1. FC Köln: Was Sie zur Transfersperre wissen müssen

    FAQ

    Transfersperre durch die FIFA:Was Sie zur Strafe gegen Köln wissen müssen

    |

    Der 1. FC Köln wird von der FIFA mit einer einjährigen Transfersperre belegt. Wie kam es zu der harten Strafe, was sind mögliche Folgen und um welchen Spieler geht es überhaupt?

    Der 1. FC Köln ist von der FIFA mit einer drastischen Transfersperre belegt worden. Dem Klub bleibt nur der Gang vor den CAS.30.03.2023 | 0:41 min
    Nach der harten Bestrafung durch die FIFA kämpft der 1. FC Köln gegen das Urteil an. Im ungünstigsten Falle kann die Transfersperre für die nächsten beiden Wechselperioden den Klub im Existenzkampf schwer treffen. Fragen und Antworten zu dem Fall:

    Was hat den Streit ausgelöst?

    Seit mehr als einem Jahr schwelt der Zwist um die ablösefreie Verpflichtung des mittlerweile 17 Jahre alten Stürmers Jaka Cuber Potocnik von Olimpija Ljubljana nach Köln. Der junge Fußballer kündigte im Januar 2022 nach Kölner Angaben "wegen zahlreicher Vertragsverletzungen seitens des Klubs" seinen noch bis 2024 laufenden Vertrag bei den Slowenen.
    "Der Spieler hat im Juni 2021 einen Vertrag unterschrieben mit diversen Zusagen, u.a. dass er mit der ersten Herrenmannschaft trainieren darf. Dies wurde nachweislich nicht eingehalten. Entsprechend hat der Spieler am 30. Januar 2022 seinen Vertrag einseitig aufgrund nicht eingehaltener Vertragszusagen gekündigt und am 31. Januar beim 1. FC Köln unterschrieben", erklärte FC-Geschäftsführer Christian Keller. 

    Warum kam der Fall zur FIFA?

    Olimpija warf Potocnik einen rechtswidrigeren Bruch seines Arbeitsvertrages vor. Dem FC wurde unterstellt, den Spieler zum Vertragsbruch angestiftet zu haben. Dagegen habe man sich in einer umfassenden Klageerwiderung verteidigt, teilten die Kölner mit.

    Welche Strafen hat die FIFA ausgesprochen?

    Der 1. FC Köln darf in den nächsten beiden Transferperioden keine neuen Spieler (national oder international) registrieren. Der Spieler Potocnik wurde mit sofortiger Wirkung für vier Monate gesperrt. Zudem muss er, unter Mithaftung des FC, eine Schadensersatzzahlung an Olimpija in Höhe von 51.570 Euro leisten.
    Der 1. FC Köln ist von der FIFA zu einer Transfersperre verurteilt worden. Köln-Geschäftsführer Christian Keller dazu im Schaltgespräch.30.03.2023 | 1:45 min

    Was bedeutet die Strafe für den 1. FC Köln?

    Die Transfersperre hätte katastrophale Folgen für den Verein. Die Personallage ließe sich kaum korrigieren. Bis zu sieben Lizenzspielerverträge laufen aus, die Zukunft von Mittelfeldspieler Ellyes Skhiri und Kapitän Jonas Hector beim 1. FC Köln ist ungewiss. In Leart Paqarada (FC St. Pauli) wurde bislang ein Spieler für die kommende Saison verpflichtet.

    Wenn das FIFA-Urteil Bestand hat, benötigen wir einen Plan B.

    Christian Keller, Geschäftsfüher 1. FC Köln

    "Er hat einen Arbeitsvertrag ab 1. Juli unterschrieben. Wenn es bei dem Urteil bleibt, würde er aber kein Spielrecht für den FC erhalten", sagte Keller. Zudem sei noch gar nicht geklärt, was das in Bezug auf ausgeliehene und verliehene Spieler bedeutet. "Es wird sicher schwer sein, dass hier jetzt ein Spieler einen Vertrag unterschreibt. Das würde ich als Spieler auch nicht machen", sagte Keller.

    Wie wehrt sich der 1. FC Köln?

    Mit dem Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne. "Wir werden jetzt schnellstmöglich Berufung einlegen und versuchen darauf hinzuwirken, dass das Strafmaß erst mal ausgesetzt wird. Dafür haben wir bis zum 20. April Zeit", erklärte Keller. Der Klub hofft, dass die von sofort an geltenden Sanktionen bis zu einem Urteil vorübergehend aufgehoben werden. 

    Wie groß sind die Chancen des Bundesligisten auf dem weiteren Rechtsweg?

    Die Kölner sehen sich im Recht, haben Zeugen und schriftliche Belege auch über eine schriftliche Ausstiegsklausel des Spielers. Die FIFA begründet ihr Urteil damit, dass der 1. FC Köln nicht beweisen könne, den Spieler nicht angestiftet zu haben. Zumindest eine Reduzierung der Strafen ist möglich. 

    Gibt es vergleichbare Fälle?

    International hat die FIFA in den vergangenen Jahren immer wieder Transfersperren gegen Vereine verhängt. Der FC Chelsea wurde wegen nicht eingehaltener Regeln bei Transfers minderjähriger Spieler mit einer Sperre von zwei Transferperioden belegt. Manchester City musste wegen ähnlicher Verstöße eine Geldstrafe in Höhe von etwa 370.000 Euro bezahlen.
    Auch der FC Barcelona und Real Madrid wurde mit Strafen belegt, in fast allen Fällen haben die Klubs aber eine Reduzierung erreicht. Aktuell bemüht sich auch Olympique Marseille um die Berufung gegen eine Sperre wegen der Modalitäten bei der Verpflichtung des Spielers Pape Gueye.

    Welche Rolle spielt Potocnik beim 1. FC Köln?

    Der 17-Jährige ist seit 14 Monaten bei den Rheinländern und nur im Juniorenbereich eingesetzt worden. In der A-Junioren-Bundesliga hat der slowenische Junioren-Nationalspieler für Furore gesorgt. In 15 Spielen hat der Mittelstürmer 13 Treffer erzielt und gilt als große Nachwuchshoffnung. Den U19-Junioren würde Potocnik im Saisonendspurt der Meisterschaft und im Pokal fehlen. "Wir haben mit ihm gesprochen. Er ist natürlich sehr traurig, er ist aber ein stabiler Spieler. Wir haben ihm gesagt, er soll sich keinen Kopf machen, wir kümmern uns", sagte Keller. 
    Quelle: dpa

    Mehr Fußball

    Bundesliga - 23. Spieltag

    2. Bundesliga - Highlights

    Bundesliga-Duelle

    Champions League - Highlights