Kirche von England entschuldigt sich bei LGBTQI+

    Entschuldigung für Homophobie:Kirche von England heißt LGTBQI+ willkommen

    20.01.2023 | 13:25
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    Die Bischöfe der Kirche von England haben sich bei der LGBTQI+-Gemeinschaft entschuldigt. "Wir haben euch nicht so geliebt, wie Gott euch liebt, und das ist zutiefst falsch."

    Kathedrale von Canterbury
    "Wir sind alle Kinder Gottes": Die Kirche von England - hier die Kathedrale von Canterbury - tut Buße.
    Quelle: AP

    Die Bischöfe der Kirche von England haben sich am Freitag bei LGBTQI+-Personen für die Ablehnung und Ausgrenzung entschuldigt, mit der die Gemeinschaft in der Vergangenheit konfrontiert war. Die feindseligen und homophoben Reaktionen seien beschämend gewesen. "Wir haben euch nicht so geliebt, wie Gott euch liebt, und das ist zutiefst falsch", schrieben die Bischöfe in einem offenen Brief.

    Wir bekräftigen öffentlich und unmissverständlich, dass LGBTQI+-Personen willkommen sind und geschätzt werden: Wir sind alle Kinder Gottes.

    Bischöfe der Kirche von England

    Weiter hieß es: "Die Gelegenheiten, bei denen Sie in unseren Kirchen eine feindselige und homophobe Antwort erhalten haben, sind beschämend, und dafür tun wir Buße."

    Kirche von England hält an "Nein" zur gleichgeschlechtlichen Ehe fest

    Bereits am Mittwoch hatten die Bischöfe der Kirche von England die Ergebnisse eines mehrjährigen Beratungsprozesses vorgestellt. Dabei hatten sie sich darauf verständigt, der im Februar in London tagenden Generalsynode ein Festhalten an der traditionellen Ehelehre zu empfehlen. Die heilige Ehe sei ein Bund zwischen Mann und Frau, hieß es.
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    Stattdessen hatten die Bischöfe ein umfangreiches "seelsorgerisches Angebot" angekündigt, um Lesben, Schwule, Bi-, Trans-, Intersexuelle, Queere sowie Menschen anderer Geschlechtsidentitäten willkommen zu heißen. Dazu sollen - auf freiwilliger Basis - spezielle Gebete, Gottesdienste und Segenszeremonien gehören.

    Erzbischof von Canterbury hofft auf positive Resonanz

    Ein detaillierter Bericht zu den Empfehlungen der englischen Bischöfe soll bei der Generalsynode veröffentlicht werden. Das kirchliche Gesetzgebungsorgan soll vom 6. bis 9. Februar tagen und über die Vorschläge abstimmen. Anglikaner-Primas Justin Welby sagte am Mittwoch, er mache sich keine Illusionen darüber, dass die Vorschläge "einigen zu weit und anderen nicht weit genug gehen". Aber er hoffe auf eine positive Resonanz im Sinne des Gemeinwohls, so der Erzbischof von Canterbury.
    Seit 2014 können homosexuelle Paare in England und Wales heiraten. Im Jahr 2013 hatte Königin Elizabeth II. ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet. Die anglikanische wie die katholische Kirche protestierten damals gegen das Gesetz. Aufgrund anhaltender innerkirchlicher Differenzen zu dem Thema begann die Church of England 2017 einen Beratungsprozess mit dem Titel "Leben in Liebe und Glauben".
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    Quelle: ZDF, KNA

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