Sie sind hier:

Neues Großprojekt angekündigt - Facebook will 10.000 Stellen in EU schaffen

Datum:

Facebook steht nach Whistleblower-Enthüllungen unter Druck. Nun investiert der Konzern Milliarden in eine neue virtuelle Plattform. Tausende Arbeitsplätze in Europa sind geplant.

Das Unternehmen von Facebook will eine neue virtuelle Realität schaffen und somit auch 10.000 neue Arbeitsplätze in der EU generieren. Qualifizierte Ingenieure sollen das Metaversum aufbauen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Was vor 30 Jahren noch Science-Fiction war, könnte bald der neue Alltag sein. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will "eine virtuelle Umgebung schaffen, in der man mit Menschen in digitalen Räumen zusammen sein kann" - eine sogenannte "Metaverse".

Unter Metaverse versteht Zuckerberg eine Welt, in der physikalische Realität mit erweiterter und virtueller Realität in einer neuen Cyberwelt verschmelzen. Den Begriff hat der US-Schriftsteller Neal Stephenson im Jahr 1992 mit seinem Science-Fiction-Roman "Snow Crash" geprägt: Eine komplett virtuelle Welt, die neben unserer physischen Welt existiert und in die man eintauchen kann.

Facebook vertraut dem Tech-Standort EU

In das Metaverse von Facebook sollen Nutzer und Unternehmen über Smartphones, Computer, Daten- und Virtual Reality-Brillen eintauchen. Sie sollen dort kommunizieren, arbeiten oder handeln können. Mit Unterstützung aus Europa soll die Utopie nun in die Praxis umgesetzt werden.

Dazu will Facebook bis 2027 in der EU 10.000 neue, hoch qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Das Investment wurde von Facebook-Manager und britischem Ex-Vizepremier Nick Clegg angekündigt:

Diese Investition ist ein Vertrauensbeweis in die Stärke der europäischen Tech-Industrie und das Potenzial europäischer Tech-Talente.
Nick Clegg, Facebook-Manager

Der genaue Betrag der Investitionssumme wurde nicht genannt. Jedoch sagte Facebook-Finanzchef David Wehner bereits im Sommer der Presse, das Metaverse werde mehrere Milliarden Dollar kosten. Kurz zuvor kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg seinen Mitarbeitern an: das Metaverse sei die Zukunft von Facebook.

Das Logo von Facebook schimmert durch eine Brille auf einer Computer-Tastatur
Interview

Soziale Netzwerke - "Facebook steht unter enormem Druck" 

Die Vorwürfe gegen Facebook reißen nicht ab. Die Plattform könnte auch Corona-Falschinformationen zugelassen haben. Ist der Druck groß genug für Konsequenzen?

Diese Metaversen gibt es bereits

Das Metaversum ist schon länger ein Trendthema in der digitalen Wirtschaft: der Chef des Spiele-Entwicklers Epic Games spricht bei seinem megaerfolgreichen Third-Person-Shooter Fortnite von einem wachsenden Metaverse.

Auch die börsennotierte Videospiel-Plattform Roblox hält sich für ein Metaverse, welches die Geschäftswelt und die Kommunikation revolutionieren würde. Im ersten Quartal 2021 verbrachten Nutzer knapp zehn Milliarden Stunden im Spiel.

Mehr als 42 Millionen Spieler loggten sich täglich ein und machten einen Umsatz von 652 Millionen Dollar. Sie kauften digitale Objekte, wie Waffen für den Spielecharakter oder Kleidungsstücke. Bezahlt wird in der Plattform-Währung Robux.

Der wohl absurdeste Verkauf war eine digitale Tasche des Modelabels Gucci. Der Preis lag umgerechnet bei mehr als 3.000 Euro – und kostete somit mehr als die reale Version.

Zuckerberg sucht die "nächste Generation des Internets"

Wie das "Metaverse" von Facebook für die Anwenderinnen und Anwender genau aussehen wird, steht bislang noch nicht fest. Zuckerberg bezeichnete vor Finanzanalysten das Metaversum als die "nächste Generation des Internets", die eine große Bedeutung habe.

Europa sei für Facebook enorm wichtig, betonte Facebook-Manager Clegg. "Hier tragen Tausende von Mitarbeitenden und Millionen von Unternehmen, die unsere Apps und Tools täglich nutzen, zu unserem Erfolg bei." Die EU habe viele Vorzüge, die sie zu einem großartigen Investitionsstandort für Technologieunternehmen mache.

Die Ankündigung von Facebook kommt jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem der US-Konzern international massiv unter Druck steht: US-Politiker diskutieren die Zerschlagung der Datenkrake.

Und nach den Enthüllungen der ehemaligen Facebook-Managerin und Whistleblowerin Frances Haugen – der Profit stehe für Facebook über der psychischen Gesundheit von Jugendlichen - hagelt es international massive Kritik und neue Regulierungsforderungen.

Nach einem stundenlagen Ausfall bei Instagram, WhatsApp und Facebook wegen Technik-Problemen gibt es Hohn und Spott, ausnahmsweise mal nicht auf, sondern über Facebook.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Viele offene Fragen zur Gestaltung des Projekts

Der Facebook-Chef sagte dem US-Technologie-Magazin The Verve, er träume vom Metaverse schon seit der Schulzeit: "Einiges davon konnte ich damals schon umsetzen, aber eines der Dinge, die ich wirklich bauen wollte, war im Grunde das Gefühl eines verkörperten Internets, in dem man in der Umgebung sein und sich an verschiedene Orte teleportieren und mit Freunden zusammen sein konnte."

"Und Europa wird es von Anfang an mitgestalten", betonte Clegg. Kein individuelles Unternehmen werde das Metaverse besitzen und betreiben. Keine der Ankündigungen wird die Regulierer der EU wohl vollends besänftigen.

Nick Clegg
Interview

Chef-Lobbyist Nick Clegg - Warum Facebook den Newsfeed neu erfindet 

Facebook verspricht mehr Kontrolle über den eigenen Newsfeed. Warum? Ein Gespräch über Nutzererwartungen, politischen Druck und die gesellschaftliche Rolle des Sozialen Netzwerks.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.