Jupiter-Sonde "Juice" zur weitesten Esa-Mission gestartet

    Bislang weiteste Esa-Mission:Jupiter-Sonde "Juice" erfolgreich gestartet

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    Auf zum Jupiter: Die Sonde "Juice" ist zum bislang entferntesten Ziel der europäischen Raumfahrtagentur Esa gestartet. Im Jahr 2031 soll sie auf dem riesigen Gasplaneten ankommen.

    Auf diesem von der Europäischen Weltraumorganisation zur Verfügung gestellten Foto beginnt eine Ariane-5-Rakete mit der Raumsonde Jupiter Icy Moons Explorer, Juice, mit dem Rollout zum Startplatz in Kourou.
    Heute startet die Raumsonde Juice ihren Flug Richtung Jupiter. Ihr Ziel ist aber nicht der Planet selbst, sondern drei seiner Monde.14.04.2023 | 1:29 min
    Nach der Verschiebung um einen Tag ist die europäische Raumfahrtsonde "Juice" am Freitag zum riesigen Gasplaneten Jupiter gestartet. Es ist das bislang am weitesten entfernte Ziel der europäischen Raumfahrtagentur Esa.
    Die Sonde hob um 14:14 Uhr (MESZ) an Bord einer Ariane-5-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guayana ab, wie Bilder einer Live-Übertragung im Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt zeigten. Der ursprünglich für Donnerstag geplante Start war wegen eines Gewitterrisikos abgesagt worden.
    "Juice" ist nun auf ihrem Weg zum Gasgiganten Jupiter, dem größten Planeten im Sonnensystem. Sie wird nach Angaben des Esa-Flugbetriebsdirektors Andrea Accomazzo in den kommenden Jahren rund sechs Milliarden Kilometer unterwegs sein.
    Auf dem Bild ist der Start der ESA-Rakete Ariane 5 zu sehen.
    Nach einem verschobenen Start, soll die ESA-Mission Juice heute in die Tat umgesetzt werden. Um genau 14:14 Uhr startet die Rakete Ariane 5 Richtung Jupiter. Nach acht Jahren Reise soll sie den Planeten und seine Umgebung erforschen.14.04.2023 | 2:50 min

    Im Fokus: Die Lebensbedingungen auf den Jupiter-Monden

    Bei der über eine Milliarde Euro teuren Mission wollen die Wissenschaftler nach der Ankunft im Jahr 2031 unter anderem einen Blick auf die Jupiter-Monde "Europa", "Kallisto" und "Ganymed" werfen.
    Dort wird Wasser unter einem dicken Eispanzer und damit Voraussetzungen für Leben vermutet. "Wir suchen nicht nach Leben", sagte der Leiter des Missionsbetriebes im Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt, Simon Plum, vor dem Start. Man schaue, ob dort Leben möglich sein könnte.
    Mit den zehn Instrumenten, neun von europäischen Partnern und eines der US-Raumfahrtagentur Nasa, sind verschiedene Untersuchungen möglich, unter anderem Radar- und Lasermessungen.

    "Juice"-Sonde: Anreise dauert acht Jahre

    "Natürlich könnte die Esa das alleine stemmen", sagte Plum zu der Vielzahl an Instituten und Organisationen, die an der Verwirklichung beteiligt waren. Die Frage sei aber, warum sollte sie das tun. "Zusammen können wir mehr erreichen."
    Mit dem Radar können auch unter der Eisschicht Daten gesammelt werden. Mit dem Laser Altimeter "Gala" (Ganymede Laser Altimeter) soll die Oberfläche "Ganymeds" vermessen werden. Zusammen mit den Daten und mit Bildern der Kamera "Janus" kann später auch ein digitales 3-D-Modell des komplett mit Eis bedeckten Mondes erstellt werden.
    Der Esa-Wissenschaftler Olivier Witasse sprach von einer "fantastischen Mission". Kamera, Spektrometer, Radar, Magnetometer: Mit seinen Instrumenten an Bord, biete "Juice" umfassende Möglichkeiten.

    Riesige Solarpaneele werden nach Start ausgeklappt

    Der erste kritische Moment nach dem Start war den Experten zufolge das Ausklappen der 85 Quadratmeter großen Solarpaneele von "Juice" am Nachmittag. Rund eine halbe Stunde nach dem Start bekamen die Spezialisten im Kontrollzentrum zunächst ein Signal von "Juice", womit auch die Kommunikation mit der Sonde funktioniert. Dann gelang auch das Ausfahren der Solarpaneele.
    Bevor die Sonde ihre Arbeit am Jupiter aufnehmen kann, hat sie erst noch mal eine lange Strecke durch das Weltall vor sich. Sie muss bei ihrer achtjährigen Reise einmal um die Venus und dreimal um die Erde fliegen, um Geschwindigkeit aufzunehmen. Energie sollen ihr dabei die erwähnten Solarpaneele liefern.

    Raumfahrtmission der ESA
    :Die Suche nach Leben im Jupiter-Universum

    Die ESA schickt eine Rakete mit Sonde zum Jupiter. Physiker Hauke Hussmann hat ein Messinstrument dafür gebaut und erklärt, warum Leben auf dem Eismond nicht ausgeschlossen ist.
    von Sylvia Bleßmann
    Die nicht maßstabsgetreue Abbildung zeigt die Sonde «Juice», Jupiter (M) und die Monde Ganymed (l-r), Io, Europa und Kallisto. Der Start der Sonde ist für den 13. April vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guayana geplant. (zu dpa «Die weiteste Reise der Esa: Sonde «Juice» soll zum Jupiter»)
    Interview
    Quelle: dpa

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