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Wer ist der Amazon-Gründer?:Jeff Bezos: Der reichste Trekkie der Welt
von Patrick Wagner
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Eigentlich wollte Amazon-Gründer und Milliardär Jeff Bezos nicht das Internet erobern, sondern das Weltall. Der Grund dafür: seine Liebe zu Star Trek.
Im Herbst 2021 ließ Jeff Bezos, Gründer von Amazon und einer der reichsten Männer der Welt, einen Science-Fiction-Klassiker Wirklichkeit werden. Er steckte den Star-Trek-Schauspieler William Shatner in eine Rakete seines Raumfahrtunternehmens "Blue Origin" und schickte ihn ins All. Das Ganze ließ er professionell filmen und auf der eigenen Internetplattform amazon.com veröffentlichen.
Der junge Bezos wollte den Weltraum besiedeln
Was wie ein Marketing-Gag der Superlative klingt, war vielmehr die Erfüllung eines Kindheitstraums. Denn Jeffrey Bezos hatte angeblich nie vor, das Internet zu revolutionieren. Bereits 1982 verriet er in seiner High-School-Abschlussrede seinen wahren Traum: Der damals 18-Jährige wollte nichts weniger als den Weltraum besiedeln und unseren Planeten zum Nationalpark erklären. In Anlehnung an die Science-Fiction-Serie "Star Trek" schloss er seine Rede mit den Worten: "Space, the final frontier. See you there".
Fest steht: Die fiktiven Raumschiffkapitäne der Sternenflotte waren für Bezos seit jeher Vorbilder, schon als Kind spielte er ihre Abenteuer beinahe täglich nach.
Wir bastelten kleine Phaser und Tricoder aus Pappe.
Jeff Bezos
So erinnerte sich Bezos in einem Interview mit der "Washington Post". Heute sind seine Nachbauten um ein Vielfaches anspruchsvoller. Die virtuelle Sprachassistentin Alexa zum Beispiel ist dem Bordcomputer des Star-Trek-Raumschiffs "USS Enterprise" nachempfunden.
Amazon als Umweg auf dem Weg ins All
Glaubt man seiner Highschool-Liebe Ursula Werner war der Onlineversandhändler Amazon für Jeff Bezos nur ein Umweg auf dem Weg ins All. "Der Grund, warum er so viel Geld verdient, ist, um ins All zu fliegen", schrieb sie in einem Internetblog. Darauf angesprochen, antwortete Bezos: "Ich kann das weder bestätigen noch dementieren."
Tatsächlich gründete Bezos im Jahr 2000 sein eigenes Raumfahrtunternehmen mit dem Namen "Blue Origin". 2021 war es dann so weit: Das Raumschiff "New Shepard" flog ins All. Mit an Bord: Jeff Bezos.
"Blue Origin" als nächstes Kapitel für Bezos
Aber das alles hat seinen Preis. Und den zahlt im Zweifel nicht Jeff Bezos, sondern seine Angestellten. Denn während der immer mehr Geld in sein Raumfahrtprojekt steckt, schufften sich viele Amazon-Mitarbeiter laut Kritikern für wenig Lohn kaputt. Wer sich krank meldet oder während der Arbeitszeit auf die Toilette geht, riskiert die Kündigung, sagen ehemalige Mitarbeiter.
Nach seinem Rücktritt als CEO von Amazon im Jahr 2021 schlug Jeff Bezos mit "Blue Origin" längst das nächste Kapitel in seiner Lebensgeschichte auf: die Kolonisierung des Sonnensystems. Auf Veranstaltungen und in Interviews beschrieb er seine Vision so:
Eine Billion Menschen könnten in unserem Sonnensystem leben. Es gäbe Tausende Einsteins und Mozarts, das wäre eine unglaubliche Zivilisation.
Jeff Bezos über Kolonisierung des Sonnensystems
Mit Amazon hat er bereits das Internet und den Onlinehandel erobert, das Weltall wäre da vielleicht nur der nächste logische Schritt. Ob er damit Erfolg haben wird, steht allerdings in den Sternen.
Quelle: dpa
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