Verfassungsschutz: Haldenwang warnt vor Spionage aus China

    Verfassungsschutzpräsident :Haldenwang warnt vor Spionage aus China

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    Verfassungsschutzpräsident Haldenwang warnt vor einer Zunahme chinesischer Spionage in Deutschland. In den letzten Jahren sei auch die Politik in den Fokus der Ausspähung gerückt.

    Verfassungsschutzpräsident Haldenwang
    Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang befürchtet eine Zunahme chinesischer Spionageversuche in Deutschland. (Archivbild)
    Quelle: Michael Kappeler/dpa

    Der Präsident des Verfassungsschutzes, Thomas Haldenwang, hat vor einer Zunahme chinesischer Spionage in Deutschland gewarnt.

    China entfaltet breit gefächerte Ausspäh- und Einflussaktivitäten. Wir müssen uns darauf einstellen, dass diese in den kommenden Jahren noch zunehmen werden.

    Thomas Haldenwang, Präsident des Verfassungsschutzes

    Während Chinas Fokus früher auf Wirtschaftsspionage gelegen habe, rücke seit einigen Jahren auch die Ausspähung von Politik ins Visier, sagte er der "Welt am Sonntag".

    Haldenwang befürchtet politische Einflussnahme Chinas

    Haldenwang äußerte gegenüber der Zeitung die Befürchtung, dass aus wirtschaftlichen Abhängigkeiten auch eine politische Einflussnahme entstehen könne. "China verfolgt eine langfristig angelegte Strategie zur Umsetzung seiner Ziele", sagte Haldenwang.

    Die politische Führung setzt ihre wirtschaftliche Macht, die sich auch aus intensiven Beziehungen zur deutschen und europäischen Wirtschaft ergibt, bereits zur Umsetzung politischer Ziele ein.

    Thomas Haldenwang, Präsident des Verfassungsschutzes

    [Deutschland macht sich zunehmend abhängig von China - laut einer Studie war die wirtschaftliche Abhängigkeit 2022 so groß wie nie.] 
    Wie die "Welt am Sonntag" weiter berichtet, liegen dem Bundesinnenministerium derzeit keine Erkenntnisse vor, dass Überflüge chinesischer Spionageballons in Deutschland stattgefunden haben.
    Es werde jedoch davon ausgegangen, dass Deutschland eines der bedeutendsten nachrichtendienstlichen Aufklärungs- und Einflussziele Chinas sei, erklärte eine Sprecherin laut der Zeitung.

    Mutmaßlicher Spionageballon sorgt für neue Spannungen

    Der Überflug eines mutmaßlichen chinesischen Spionageballons über die USA hatte in den vergangenen Tagen für Aufsehen, Empörung und neuen Spannungen zwischen Washington und Peking gesorgt.
    US-Präsident Joe Biden ließ den Ballon vergangene Woche über dem Atlantik von einem Kampfflugzeug abschießen, als der Ballon sich nicht mehr über dem Festland befand.

    Im amerikanischen Luftraum
    :Flugobjekt abgeschossen - Rätsel um Herkunft

    Erst ein Spionageballon aus China, nun ein rätselhaftes Flugobjekt: Binnen weniger Tage schießt das US-Militär Objekte im amerikanischen Luftraum ab. Hängen die Vorfälle zusammen?
    Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, spricht während des täglichen Briefings im Weißen Haus in Washington, am 10. 02. 2023
    Quelle: AFP