Streik abgewendet: Lufthansa einigt sich mit Kabinenpersonal

    Streiks abgewendet:Lufthansa: Mehr Geld für das Kabinenpersonal

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    Die Reisesaison kann kommen, auch bei der Lufthansa drohen ab sofort erst mal keine großen Streiks mehr. Die Fluglinie hat sich mit dem Kabinenpersonal auf mehr Geld geeinigt.

    Flugbegleiterin der Lufthansa vor Logo
    Tarifeinigung bei der Lufthansa: Das Kabinenpersonal bekommt mehr Geld
    Quelle: imago

    Flugpassagiere müssen für den Sommer keine größeren Streiks im deutschen Luftverkehr mehr fürchten. Mit dem Kabinenpersonal der Lufthansa hat die letzte große Berufsgruppe der Branche die Eckpunkte eines neuen Tarifvertrags abgeschlossen, wie die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.
    Die lange Laufzeit über drei Jahre garantiert in der Kabine einen Tariffrieden bis Ende 2026. In drei Stufenerhöhungen steigen die Gehälter der knapp 19.000 Beschäftigten einschließlich des Zinseffekts um 17,4 Prozent. Auch einige Zulagen werden angehoben. Zudem wurde zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Auszahlung einer Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 Euro vereinbart. Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt, dass die Ufo-Mitglieder in einer erneuten Urabstimmung zustimmen.
    ZDF-Reporter Markus Wolsiffer, zugeschaltet vom Frankfurter Flughafen im Gespräch mit Moderator Carsten Rüger im Studio.
    Lufthansa und die Gewerkschaft Ufo haben sich im Tarifstreit geeinigt. Was die Einigung für die Airline bedeutet, berichtet ZDF-Reporter Markus Wolsiffer vom Frankfurter Flughafen.11.04.2024 | 1:01 min

    Kabinenpersonal hat zuletzt am 12. März gestreikt

    Die Gewerkschaft hatte ursprünglich 15 Prozent mehr Geld bei der halben Laufzeit von 18 Monaten gefordert. Die Gehälter werden nun zum 1. Mai dieses Jahres um 8 Prozent, zum 1. März 2025 um 5 Prozent und schließlich zum 1. März 2026 um 3,5 Prozent erhöht. Daraus ergibt sich für den Gesamtzeitraum mit dem Zinseffekt eine Steigerung um 17,4 Prozent. Ufo hat sich zudem verpflichtet, nach Auslaufen des Tarifvertrags zum Jahreswechsel 2026/27 drei Monate lang nicht zu Arbeitskämpfen aufzurufen.
    Zuletzt hatte Ufo den Flugbetrieb der Lufthansa mit einem Streik am 12. März lahmgelegt. Über Ostern hatte die Kabinengewerkschaft auf einen weiteren Streik verzichtet. Die danach erzielte Eckpunkte-Vereinbarung ist bereits von den Gremien der Gewerkschaft und des Unternehmens genehmigt.
    Frankfurt am Main, 28.03.2024: Schlichtung beim Bodenpersonal der Lufthansa
    Die rund 25.000 Beschäftigten des Lufthansa-Bodenpersonals bekommen innerhalb von 24 Monaten und in zwei Schritten eine zweistellige Gehaltserhöhung von bis zu 18 Prozent.28.03.2024 | 2:07 min

    Noch keine Einigung bei den Lufthansa-Töchtern

    Nicht davon erfasst sind die Beschäftigten in den Flugzeugen der Lufthansa-Töchter Cityline und Discover. Ufo berichtete erneut von Fortschritten in den Gesprächen zu den jeweiligen Haustarifverträgen, Lösungen gibt es aber noch nicht. Die Auseinandersetzung beim Ferienflieger Discover hatte auch die Gespräche bei der Lufthansa-Mutter belastet. Bei der vor knapp drei Jahren gegründeten Ferien-Airline wollen Piloten und Flugbegleiter erste Tarifverträge durchsetzen.
    Vor Ostern hatten Lufthansa und Verdi mit Hilfe einer Schlichtung den Tarifkonflikt beim Lufthansa-Bodenpersonal abgeräumt. Das Ergebnis haben die Verdi-Mitglieder mit 94,5 Prozent Zustimmung angenommen. Die Piloten sind schon länger an einen langfristigen Tarifvertrag gebunden. Am vergangenen Wochenende gab es zudem ebenfalls über eine Schlichtung einen Kompromiss für die privaten Luftsicherheitskräfte an den Flughäfen. Im Wechsel hatten die drei Berufsgruppen im Frühjahr immer wieder große Teile des deutschen Luftverkehrs bestreikt und lahmgelegt.

    Wohl keine Streiks im Sommer
    :Schlichtung bei Luftsicherheit erfolgreich

    Im Tarifstreit beim Luftsicherheitspersonal gibt es eine Lösung: Die Tarifparteien stimmten einer Schlichtungsempfehlung zu. Streiks an Flughäfen dürften damit vom Tisch sein.
    Sicherheitspersonal am Kontrollstation am Flughafen München
    mit Video
    Quelle: dpa, Reuters

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