Wird Plan B fürs Tor nötig? Neuer und die Risiken der Bayern

    Wird ein Plan B fürs Tor nötig?:Manuel Neuer und die Risiken des FC Bayern

    von Maik Rosner
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    Wird Manuel Neuer rechtzeitig fit? Vor Beginn der Vorbereitung kommen beim FC Bayern wieder Sorgen auf. Die Münchner überlegen, wie sie sich bei den Keepern aufstellen sollen.

    Fußball-Bundesliga, 1. FC Köln - Bayern München, 34. Spieltag: Bayerns Torhüter Manuel Neuer (mitte) verfolgt das Spiel von der Bank aus.
    Auf der Bank saß Manuel Neuer (Mitte) schonmal, beim letzten Saisonspiel gegen den 1. FC Köln.
    Quelle: Marius Becker/dpa

    Wenn Thomas Tuchel am Samstag im Trainingslager des FC Bayern München am Tegernsee zur ersten richtigen Einheit der Saison-Vorbereitung bittet, könnte es sein, dass nicht alle Spieler dabei sein werden. Womöglich muss der Trainer dann zum Beispiel auf Manuel Neuer verzichten.

    Neuer vorerst nicht dabei?

    Damit verbunden wäre die Frage, wie der FC Bayern den Kader auf der Torhüterposition besetzen soll, um sich für die Risiken bei seiner Nummer eins nach deren Unterschenkelbruch im Dezember zu wappnen.
    Es ist wichtig an dieser Stelle, den Konjunktiv zu bemühen. Denn bisher bleibt unbestätigt, worüber "Sky" zuerst berichtete. Demnach werde Neuer am Tegernsee voraussichtlich nicht mittrainieren und wohl auch nicht mitreisen, wenn es vom 24. Juli bis 3. August auf PR-Tour nach Japan und Singapur geht.

    Problem auch für die Nationalmannschaft

    Sollte es so kommen, wäre das nach den vielversprechenden Trainingseindrücken aus dem Mai als Rückschlag zu werten. Zunächst einmal für den FC Bayern, darüber hinaus aber auch für die Nationalmannschaft.
    Besonders bitter wäre ein solcher Rückschlag aber vor allem für Neuer nach seiner Schufterei in der monatelangen Reha. Der 37-Jährige hatte sich zum Ziel gesetzt, nach seiner auf einer Skitour erlittenen Fraktur zu Beginn der Vorbereitung wieder voll belastbar zu sein.

    Untersuchungen bei Neuer in dieser Woche

    Nach ZDF-Informationen soll Neuer seinen Dienst beim FC Bayern in dieser Woche auf jeden Fall wieder aufnehmen. In welcher Form und in welchem Umfang, das hängt wohl auch von den Gesundheits- und Leistungschecks ab.
    Diese werden am Donnerstag und Freitag durchgeführt. Welche Schlüsse aus diesen Tests und den womöglich weiteren Untersuchungen bei Neuer gezogen werden, das muss abgewartet werden.

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    Gesucht: Vertreter-Trio hinter der Nummer 1

    Unabhängig von der derzeitigen Ungewissheit, wie es um Neuer wirklich steht und in welcher Form er zurückkehren wird, müssen sich die Bayern für das Risiko wappnen, dass sich bei ihm Probleme einstellen. Jederzeit möglich wäre ja auch eine neue Verletzung.
    Deshalb müssen sie ohnehin grundsätzlich überlegen, mit welchen drei weiteren Torhütern neben Neuer sie in die Saison gehen wollen.

    Ulreich und Schenk im Torwart-Trio gesetzt

    Neuers langjähriger Vertreter Sven Ulreich, 34, wird sicher zum Torwart-Quartett gehören, ebenso das Talent Johannes Schenk, 20.
    Bei Yann Sommer, 34, sprach zumindest bisher mehr für einen Abschied. Das gilt ebenso für den zuletzt an Monaco ausgeliehenen Alexander Nübel, 26, der sich keinesfalls hinter Neuer auf die Bank setzen will. Ein denkbares Modell wäre, Sommer und Nübel zu verkaufen und die Einnahmen zu reinvestieren.

    Torwart-Kandidat Giorgi Mamardashvilli

    Zum Beispiel in Giorgi Mamardashvilli, 22, vom FC Valencia. Die Bayern sollen sich sehr für den talentierten Georgier interessieren. Dieser könnte mittelfristig zur neuen Nummer eins aufgebaut werden.
    Mamardashvillis Marktwert wird auf rund 25 Millionen Euro geschätzt. Es gibt jedoch Berichte über eine Ausstiegsklausel, wonach sich die Ablöse auf 70 oder sogar 100 Millionen Euro belaufen soll. Mamardashvillis Vertrag in Valencia läuft bis 2027.

    Champions League als Maß in Torwartfrage

    Grundsätzlich müssen sich die Münchner fragen, ob sie mit Ulreich, Schenk und Mamardashvilli oder einem anderen Torhüter stark genug aufgestellt wären, um in der Champions League auch dann das Halbfinale anpeilen zu können, wenn Neuer ausfallen sollte.
    In diesem Prozess befinden sich die Bayern. Viel dürfte fürs Erste davon abhängen, wie die Tests und Untersuchungen in dieser Woche bei Neuer verlaufen. Zuletzt hatte es schon Berichte gegeben, wonach der Torwart noch nicht fit genug sei. Auch das dürfte nun überprüft werden.

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