Schuldenfalle: Worauf beim Online-Shopping zu achten ist

    FAQ

    Schuldenfalle Online-Shopping:Worauf Sie bei Klarna und Co. achten sollten

    von Julia Ludolf
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    Viele verschulden sich beim Online-Shopping. Das zeigt auch ein TikTok-Trend, bei dem Nutzer ihre offenen Rechnungen miteinander teilen. So schützt man sich vor der Schuldenfalle.

    Eine Frau sitzt vor einem Laptop und hat eine Kreditkarte in der Hand. (Symbolbild)
    Viele rutschen durch das Konzept "sofort kaufen, später bezahlen" in die Schuldenfalle. (Symbolbild)
    Quelle: dpa

    Klarna und PayPal tragen durch das Geschäftsmodell "Buy now, pay later" - sofort kaufen, später zahlen - zur Überschuldung vieler Menschen bei. Was Betroffene tun können, wenn sie hohe Schulden haben, und wie man es gar nicht erst soweit kommen lässt, erläutert Schuldnerberaterin Anika Wegner vom Caritasverband Trier.

    Woher kommt der TikTok-Hashtag #klarnaschulden?

    Immer mehr Nutzer zeigen im Netz ihre hohen Klarna-Schulden - zum Beispiel bei TikTok mit dem Hashtag #klarnaschulden. Die Schuldnerberaterin sieht den Trend als Kommentar zur Konsumgesellschaft: "Junge Menschen, die besonders sensibel für gesellschaftliche Strömungen sind, machen nicht denjenigen zum 'King', der besser haushaltet, sondern die Person, die am meisten konsumiert." Fest steht für die Expertin: Schulden gegen Likes ist kein guter Tausch.
    Schuldnerberaterin Anika Wegner im Gespräch21.11.2022 | 9:53 min

    Wer ist besonders gefährdet?

    "Ganz viele Menschen nutzen die Zahlungsdienstleister, ohne sich zu verschulden," so Schuldnerberaterin Anika Wegner. "Aufpassen müssen potenzielle Konsumenten, wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen." Zu diesen zählten ein mangelnder Überblick über die eigenen Finanzen, eine vorhandene Kontoüberziehung oder bereits laufende Ratenpläne.
    In Bezug auf Altersgruppen und Einkommensschichten kann es prinzipiell jeden treffen. "Wir haben jedoch mehr Klienten im gering verdienenden Sektor, weil sie schneller in die Schulden geraten", erläutert Anika Wegner.

    Die überwiegende Anzahl der Menschen ist zwischen 30 und 45 Jahren. Kaufsüchtig oder labil sind die wenigsten.

    Anika Wegner, Schuldnerberaterin vom Caritasverband Trier

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    Profitieren die Zahlungsanbieter von den Schulden der Nutzer?

    "Bei der Schuldenfalle handelt es sich um ein Geschäftsmodell", so die Expertin. "Durch die Schulden müssen die Nutzer plötzlich hohe Zinsen zahlen." Ein Geschäft, das sich für die Zahlungsanbieter lohnt.

    Was können Betroffene tun?

    Wer in die Schuldenfalle getappt ist, sollte sich intensiver mit seinen Finanzen beschäftigen. "Ich rate Betroffenen grundsätzlich dazu, ein Haushaltsbuch zu führen. Darin können die Einkünfte und Ausgaben notiert werden."
    Dementsprechend kann auch ein Budget für Online-Shopping festgelegt werden. Bei Internetkäufen können sich Konsumenten zudem die Frage stellen: "Möchte ich das oder brauche ich das?" Wer zu Impulskäufen neigt, sollte im Idealfall zwischen Kaufimpuls und Kaufentscheidung etwas Zeit vergehen lassen. Die Zahlungsart "Vorkasse" kann ebenfalls ein Instrument zur Selbstkontrolle sein.
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    Was sollte man beachten, wenn die Schulden schon hoch sind?

    "Da gibt es verschiedene Möglichkeiten", sagt die Schuldnerberaterin. "Es kommt darauf an, wie hoch das Einkommen ist und ob die Person alleinstehend ist oder ob sie mit ihrem Einkommen ihre Familie versorgen muss." Darüber hinaus ist die Anzahl der Gläubiger relevant. "Es ist natürlich viel schwieriger mit 30 Gläubigern zu verhandeln als mit zweien", so Anika Wegner.

    Wir schließen Vergleiche und schauen, ob jemand aus der Familie bereit ist, auszuhelfen.

    Anika Wegner, Schuldnerberaterin vom Caritasverband Trier

    Falls das nicht klappt, hilft die Schuldnerberaterin Betroffenen Insolvenzanträge zu stellen und begleitet sie im Verfahren.
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