Rechtschreibrat: Genderstern kann zu Folgeproblemen führen

    Keine neue Empfehlung:Rat: Genderstern könnte Folgeprobleme bringen

    |

    Keine neue Empfehlung, aber eine Ergänzung: Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat sich mit dem Genderstern befasst und ob solche Sonderzeichen Rechtschreibfehler sind.

    Baden-Württemberg, Stuttgart: Anrede "Mitarbeiter*innen"
    Deutsche Rechtschreibung: Gendern - richtig oder falsch?
    Quelle: dpa

    Der Rat für deutsche Rechtschreibung will die Entwicklung geschlechtergerechter Sprache mit Sonderzeichen wie Genderstern und Doppelpunkt weiter beobachten.
    Bei seiner Sitzung am Freitag in Eupen (Belgien) hat das Gremium keine neuen Empfehlungen zur Gendersprache abgegeben. Die Expertinnen und Experten beschlossen aber, in das Amtliche Regelwerk der Rechtschreibung einen Ergänzungspassus aufzunehmen, in dem es heißt:

    Diese Wortbinnenzeichen gehören nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie. (...) Ihre Setzung kann in verschiedenen Fällen zu grammatischen Folgeproblemen führen, die noch nicht geklärt sind.

    Rechtschreibrat, Ergänzung für das Amtliche Regelwerk der Rechtschreibung

    Rat ist maßgebliches Gremium für Rechtschreibung

    Der Rat hat Mitglieder aus sieben deutschsprachigen Ländern und Regionen. Seit 2004 ist er das für die Rechtschreibung maßgebliche Gremium. Sonderzeichen zur Kennzeichnung aller Geschlechter sind in vielen Schulen, Hochschulen und Behörden üblich geworden, werden aber nicht einheitlich verwendet.
    "Gendern" – ein absolutes Reizthema. Terra Xplore stellt sich aber nicht die Frage, ob man es tun sollte, sondern wie.11.01.2022 | 14:19 min

    Rat: Texte sollten verständlich, lesbar und vorlesbar sein

    Der Rat für deutsche Rechtschreibung hatte 2021 und 2018 erklärt, dass geschlechtergerechte Texte verständlich, lesbar und vorlesbar sein sollten. Außerdem sollten sie Rechtssicherheit und Eindeutigkeit gewährleisten. Mit Sonderzeichen innerhalb von Wörtern sei dies kaum möglich.
    Kritiker dieser Position verweisen unter anderem darauf, dass Genderstern und Unterstrich keine orthografischen, sondern typographische Zeichen seien. Der Rechtschreibrat sei dafür gar nicht zuständig.
    Aktuell sind im amtlichen Regelwerk unter "Zeichensetzung" bereits diverse Regeln für Sonderzeichen wie Bindestriche und Schrägstriche festgehalten.

    Rat für Rechtschreibung
    :Soll Gendern zur amtlichen Regel werden?

    Über das Gendern gehen die Meinungen auseinander. Nun berät der Rat für deutsche Rechtschreibung erneut, ob geschlechtergerechte Sprache in das Amtliche Regelwerk aufgenommen wird.
    Auf einem Plakat einer Firma werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht, wobei das Gesuch genderneutral formuliert wurde.
    Quelle: KNA

    Mehr zu geschlechtergerechter Sprache