Feuer in Büro des SPD-Abgeordneten Diaby

    Mutmaßlicher Brandanschlag:Feuer in Büro des SPD-Abgeordneten Diaby

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    Auf das Büro des Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby ist offenbar ein Brandanschlag verübt worden. Ein Tatverdächtiger ist bereits festgenommen.

    Karamba Diaby (SPD), Archivbild
    Der SPD-Abgeordnete Karamba Diaby will sich nicht einschüchtern lassen.
    Quelle: dpa

    Das Büro des Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby (SPD) in Halle ist auf "unabsehbare Zeit" nicht mehr zu benutzen. Bei einem Brandanschlag auf das Gebäude sei "erheblicher Sachschaden" entstanden. Das teilte der aus dem Senegal stammende Politiker mit. Menschen seien dabei nicht verletzt worden.

    Diaby: Lasse mich nicht einschüchtern

    Der festgenommene Verdächtige sei ihm wegen früherer Delikte bekannt, teilte der Abgeordnete mit. Er habe gegen den 55-Jährigen schon mehrfach Strafantrag unter anderem wegen rassistischer Beleidigungen gestellt.

    Ich erwarte, dass die Ermittlungen zügig und konsequent zu belastbaren Ergebnissen führen.

    Karamba Diaby, SPD-Bundestgasabgeordneter

    "Die Tat empört und verärgert mich sehr" - auch weil der mutmaßliche Täter "der Polizei bereits bekannt" sei. Von der Tat lasse er sich nicht einschüchtern, beteuerte der SPD-Politiker.
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    Wie die Polizei in Halle mitteilte, bemerkten Zeugen am späten Mittwochabend Flammen an dem Gebäude, in dem sich das SPD-Wahlkreisbüro befindet. Zudem hätten die Zeugen eine verdächtige Person bemerkt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Das Feuer konnte die Feuerwehr demnach zeitnah löschen. Nach Diabys Angaben wurde der Anschlag mit einer "brennbaren Flüssigkeit" verübt.
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    SPD-Chefin Esken entsetzt

    Die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken erklärte zu dem Vorfall in Berlin:

    Ich bin entsetzt, dass auf das Wahlkreisbüro meines Bundestagskollegen Karamba Diaby in Halle erneut ein feiger Anschlag verübt wurde.

    Saskia Esken, SPD-Vorsitzende

    Dies sei "zugleich ein Anschlag auf die Demokratie vor Ort, der eine scharfe Verurteilung aller Demokraten erfordert".

    Innenministerin Faeser: Demokraten lassen sich nicht einschüchtern

    Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat die mutmaßliche Brandstiftung am Büro Diabys scharf verurteilt.

    Ich bin froh, dass der Tatverdächtige dank mutiger Passanten schnell gefasst werden konnte

    Nancy Faeser (SPD), Bundesinnenminsterin

    Wer Abgeordnete angreife, greife damit auch die Demokratie an, betonte Faeser und fügte hinzu: "Aber Demokraten lassen sich nicht einschüchtern".

    SPD: Demokratie muss immer wieder neu errungen werden

    Esken wies darauf hin, dass Diaby auch in der Vergangenheit wiederholt massiv Drohungen aus der rechtsextremen Szene ausgesetzt war. Die Parteichefin erinnerte auch daran, dass 2020 Schüsse auf sein Büro abgegeben wurden. Esken dankte "den mutigen Zeugen, die den Täter der Polizei übergeben haben".
    Sachsen-Anhalt, Halle (Saale): Brandspuren an der Eingangstür zum Bürgerbüro des Bundestagsabgordneten Dr. Karamba Diaby.
    Brandspuren an der Eingangstür zum Bürgerbüro Karamba Diabys.
    Quelle: Heiko Rebsch/dpa

    Die SPD Sachsen-Anhalt sprach von einem "feigen Brandanschlag" auch auf die SPD in Halle. "Freiheit und Demokratie sind keine Selbstläufer", hieß es in der Mitteilung weiter. "Sie müssen tagtäglich neu errungen und verteidigt werden." Der Landesverband drückte Diaby und seinem Team seine Solidarität aus. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) verurteilte den Anschlag ebenfalls scharf.

    Diaby sitzt seit 2013 im Bundestag

    "Anschläge auf Büros von Politikern und demokratischen Institutionen sollen zur Verunsicherung von Verantwortungsträgern wie auch der Bevölkerung beitragen", erklärte er. "Wir alle sollten uns des Wertes der Demokratie bewusst sein und sie konsequent schützen."
    Auch Vertreterinnen und Vertreter von Grünen, Linkspartei und FDP äußerten sich solidarisch mit dem SPD-Politiker, ebenso Organisationen der Zivilgesellschaft. Der 61-jährige Diaby gehört dem Bundestag seit 2013 an, seit 2021 als direkt gewählter Abgeordneter. Er stammt aus Senegal und ist seit 2001 deutscher Staatsbürger.
    Quelle: AFP

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