Update am Morgen: Die verlorenen Kinder der Pandemie

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    Update am Morgen:Die verlorenen Kinder der Pandemie

    von Ilka Brecht
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    Ilka Brecht
    Ilka Brecht

    Guten Morgen,

    Kontaktsperren, Bewegungsmangel, "Home-Schooling" und der Verlust der Alltags-Strukturen - die Einschränkungen in der Corona-Pandemie haben Kinder und Jugendliche besonders hart getroffen. Aber die politische Diagnose ihrer Not kommt spät. Zu spät?
    Sieben von zehn Kindern und Jugendlichen in Deutschland seien auch im dritten Jahr nach dem Ausbruch der Krise von den Folgen psychisch gestresst, erklärte kürzlich Bundesjugendministerin Lisa Paus bei der Vorstellung einer Studie zu den ökonomischen Folgekosten. Die könnten je nach Szenario zwischen 2,8 und 5,6 Milliarden Euro pro Jahr betragen, heißt es in der Untersuchung eines Forschungskonsortiums der Universitäten Ulm und Hamburg.
    Mit Geld lässt sich das Leid der Familien aber kaum bemessen, die gesundheitlichen Folgen wiegen schwerer. Zuletzt waren psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen die häufigste Ursache für eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus. Ein alarmierender Befund - und viele unbehandelte Fälle kommen noch obendrauf. Denn verzweifelte Eltern hängen in ewig langen Warteschleifen fest, um für ihre Kinder einen Therapieplatz zu bekommen (mehr dazu heute Abend, um 21 Uhr, bei frontal).
    Das Problem gab es zwar schon vor der Pandemie, aber jetzt sei es kaum mehr beherrschbar, meint Professor Julian Schmitz von der Hochschulambulanz für Klinische Psychologie an der Universität Leipzig. Er hatte Kinder- und Jugendtherapeuten bundesweit befragt - und fast eine Verdopplung der Wartezeiten festgestellt.
    Dabei sind gerade psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche auf schnelle Hilfe angewiesen, damit ihre Symptome nicht chronisch werden. Bereits im Koalitionsvertrag hatte die Ampel-Koalition eine Reform der Bedarfsplanung angekündigt. Doch die gibt es immer noch nicht - und immer mehr Kinder fühlen sich auch nach der Pandemie verloren.
    Herzliche Grüße aus Berlin

    Ilka Brecht, Moderatorin und Leiterin des ZDF-Magazins frontal

    Was im Ukraine-Krieg passiert ist

    Selenskyj will weiter Getreide liefern: Nachdem der russische Präsident Putin das Getreideabkommen aufgekündigt hat, kündigte der ukrainische Regierungschef an, weiter über das Schwarze Meer liefern zu wollen.
    Putin droht mit Vergeltung für zerstörte Krim-Brücke: Ein Teilstück des Bauwerks wurde stark beschädigt - der Verkehr wird für Wochen eingeschränkt sein.
    Ukraine meldet Angriffe im Süden und Osten: Russland greift offenbar auch wieder Odessa aus der Luft an.
    Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

    Was heute noch wichtig ist

    Südkorea und die USA beraten über nukleare Abschreckung: Die Diskussionen finden im Rahmen des ersten Treffens der bilateralen Nuklearen Beratungsgruppe in Seoul statt. In den Gesprächen wird es vor allem um die Bedrohung durch das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm gehen.
    Georg-Büchner-Preis 2023: Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung will am Dienstag bekannt geben, wer in diesem Jahr den Georg-Büchner-Preis bekommt. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 4. November im Staatstheater Darmstadt verliehen werden.

    Ausführlich informiert

    ZDFheute live: Immer wieder kommt es zu Gewalt in Freibädern. Was tun? Victoria Reichelt mit Eindrücken aus dem Columbiabad, Integrationsbeauftrage Güner Balcı mit Lösungsvorschlägen. (34 min)

    Ein Lichtblick

    Ein schiffbrüchiger Australier hat drei Monate auf offener See in seinem manövrierunfähigen Katamaran überlebt. Vor wenigen Tagen wurde er Medienberichten zufolge rein zufällig von einem Hubschrauber entdeckt. Zusammen mit seiner Hündin Bella habe sich der 51-jährige Tim Shaddock nur von rohem Fisch und Regenwasser ernährt.

    Gesagt

    Es ist so leicht, etwas kaputtzumachen und zu zerstören. Helden sind diejenigen, die Frieden schaffen und etwas aufbauen.

    Nelson Mandela

    Südafrika gedenkt heute seines Nationalhelden. Thema des diesjährigen Internationalen Nelson-Mandela-Tages ist Ernährungssicherheit in Zeiten des Klimawandels. Unter dem Motto "Klima, Nahrung und Solidarität" werden an dem Aktionstag in Südafrika und rund um Welt Obstbäume gepflanzt und Gemeinschaftsgärten angelegt.

    Weitere Schlagzeilen

    Die Nachrichten im Video

    heute Xpress
    Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden25.07.2024 | 1:57 min
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    So wird das Wetter heute

    Am Dienstag ist der Himmel im Norden bewölkt, es regnet aber kaum. Im äußersten Süden bilden sich aus Quellwolken Schauer und einzelne, zum Teil kräftige Gewitter. Dazwischen scheint oft die Sonne und es bleibt trocken. Die Temperatur steigt im Norden auf 21 bis 27, im Süden auf 27 bis 31 Grad.
    Wettervorhersage für den 18. Juli 2023
    Quelle: ZDF

    Zusammengestellt von Jan Schneider
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