2023 | 3:58 min
    Weltweit gebe es "ein Bekenntnis zur Mission der Olympischen Spiele zu vereinigen, die letzte Brücke noch aufrechtzuerhalten zwischen Ländern und Nationen und nicht noch einer weiteren Spaltung Vorschub zu leisten", sagte Bach.
    Bedingung ist laut IOC, dass die Athleten die Olympische Charta und die bestehenden Sanktionen wegen des Ukraine-Krieges respektieren. Zudem müssten die Anti-Doping-Regeln eingehalten werden.

    Bach bezieht sich auf Menschenrechte

    Bach verwies darauf, dass zwei Sonderberichterstatter des Uno-Menschenrechtsrats Bedenken mit Blick auf einen weiteren Ausschluss von Russen und Belarussen geäußert hätten. "Es geht um Menschen, die nach diesen beiden Berichterstattern die Menschenrechte genießen", sagte der 69-Jährige.
    Ein Ausschluss "wegen eines Passes oder des Geburtsorts" verstoße gegen das Diskriminierungsverbot.

    Selenskyj warnt vor "Terrorstaat Russland" bei Olympia 

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich scharf gegen das IOC geäußert und fordert Bach immer wieder auf, den "Terrorstaat Russland" nicht zu den Olympischen Spielen zuzulassen. "Die olympischen Prinzipien und Krieg stehen in einem fundamentalen Gegensatz zueinander", teilte der Staatschef in Kiew mit.
    Quelle: ZDF, dpa
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