Trumps Amtseinführung: Freude und Schockstarre in Washington
Stimmung vor der Amtseinführung:Trump sorgt für Freude und Schockstarre
von Nele Aulbert, Washington D.C.
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Vor der Amtseinführung von Donald Trump kochen in Washington D.C. viele Emotionen hoch - zwischen Freude und Schockstarre. Ein Stimmungsbild.
Die Stimmung in Washington D.C. vor Trumps Amtsantritt sei zweigeteilt, berichtet Christian Sievers. Man sehe kein "Land, das zusammenkommt" und einen neuen Präsidenten feiert.19.01.2025 | 2:17 min
Im Bus auf dem Weg zur Capital One Arena ist wenig zu spüren von der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten. Das ändert sich schlagartig, sobald man die Parallelstraße der großen Halle betritt, in der am Nachmittag die Kundgebung von Donald Trump stattfindet.
Die Menschenmenge, die vor dem Eingang wartet, ist in blau-weiß-rot gekleidet, rote MAGA-Mützen werden an jeder Straßenecke verkauft.
Trump-Fans kommen von weit her
Paige und Bre stehen seit 6 Uhr morgens an, die Freundinnen sind aus Kalifornien angereist, um den neuen Präsidenten zu feiern.
Man spürt die Energie und die Begeisterung überall, die Menschen brechen immer wieder in USA-Gesänge aus.
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Bre, Trump-Fan aus Kalifornien
Sie sind froh, nun von Trump-Fans umgeben zu sein - anders als in Kalifornien. Das sagen viele vor der Halle. Auch Bob, der ebenfalls seit Stunden ansteht.
Paige und Bre erhoffen sich mehr Sicherheit für Frauen durch Trumps Politik.
Quelle: ZDF
Viele hoffen auf wirtschaftlichen Wandel
Er ist mit seiner Frau aus New York angereist:
Man spürt, dass eine neue Era beginnt. Die goldene Ära beginnt, so wie Trump er gesagt hat und alle kommen zusammen dafür.
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Bob, 75 Jahre alt
Er arbeitet als Installateur, ist in einer Gewerkschaft tätig. Die meisten Gewerkschaftler hätten Trump gewählt, sie wollen Veränderung. "Die Demokraten waren nicht für uns da", sagt Bob. Es wäre Zeit, dass Amerika wieder auf die Bühne zurückkehrt.
Bob und seine Frau sind zum ersten Mal zu einer Amtseinführung angereist.
Quelle: ZDF
Entfesselte Stimmung bei Trump-Anhängern
Die 40-Jährige Casey ist mit ihren drei Kindern aus Oregon angereist. Auch sie hat große Hoffnung in Trump:
Die Menschen sind bereit für einen wirtschaftlichen Wandel. Meine Kinder sollen später ein Haus haben können, erfolgreich sein.
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Casey, Mutter aus Oregan
Zehntausende Trump-Fans sind aus dem ganzen Land angereist, um dabei zu sein, wenn er Präsident wird. Dadurch, dass die großen Feierlichkeiten auf der Mall abgesagt wurden, wissen viele noch nicht, was genau sie Montag in der Stadt machen werden.
Casey unterrichtet ihre drei Kinder zu Hause und sah diese Schulform durch Demokraten gefährdet.
Quelle: ZDF
Die Stimmung lassen sie sich aber nicht verderben, sagen viele. Man spürt, sie fühlen sich bestärkt, teils entfesselt.
Er kehrt zurück ins Weiße Haus: Am Montag tritt Donald Trump seine zweite Amtszeit als US-Präsident an. Auch in der internationalen Sicherheitspolitik gilt ab dann: America First.19.01.2025 | 2:15 min
Sorgen prägen den Protestmarsch
Ganz anders die Stimmung beim Protestmarsch am Tag zuvor. Sie ist überschattet von Angst und Sprachlosigkeit. Tausende Menschen demonstrierten gegen die Politik von Trump und seiner Partei.
In Washington sind einige tausend Menschen gegen Trump auf die Straße gegangen – weitaus weniger als bei seiner ersten Amtseinführung. Viele hätten Angst, sagen Teilnehmer. 18.01.2025 | 2:04 min
Auf den bunten, selbstgebastelten Schildern machen Menschen auf ihre Angst vor dem Umgang der neuen Regierung mit Themen wie Frauenrechte, Demokratie, Klimawandel, Waffengewalt und den Rechten sozialer Minderheiten aufmerksam.
Sie rufen: "Trans-Leben, Migranten-Leben, unsere Leben bedeuten etwas."
Ihr Kostüm habe sie angezogen um auszudrücken was sie denke, sagt Dawn Fichtner: "Trump ist eine Karikatur."
Quelle: ZDF
Gerade junge Menschen sind demoralisiert
"Viele Menschen fühlen sich taub. Sie sind frustriert und müde, sie hatten keine Kraft heute zu kommen", sagt Abby. Die 29 -jährige Krankenschwester kam dennoch aus New York angereist, um in D.C. für ihre Rechte einzustehen.
Es ist wichtig, dass wir unsere Grundrechte der Demokratie und der Presse- und Meinungsfreiheit erhalten.
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Abby, Demonstrantin aus New York
Sie hofft, dass sich vor allem junge Menschen lokal vernetzen. Auch der 23-jährige Sebastian aus Annapolis erzählt, viele seiner Freunde hätten Angst vor mehr Extremismus im Land.
Er blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft: "Wenn das Gute aufhört zu handeln, gewinnt das Schlechte. Es wird ein langer und harter Kampf, aber es kann Gutes dabei rauskommen."
Sarah Pleydell setzt sich mit ihrer Organisation für Demokratie der nächsten Generation ein.
Quelle: ZDF
Widerstand im Lokalen
Es sind viele ältere Menschen bei der Demonstration. Sarah Pleydell sorgt sich um die Demokratie:
Es geht nicht um uns als Individuen. Es geht um unsere Generation als Feministinnen und Aktivistinnen, aber auch um die Kinder, die wir in diese Welt gesetzt haben.
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Sarah Pleydell, Demonstrantin aus D.C.
Ihre Gruppe "Make America Moral Again" formierte sich beim Frauenmarsch 2017. Widerstand funktioniere für sie im Moment eher im Lokalen. Sie habe ihr AirBnB für die Amtseinführung geschlossen. Ihre Tochter hätte ein lukratives Angebot abgelehnt, als Kamerafrau die Amtseinführung zu filmen. Sarah ist sich sicher:
Gerade müssen wir uns hinsetzen und in Ruhe die nächsten Schritte planen. Aber der Mut und die Wut werden wiederkommen.
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Sarah Pleydell, Demonstrantin aus D.C.
Es sind zwei Welten, die wenig gemeinsam zu haben scheinen und die Realität des gespaltenen Landes zeigen, dessen Präsident ab Montagmittag zum zweiten Mal Donald Trump heißt.
Donald Trump ist erneut US-Präsident. In einem seiner ersten Schritte entließ er Regierungsmitarbeiter, über 1.000 weitere sollen folgen. Die Entwicklungen im Liveticker.
Liveblog
Quelle: dpa
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