Wohnungsnot und Überfüllung:Spanien: Neue Regeln gegen Übertourismus
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94 Millionen Touristen kamen im vergangenen Jahr nach Spanien. Wegen steigender Mietpreise und Sorge vor Überfüllung plant die Regierung neue Regeln - was Reisende 2025 erwartet.
Spanien im Tourismus-Check: Neue Regeln für Reisende und Unterkünfte. (Archivbild)
Quelle: dpa
Mit der Zahl der Reisenden haben auch Beschwerden von Einwohnerinnen und Einwohnern zugenommen, die der Ansicht sind, dass der Tourismus das normale Ausmaß überstiegen habe. Es gibt Bedenken wegen Überfüllung, Wasserverbrauch und vor allem wegen der Preise von Unterkünften.
Ministerpräsident Sánchez mit 12-Punkte-Plan
Die Regierung des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez hat damit angefangen, auf Forderungen nach strengeren Regeln einzugehen, insbesondere was Unterkünfte in den Großstädten angeht. Dort zählen steigende Immobilien- und Mietpreise zu den wichtigsten Themen von Wählerinnen und Wählern.
Diesen Monat stellte Sánchez einen Plan zum Umgang mit dem Wohnungsproblem vor, der aus zwölf Punkten besteht. Vorgesehen sind strengere Vorschriften für Kurzzeit-Mietobjekte, die hauptsächlich Touristen zur Verfügung gestellt werden.
Weniger Wohnungen für Touristen
Nein, aber einige Städte haben damit angefangen, Mietobjekte für den Tourismus zu regulieren. Die andalusische Hafenstadt Málaga an der südlichen Mittelmeerküste von Spanien will neue Mietimmobilien in 43 Stadtvierteln verbieten, wo diese Mietobjekte mehr als acht Prozent des Gesamtkontingents an Wohnungen ausmachen. Die Regelung trat im Januar in Kraft und soll drei Jahre lang getestet werden.
Die Stadt Barcelona will die Lizenz für alle 10.000 Wohnungen vor Ort entziehen, die als Kurzzeit-Mietobjekte zugelassen waren. Damit soll die Verfügbarkeit von Wohnungen für Langzeitbewohner gesichert werden. Die für ihre Strände, Kunst und surrealistische Architektur bekannte Metropole am Mittelmeer gab im vergangenen Jahr bekannt, dass Lizenzen für touristisch genutzte Wohnungen nach dem Auslaufen 2028 nicht mehr erneuert würden.
Hohe Mietkosten für Einheimische
Das Land hat mit einer zunehmenden Knappheit bezahlbarer Wohnungen zu tun. Stark steigende Mieten sind vor allem in Städten wie Barcelona und Madrid ein Problem, wo die Einkommen der örtlichen Arbeitskräfte nicht mit den Mieten mithalten. Betroffen sind vor allem junge Menschen.
Auch die Immobilienpreise nehmen stetig zu, insbesondere in Städten und in Küstengegenden. Kurzzeit-Mietverträge, die in erster Linie Touristen zur Verfügung gestellt werden, gelten auch als Faktor, der die Mietkosten für Einheimische erhöht.
Worauf Reisende achten sollten
Wer sich ein Auto in Spanien mietet oder ein Hotel bucht, muss mehr Dokumente ausfüllen als bisher. Das hat mit einem neuen Gesetz zu tun, das Hotelbesitzer und Autovermieter dazu verpflichtet, aus Gründen der nationalen Sicherheit persönliche Angaben an die Regierung zu übermitteln.
Zu den eingesammelten Informationen gehören Details aus den Pässen der Personen, Wohnadressen und Zahlungsinformationen von Personen ab 14 Jahren.
Quelle: dpa
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