DEL-Final-Playoff: München ist deutscher Eishockey-Meister

    Entscheidung im fünften Spiel:EHC München ist deutscher Eishockey-Meister

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    Der EHC München ist zum vierten Mal deutscher Eishockey-Meister. Die Münchner setzten sich in der Serie Best-of-Seven mit 4:1 gegen den ERC Ingolstadt durch.

    Mannschaftsfoto des Red Bull München-Eishockey Teams bei der Siegerehrung nach dem Spiel Red Bull München gegen EC Ingolstadt 23.04.2023
    Der EHC München ist zum vierten Mal deutscher Eishockey-Meister. Es ist der erste Titel seit 2018 und ein erneuter Triumph für Coach Don Jackson.23.04.2023 | 0:29 min
    EHC München ist zurück auf dem deutschen Eishockey-Thron. Nach fünf Jahren Wartezeit feierte der Primus der Hauptrunde fast erwartungsgemäß seinen vierten Titel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Im packenden fünften Play-off-Finalspiel gelang der Mannschaft von Rekordtrainer Don Jackson ein 3:1 (1:1, 0:0, 2:0) gegen den bayerischen Rivalen ERC Ingolstadt und damit der entscheidenden Sieg zum 4:1 in der Serie "Best of Seven".

    Endlich mal Gold, Silber habe ich genug. Ich habe lange genug gewartet. Ich bin vor fünf Jahren nach München gekommen, jetzt haben wir es endlich geschafft.

    Yasin Ehliz, Stürmer bei RB München gegenüber MagentaSport

    Teamkollege Frederik Tiffels fand den Erfolg einfach "wunderschön, es fühlt sich noch gar nicht real an. Es ging so schnell. Geil, dass es geklappt hat".

    ERC Ingolstadt geht zunächst in Führung

    Andreas Eder löste mit seinem vierten Play-off-Tor in Überzahl (52.) den erhofften Freudentaumel bei den Münchnern und ihren Fans in der ausverkauften Halle aus, Filip Varejcka beseitigte mit einem Schuss ins leere Tor die letzten Zweifel (59.). Zuvor hatte Ty Ronning in einem hart umkämpften Spiel Ingolstadt mit seinem ersten Treffer in der Finalserie in Führung (7.) gebracht, Maximilian Kastner war Schütze des Ausgleichs (13.).
    Ihre bisherigen drei Titel hatten die Münchner mit einem Hattrick in den Jahren 2016 bis 2018 gewonnen, schon damals unter dem Erfolgstrainer Jackson. Der Kanadier, einst zweimaliger Stanley-Cup-Sieger mit den Edmonton Oilers, war als Cheftrainer bereits für die fünf Meisterschaften der Eisbären Berlin zwischen 2008 und 2013 verantwortlich gewesen. Titelverteidiger Berlin hatte sich nicht für die Play-offs qualifizieren können.

    Goalie Niederberger wieder starker Rückhalt

    Seine dritte Meisterschaft in Serie feierte Nationaltorhüter Mathias Niederberger. Der 30 Jahre alte Düsseldorfer hatte den Silberpokal in den beiden vergangenen Jahren mit den Eisbären gewonnen und war auch in seiner ersten Saison in München überwiegend ein starker Rückhalt. In Finalspiel drei (3:4) sah Niederberger bei den entscheidenden Toren allerdings nicht gut aus. Diesmal ermöglichte er nach fünf guten Anfangsminuten seiner Mannschaft den Ingolstädtern den Führungstreffer: Ronning erzielte seinen sechsten Treffer in den Play-offs aus einem nahezu unmöglichen Winkel.

    • Tore: 0:1 Ronning (06:12), 1:1 Kastner (12:42), 2:1 Eder (51:53), 3:1 Varejcka (58:25).
    • Strafminuten: München 18 - Ingolstadt 12
    • Zuschauer: 5.728
    • Play-off-Stand: 4:1

    Was folgte, war nach einem harten Foul von Maximilian Kastner an Ingolstadts Wojciech Stachowiak eine erste kleine Schlägerei - und kurz nach Ablauf seiner Strafzeit der Ausgleich: durch Kastner. Danach dominierten die Münchner über weite Strecken das Spiel. Der junge Torhüter Jonas Stettmer, der Ingolstadt zum Sieg in Spiel drei verholfen hatte, stand zunehmend im Brennpunkt.

    ERC macht aus Überzahlspiel nichts

    Der 21-Jährige machte seine Sache allerdings erneut ausgezeichnet, vor allem bei einem 4:3-Überzahlspiel der Münchner Mitte des zweiten Drittels reagierte er mehrfach prächtig. Zudem warfen sich seine Vorderleute voller Leidenschaft in die Schüsse. Zu eigenen Torabschlüssen waren die Gäste bei ihren Vorstößen bis dahin kaum noch gekommen, danach aber drehten sie plötzlich auf - auch begünstigt durch Münchner Strafzeiten.
    Besonders brenzlig war es für die Gastgeber vor und nach der zweiten Drittelpause, als sie mehr als fünf Minuten in Unterzahl spielten, mehr als eine Minute lang sogar mit drei gegen fünf. Dabei brachten die Schanzer allerdings kaum einen Schuss an, und wenn, hielt Niederberger. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem Eder schließlich zum Helden wurde.

    München dominierte die Serie

    Vorjahresfinalist München war mit Siegen gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven (4:2) und die Grizzlys Wolfsburg (4:3) in seine sechste Finalserie eingezogen. Den Grundstein für den vorzeitigen Gewinn des vierten Titels hatte der Hauptrundenprimus in den Finalspielen eins, zwei und vier gelegt. Ingolstadt, Überraschungszweiter der Vorrunde, war lediglich ein Sieg im dritten Spiel in München gelungen.
    Quelle: sid/dpa
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