Massentourismus in Spanien: Neue Regeln gegen Übertourismus

    Wohnungsnot und Überfüllung:Spanien: Neue Regeln gegen Übertourismus

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    94 Millionen Touristen kamen im vergangenen Jahr nach Spanien. Wegen steigender Mietpreise und Sorge vor Überfüllung plant die Regierung neue Regeln - was Reisende 2025 erwartet.

    Spanien, Palma: Männer tragen an einem sonnigen Tag Plastikpalmen am Strand Arenal. Archivbild
    Spanien im Tourismus-Check: Neue Regeln für Reisende und Unterkünfte. (Archivbild)
    Quelle: dpa

    Im vergangenen Jahr kam die Rekordzahl von 94 Millionen Touristen nach Spanien. Damit hatte das südeuropäische Land eine der höchsten Besucherzahlen weltweit.
    Mit der Zahl der Reisenden haben auch Beschwerden von Einwohnerinnen und Einwohnern zugenommen, die der Ansicht sind, dass der Tourismus das normale Ausmaß überstiegen habe. Es gibt Bedenken wegen Überfüllung, Wasserverbrauch und vor allem wegen der Preise von Unterkünften.

    Ministerpräsident Sánchez mit 12-Punkte-Plan

    Die Regierung des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez hat damit angefangen, auf Forderungen nach strengeren Regeln einzugehen, insbesondere was Unterkünfte in den Großstädten angeht. Dort zählen steigende Immobilien- und Mietpreise zu den wichtigsten Themen von Wählerinnen und Wählern.
    Diesen Monat stellte Sánchez einen Plan zum Umgang mit dem Wohnungsproblem vor, der aus zwölf Punkten besteht. Vorgesehen sind strengere Vorschriften für Kurzzeit-Mietobjekte, die hauptsächlich Touristen zur Verfügung gestellt werden.
    SPAIN-TOURISM
    Ibiza ist ein beliebtes Ziel für Touristen. Doch viele Insulaner können sich das Wohnen auf der Insel kaum noch leisten.05.06.2024 | 6:44 min

    Weniger Wohnungen für Touristen

    Nein, aber einige Städte haben damit angefangen, Mietobjekte für den Tourismus zu regulieren. Die andalusische Hafenstadt Málaga an der südlichen Mittelmeerküste von Spanien will neue Mietimmobilien in 43 Stadtvierteln verbieten, wo diese Mietobjekte mehr als acht Prozent des Gesamtkontingents an Wohnungen ausmachen. Die Regelung trat im Januar in Kraft und soll drei Jahre lang getestet werden.
    Die Stadt Barcelona will die Lizenz für alle 10.000 Wohnungen vor Ort entziehen, die als Kurzzeit-Mietobjekte zugelassen waren. Damit soll die Verfügbarkeit von Wohnungen für Langzeitbewohner gesichert werden. Die für ihre Strände, Kunst und surrealistische Architektur bekannte Metropole am Mittelmeer gab im vergangenen Jahr bekannt, dass Lizenzen für touristisch genutzte Wohnungen nach dem Auslaufen 2028 nicht mehr erneuert würden.
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    Die Proteste auf Mallorca und in anderen spanischen Touristen-Metropolen halten weiter an. Auf der Insel Mallorca haben erneut Zehntausende gegen den Massentourismus protestiert.22.07.2024 | 0:16 min

    Hohe Mietkosten für Einheimische

    Das Land hat mit einer zunehmenden Knappheit bezahlbarer Wohnungen zu tun. Stark steigende Mieten sind vor allem in Städten wie Barcelona und Madrid ein Problem, wo die Einkommen der örtlichen Arbeitskräfte nicht mit den Mieten mithalten. Betroffen sind vor allem junge Menschen.
    Auch die Immobilienpreise nehmen stetig zu, insbesondere in Städten und in Küstengegenden. Kurzzeit-Mietverträge, die in erster Linie Touristen zur Verfügung gestellt werden, gelten auch als Faktor, der die Mietkosten für Einheimische erhöht.
     Menschen nehmen an einem Protest gegen den Tourismus unter dem Motto „Genug! Lasst uns dem Tourismus Grenzen setzen“, der von verschiedenen Gruppen der Zivilgesellschaft in Barcelona, Katalonien, Spanien, am 06. Juli 2024 organisiert wurde.
    Rom, Venedig, Südtirol - überall drängen sich die Touristen. Und an vielen Orten wird es den Einwohnern zu viel und zu eng. Wie umgehen mit der zunehmenden Touristenschwemme? 21.07.2024 | 2:43 min

    Worauf Reisende achten sollten

    Wer sich ein Auto in Spanien mietet oder ein Hotel bucht, muss mehr Dokumente ausfüllen als bisher. Das hat mit einem neuen Gesetz zu tun, das Hotelbesitzer und Autovermieter dazu verpflichtet, aus Gründen der nationalen Sicherheit persönliche Angaben an die Regierung zu übermitteln.
    Zu den eingesammelten Informationen gehören Details aus den Pässen der Personen, Wohnadressen und Zahlungsinformationen von Personen ab 14 Jahren.

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    Quelle: dpa

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    Quelle: AP
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