Hacker greifen Flughafen von Beirut an

    Anti-Hisbollah-Botschaften:Hackerangriff auf Flughafen von Beirut

    |

    Der Flughafen von Beirut ist Ziel eines ungewöhnlichen Cyberangriffs geworden. Auf Bildschirmen sahen Reisende Botschaften gegen die libanesische Hisbollah-Miliz.

    Flugzeuge stehen wegen der Coronavirus-Pandemie auf dem internationalen Flughafen Rafic Hariri in Beirut.
    Auf den Flughafenmonitoren in Beirut stand unter anderem die Behauptung, die Hisbollah dränge den Libanon in einen Krieg gegen Israel. (Symbolbild)
    Quelle: dpa

    Hacker haben auf Monitoren am Flughafen von Libanons Hauptstadt Beirut Botschaften gegen die libanesische Hisbollah-Miliz veröffentlicht.
    Auf Bildschirmen an den Terminals wurden den Reisenden statt Abflugs- und Ankunftszeiten plötzlich Botschaften gezeigt, in denen die Hisbollah kritisiert wurde. Unter anderem stand auf den Bildschirmen, die Hisbollah dränge den Libanon in einen Krieg gegen Israel.
    Menschen schauen der Rede des Hisbolaah-Chef Hasan Nasrallah zu.
    Nach der Tötung des Hamas-Funktionärs Saleh Al-Aruri in Beirut wächst die Sorge vor einem Flächenbrand. Nun gab es eine Rede des Hisbollah-Chef Nasrallah.03.01.2024 | 1:42 min

    Christliche Hardliner weisen Verantwortung von sich

    Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, der Cyberangriff habe auch das Gepäckkontrollsystem des Flughafens gestört. Die Behörden arbeiteten daran, die Bildschirme neu zu starten "und den normalen Verkehr am Flughafen aufrechtzuerhalten".
    Zu sehen waren auf den Bildschirmen auch die Logos der radikalen christlichen Gruppe Soldaten Gottes, die bisher unter anderem mit Kampagnen gegen Schwule, Lesben und Transmenschen aufgefallen war, und einer weniger bekannten Gruppe, die sich "Derjeneige, der spricht" nennt.
    Die christlichen Hardliner dementierten in einem Video, dass sie dafür verantwortlich waren. Die kleinere Gruppe postete Fotos der Bildschirme in ihren Kanälen in sozialen Medien im Internet.

    Angespannte Lage seit Tötung eines Hamas-Anführers

    Seit dem Großangriff der Hamas auf Israel im Oktober kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen der Hisbollah und dem israelischen Militär an der libanesischen Grenze. In der Region wächst die Sorge vor einer noch größeren militärischen Konfrontation. Die Lage ist besonders angespannt nach der Tötung eines Hamas-Anführers in Beirut durch einen mutmaßlich israelischen Luftangriff.
    Nahostkonflikt
    Nach der Tötung eines Hamas-Anführers in Beirut wächst die Sorge vor einer Ausweitung des Nahost-Konflikts bei den Menschen im Libanon. Die Gefahr eines Flächenbrandes steigt.03.01.2024 | 2:53 min
    Quelle: dpa, AP, AFP

    Mehr zum Thema Nahost-Konflikt