AfD-Politikerin verschenkt Kubotans im Brandenburg-Wahlkampf
Kubotan statt Kugelschreiber:AfD-Wahlkampfgeschenk als Waffe einsetzbar
von Alexander Eschment
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Eine AfD-Politikerin verteilt im Brandenburg-Wahlkampf sogenannte Kubotans zum "Selbstschutz". In anderen Ländern werden diese Gegenstände als Waffen eingestuft und sind verboten.
Im AfD-Wahlkampf in Brandenburg werden ungewöhnliche Geschenke verteilt (Symbolbild)
Quelle: Imago
Die Brandenburger AfD-Abgeordnete Lena Kotré ist im derzeitigen Wahlkampf bereits mit radikalen Äußerungen aufgefallen. Am Dienstag forderte sie die Privatisierung von Abschiebungen und den Aufbau einer "Remigrationsindustrie" mit "spezialisierten Teams, die sich auf die Organisation und Durchführung von Abschiebungen konzentrieren".
Nach dem Anschlag von Solingen hatte sie ein "Betretungsverbot von Asylantragstellern, von Flüchtlingen auf öffentlichen Veranstaltungen" vorgeschlagen.
Jetzt verteilt die 38-Jährige nach eigenen Angaben auf ihrem Facebook-Account sogenannte Kubotans an ihrem Wahlkampfstand. Dabei handelt es sich um circa 13 Zentimeter lange massive Metallstäbe, die ähnlich aussehen wie Kugelschreiber. Für eine bessere Griffigkeit haben sie Rillen, an ihrem Ende befindet sich eine abgerundete Spitze. Sie können als Schlagwaffe oder auch als Druckpunktverstärker eingesetzt werden, um Druck- und Nervenpunkte oder Gelenke am Körper zu treffen.
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Kubotan als Lösung gegen vermeintlich zunehmende Gewalt
In einem Video präsentiert die Landtagsabgeordnete den "Original Lena-Kotré-Kubotan" als Lösung gegen die vermeintlich zunehmende Gewalt auf den Straßen. Nach ihrer Ansicht könne der Staat seine Bürger im Moment nicht ausreichend schützen, sie müssten deshalb selbst Vorsorge treffen, so Kotré gegenüber dem ZDF-Magazin "Frontal".
Lena Kotré bewirbt den Kubotan auf X
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Im Begleittext zu ihrem Werbevideo für den Kubotan heißt es, "echte Sicherheit gibt es nur mit der AfD". Er ist überschrieben mit der Aufforderung: "Seid wehrhaft!"
Kubotan in Deutschland nicht als Waffe eingestuft
Der Kubotan wird in Deutschland bislang nicht als Waffe eingestuft, befindet sich aber laut Bundeskriminalamt in einer Art Grauzone. In einem Feststellungsbescheid vom 5. März 2008 heißt es: "Nicht jeder Gegenstand, der grundsätzlich geeignet ist, durch Hieb, Stich oder Stoß Verletzungen hervorzurufen, ist gleichzeitig Hieb- und Stoßwaffe" im Sinne des Waffengesetzes.
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Der Kubotan sei zwar geeignet, als Waffe eingesetzt zu werden, es "ist jedoch nicht eindeutig von einer Hieb- und Stichwaffe auszugehen". Andere Länder stufen den Kubotan dagegen als Waffe ein und haben ihn verboten, darunter Australien, Kanada und die Schweiz.
Quelle: dpa
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