100 Jahre Disney: Mickey Mouse und Co. verzaubern die Welt

    Disney feiert 100 Jahre:Wie Mickey Mouse und Co. die Welt verzaubern

    von Nicola Wenz, Washington D.C.
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    Neben den Filmen tragen auch die Themenparks zum Erfolg der Walt Disney Company bei. Designer Bob Gurr hat die "besondere Welt für die Menscheit" mit erschaffen.

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    Der 91-jährige Bob Gurr aus Los Angeles hat mit seinen Kreationen die Welt von Walt Disney zum Leben erweckt. Durch seine Kreationen ist der Designer eine Legende des Konzerns, der in diesem Jahr sein hundertjähriges Gründungsjubiläum feiert.24.04.2023 | 4:00 min
    Mickey Mouse, Donald Duck, Peter Pan, König der Löwen - die weltweit bekannten Zeichentrickfilme verzaubern eine Generation nach der nächsten und lassen das Vermächtnis von Walt Disney weiterleben.
    1923, vor 100 Jahren, gründete Walter Elias "Walt" Disney gemeinsam mit Bruder Roy die Walt Disney Company. Der Familienbetrieb hat Hollywoods Filmindustrie revolutioniert - durch neue visuelle Elemente, die ungewöhnlich für die Zeit waren.
    Walt Disney - Der Zauberer
    Walt Disney (Archivbild)
    Quelle: artede

    Im Laufe seiner Karriere gewann der Comic-Zeichner und Filmproduzent Walt Disney insgesamt 26 Oscars.

    Es macht irgendwie Spaß, das Unmögliche zu tun.

    Walt Disney, Comic-Zeichner und Filmproduzent (1901-1966)

    Bayern, München: Micky und Minnie Maus nehmen an einer Pressekonferenz zur Europapremiere der Ausstellung «Disney 100» teil.
    Zum 100-jährigen Jubiläum des Filmunternehmens Disney kommt die weltweit größte Disney-Ausstellung nach München. Sie zeigt unter anderem Requisiten aus 100-Jahren-Filmproduktion.17.04.2023 | 1:30 min

    Von Comic über Filme zu Themenparks

    Trotz Kritikern und mehrfacher Insolvenzbedenken hat er das Unternehmen immer weiterentwickelt. Mit dem Zweiten Weltkrieg kam auch Disneys größte finanzielle Krise. Filme wie Pinocchio und Fantasia waren ein Flop.
    Die finanzielle Lösung aus dem Dilemma: die Produktion von Militärfilmen und Propaganda für die US-Regierung. Schließlich kam Walt Disney dann die Idee, Animation und echte Menschen zu verschmelzen, und die Vision, einen Ort zu bauen, an dem Erwachsene und Kinder zusammen Spaß haben können.

    Die Entstehung von Disneyland

    1955 eröffnete der erste Vergnügungspark in Anaheim, Kalifornien. Disneyland wurde schnell eine weltweite Attraktion - bis heute wird der Park jährlich von bis zu rund 8,5 Millionen Menschen besucht.
    Die Designs der unterschiedlichen Attraktionen kommen von den sogenannten "Disney Imagineuren", die Imagination und Ingenieurskunst verbunden haben. Damals Teil dieser elitären Runde um Walt Disney ist der heute 91-jährige Bob Gurr.

    Wir wurden alle in diese verrückte Idee mit reingeschoben. Keiner von uns hat jemals in der Schule gelernt, einen Themenpark zu entwerfen.

    Bob Gurr, einer der Designer von Disneyland

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    Bob Gurr, Designer von Disneyland

    Bob Gurr, legendärer "Disney Imagineur"

    Im Alter von 23 Jahren hat der aus Los Angeles stammende Gurr Industriedesign studiert und arbeitete kurzzeitig für die Ford Motor Company in Detroit. Die Sehnsucht nach Strand und Meer brachte ihn schnell wieder an die Westküste, wo er durch seine Faszination für Autos und Mechanik einen Anruf von Disney bekam.

    Wenn sich etwas in Disneyland auf Rädern bewegt, habe ich es wahrscheinlich entworfen.

    Bob Gurr, Designer

    Walt Disney war von Gurr so begeistert, dass er ihm einen Job anbot. "Plötzlich arbeitete ich zusammen mit Mickey Mouse und durfte Autos entwerfen, kann man sich so etwas vorstellen?", erinnert sich Bob Gurr.

    Arbeiten mit Walt Disney

    Gurr soll die meisten, wenn nicht alle der 50 Fahrgeschäfte der Disneyland-Attraktionen entworfen haben, als der Park eröffnet wurde. Nach Autopia waren es Projekte wie die Matterhorn-Bahn, U-Boote und die als "Monorail" bekannte Einschienenbahn. Bis heute hat er mehr als 100 Attraktionen für die Themenparks kreiert.

    Ich bin selbst fast 100 Jahre alt und weiß, wie sich das anfühlt.

    Bob Gurr, Designer

    Bob Gurr: "Monorail" von Deutschland inspiriert

    1959 entwickelt Gurr die allererste Einschienenbahn in ganz Nordamerika, inspiriert von Walt Disneys Besuch in Deutschland. Bis heute bringt diese Bahn die Besucher vom Parkplatz direkt in den Park.
    "Walt kam zurück mit Bildern, die er auf meinen Schreibtisch legte und sagte: 'Das hier bauen die Deutschen, es ist nicht sehr attraktiv, wir können das besser.' Er gab mir ein weißes Blatt Papier und einen Bleistift und sagte, ich solle loslegen und es auf meine Weise tun", so Gurr. Das deutsche Unternehmen Alweg, das Pionierarbeit im Bereich der Einschienenbahn leistete, hat bei der Entwicklung unterstützt.
    Fernbedienung wird Richtung Fernseher gehalten. Unscharf ist auf dem TV eine Streamingdienstauswahl zu erkennen.
    Streaming-Portale wie Netflix oder Disney+ analysieren das Nutzerverhalten und bieten dann Inhalte an, die den Vorlieben entsprechen. Kann dadurch eine gefährliche "Filterblase" entstehen? 14.04.2021 | 6:22 min

    Als Bob Gurr Vizepräsident Nixon "entführte"

    Zur Einweihungszeremonie der Monorail waren der ehemalige US-Vizepräsident Richard Nixon und seine Familie eingeladen. "Nixon stieg ein und ich bin einfach losgefahren. Als wir zum Bahnsteig zurückkamen, sah der Vizepräsident, dass alle Leibwächter noch am Bahnsteig standen, was bedeutete, dass ich gerade den Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten entführt hatte", lacht Bob Gurr.
    Bob Gurr ist der einzige noch Lebende unter den kreativen Köpfen, die mit Walt Disney eng zusammengearbeitet haben. Er kommt heute noch manchmal nach Disneyland und guckt zu, wie Kinder und Erwachsene durch die Tore in die Fantasiewelt von Disney eintauchen und der Realität entfliehen.

    "Besondere Welt für die Menschheit erschaffen"

    Das Gute am Designen ist, dass ich eine besondere Welt für die Menschheit erschaffen konnte.

    Bob Gurr, Designer

    Wenn der 91-Jährige nicht gerade mit seinem Mountainbike durch die Berge Kaliforniens fährt oder im Flugsimulator mit einem Airbus A350 virtuell durch die Welt fliegt, findet man ihn in seinem neuen Filmstudio. In Rente gehen ist für ihn auch mit Anfang 90 unvorstellbar.
    Auch wenn er heute nicht mehr für die Walt Disney Company arbeitet, wünscht er sich, dass seine Attraktionen die Menschen noch weitere 100 Jahre verzaubern werden.

    Streit mit Floridas Gouverneur
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